Transcoop 09 Zoom

Transcoop 09: Zusammen in die Zukunft

Mit einem Aufliegerpool erweitert Transcoop 09 die Zusammenarbeit seiner Mitglieder. Genauso wichtig ist den Unternehmen aber auch der Erfahrungsaustausch, etwa zum Thema Nachfolge im Betrieb.

Josef Perisa ist sehr zufrieden mit der Entwicklung, die der Zusammenschluss Transcoop 09 seit seiner Gründung gemacht hat. Der Geschäftsführer der Kooperation – gleichzeitig der Geschäftsführer der Allgaier-Gruppe aus Neu-Ulm –  kann heute 46 Mitgliedsunternehmen zählen, und das nicht nur in Deutschland: Transcoop 09 ist unter anderem auch in Lettland, Litauen, Rumänien, Polen und sogar der Türkei tätig – der Trend geht also Richtung Osten.

Aufbau eines Aufliegerpools

Aktuell arbeitet die Kooperation am Aufbau eines Aufliegerpools. "Entsprechende Relationen haben wir schon erörtert", sagt Perisa. Mindestens zwei Mitglieder sollen sich dabei im Begegnungsverkehr treffen. Denkbar ist auch ein Tausch: "Ein Kollege stellt das Fahrzeug, der andere fährt – alle Varianten sind möglich." Zunächst ist der Pool als Pilotprojekt auf zwölf Monate begrenzt; bewährt sich das Konzept, wird es als fester Bestandteil in die Kooperationsarbeit aufgenommen.

Inhabergeführt und mit eigener Flotte

Der Ladungstausch stand im Fokus, als sich die 13 Gründungsmitglieder zusammenfanden. Bedingung für eine Mitgliedschaft: inhabergeführt und mit eigener Flotte. "Leider gab es aber auf dem Höhepunkt der Krise 2009 keine Ladung zu tauschen", erinnert sich Perisa an die dunklen Zeiten. "Stattdessen haben wir also unsere Zeit genutzt und entdeckt, dass wir auch in anderen Bereichen zusammen mehr erreichen können."

Aktive Kooperationsarbeit

Heute funktioniert der Ladungsaustausch als Teil des Alltagsgeschäfts. Fast noch wichtiger sei aber die aktive Kooperationsarbeit, sagt Perisa: "Wir kümmern uns gemeinsam um aktuelle Themen, aber vor allem um die der Zukunft – wir schauen nach vorne." Etwa um das Thema Nachfolge im Unternehmen, das auch im Fokus des vergangenen Transcoop 09-Kongresses in Darmstadt stand.

Nachfolge und Besetzung von Schlüsselpositionen

"Dabei geht es um die Unternehmernachfolge genauso wie um die Besetzung von Schlüsselpositionen im Unternehmen mit jüngeren Mitarbeitern", sagt der Spediteur, "egal ob Geschäftsführung, Disposition oder Fuhrpark." Die Mitglieder wollen wissen, wie sie mit dem Thema umgehen sollen. Wann soll ein Unternehmer, der etwa keine familieninterne Lösung findet, anfangen, sich um die Nachfolge zu kümmern? Welche Regelung macht Sinn? Wie findet man gute Kaufleute, die dem Unternehmen auch längerfristig erhalten bleiben?

Handbuch mit Tipps und Infos

Wie alle wichtigen Fragen war auch das Thema zunächst in der großen Runde der Mitglieder aufgeworfen worden. Das neunköpfige Trancoop 09-Gremium, das alle Themen bündelt und aufarbeitet, will sich als nächsten Schritt daran machen, das Thema umzusetzen. Wie bei allem bei Transcoop 09 steht dabei der Erfahrungsaustausch im Vordergrund. Ein weiterer Schritt sieht außerdem eine Art Handbuch vor, mit Tipps und Informationen.

Unternehmen helfen sich gegenseitig – das stimmt, trifft aber eigentlich nicht den Kern. Denn tatsächlich sind es die Menschen in den Unternehmen: Es kennen sich nicht nur die Chefs und Geschäftsführer, auch die Disponenten treffen sich regelmäßig. "Dabei können wir inzwischen sehr in die Tiefe gehen, weil zwischen den Teilnehmern ein Vertrauensverhältnis besteht." Nur so, sagt Perisa, können auch Themen konstruktiv angesprochen werden, die für die Spediteure auch mal heikel seien.

Netzwerke bilden

Netzwerke bilden – diese Idee will die Kooperation auch den Auszubildenden mitgeben. Im Rahmen eines mehrwöchigen Azubitausches können sie nicht nur neue Kontakte knüpfen, sondern auch die Fühler in neue Bereiche der Transport- und Logistikwelt ausstrecken. Gleichzeitig ist das ein Pluspunkt beim Thema Nachwuchsgewinnung: Wer sieht, wie vielfältig die Branche ist, kehrt ihr nicht so schnell den Rücken zu. "Wir arbeiten daran, das Berufsbild Speditionskaufmann aufzuwerten – dafür fühlt sich jeder Einzelne in seiner Region verantwortlich", sagt Perisa. Die Gewinnung von Quereinsteigern, neue Arbeitszeitmodelle – auch darüber tauschen sich die Mitglieder in Workshops aus.
"In den Workshops wird wichtige Kooperationsarbeit gemacht", sagt Perisa. Denn: "Für viele Unternehmen wäre es gar nicht möglich, sich alleine um alle wichtigen Themen zu kümmern", sagt er und liefert eine kleine Aufzählung: Fuhrpark und Technikthemen, Palettenmanagement, Schadenprävention und Versicherung. Wer etwas beizutragen hat, kann dies tun und seine Erfahrungen weitergeben – "man kann aber auch nur einfach an einem Workshop teilnehmen".

"Der Mix macht's"

Von Vorteil ist dabei laut dem Geschäftsführer die Bandbreite der Mitgliedsunternehmen: vom Unternehmen mit 30 Mitarbeitern, das rein im Ladungsverkehr beschäftigt ist, bis zur 1.000 Mann starken Gesellschaft, die als klassischer Abfertigungsspediteur die ganze Palette an Logistikleistungen bietet. "Der Mix macht’s", sagt Perisa.

Die Kooperation

Transcoop 09 wurde 2009 von 13 Unternehmen als Kooperation zum Ladungstausch gegründet. Heute sind 46 Unternehmen Mitglied, die zusammen 3.500 Mitarbeiter beschäftigten. Über 50 Standorte verteilt verfügen die Unternehmen zusammen über mehr als 3.000 ziehende Einheiten sowie eine Gesamtlagerfläche von 500.000 Quadratmetern, davon 50.000 Quadratmeter Gefahrgutlager. Vertreten ist die Kooperation auch in Italien, Lettland, Litauen, in den Niederlanden, in Polen, in Rumänien, der Schweiz, der Slowakei, Tschechien und der Türkei.

Ilona Jüngst

Autor

Foto

Fotolio, Transcoop

Datum

7. März 2014
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