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Transitects-Projekt: Lösungen für alpenquerende Verkehre

Lösungen zur Verlagerung von Alpenverkehren auf die Schiene zu schaffen, war das Ziel von Transitects. Nach drei Jahren ziehen die Beteiligten Bilanz.

Bei Transitects haben 16 Projektpartner gemeinsam an umweltfreundlichen Verlagerungslösungen im Kombinierten Verkehr von Straße und Schiene über die Alpen getüftelt. Dabei sollte es nicht bei Projekten bleiben, die nur auf dem Papier bestehen. Zielsetzung war auch, marktfähige Angebote zu erstellen, hauptsächlich auf den zentralen transalpinen Routen wie dem Brenner-, dem Gotthard- und dem Lötschberg-Pass. Im Mittelpunkt stand bei dem jeweiligen Lösungsansatz auch das potenzielle Einsparen von Emissionen im Vergleich zum Straßengüterverkehr.

Studien zu Umschlagtechniken im Kombinierten Verkehr

Studien haben die Partner in ihrer gemeinsamen Projektarbeit natürlich auch erstellt. Beispielsweise zu den existierenden Umschlagtechniken im Kombinierten Verkehr, den regionalen Verkehrssystemen etwa in den Region Veneto oder zu Art und Menge der Verkehre auf den zentralen Alpenpässen.

Darüber hinaus hat Transitects nach Angaben des Projektkoordinators, dem Logistik Kompetenz Zentrums (LKZ) Prien, aber auch marktreife Pilotkonzepte erstellt, die teilweise bereits zu ersten Testzügen geführt haben. Dies gelang nicht zuletzt deshalb, weil die öffentlichen Partner bereits von Anfang an Logistikunternehmen, Verlader und Reeder in ihre Arbeit mit eingebunden haben.

Rollende Landstraße zwischen Landsberg und Trento

Besonders weit gediehen ist demnach das Angebot einer langlaufenden Rollenden Landstraße zwischen Landsberg am Lech und Trento, für die unter anderem eine bestehende, private Infrastruktur reaktiviert werden soll. Im fortgeschrittenen Stadium ist außerdem ein Angebot zwischen Ulm und Mortara, mit einem weiterführenden Shuttle-Service von Mortara zum Hafen von Savona. Weiter "auf gutem Weg" seien auch Angebote auf der Brenner-Achse, etwa zwischen München und Bologna.

Als ein weiteres konkretes Ergebnis von Transitects nennt das LKZ die Umsetzung eines Premium Dry Port-Konzeptes, das den Knotenpunkt Villach-Fürnitz mit den nordadriatischen NAPA-Häfen Ravenna, Venedig, Triest, Koper und Rijeka verbinden soll. Eine entsprechende Absichtserklärung sei von den Häfen und dem Land Kärnten bereits unterschrieben.

Als Folge von Transitects hätten zudem die Salzburger Lokalbahn (SLB) und der österreichische Eisenbahnanbieter Rail Cargo Austria (RCA) erstmals eine  Zusammenarbeit gestartet. Seit Oktober des vergangenen Jahres bedienen sie gemeinsam sozusagen die letzte Meile im Einzelwagenverkehr zwischen Hallein und Werfen – ein Novum in der Zusammenarbeit von privaten und öffentlichen Eisenbahnverkehrsunternehmen.

Das Projekt

Im Rahmen des Projekts Transalpine Transport Architects (Transitects), das von 2009 bis zu diesem Jahr lief, arbeiteten 16 öffentliche Partner aus Deutschland, Österreich, Italien und Slowenien zusammen. Die Leitung des Projekts hatte der Deutsche Verband für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung inne. Koordiniert wurden die Arbeiten vom Logistik Kompetenz Zentrum (LKZ) Prien. Das Budget des Projekts, das über das Programm zur territorialen Zusammenarbeit Interreg IV B von der EU kofinanziert wurde, belief sich auf 3,2 Millionen Euro.

Ilona Jüngst

Autor

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Techel

Datum

18. Juni 2012
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