Transcoop 09 Zoom
Foto: Fotolia, Transcoop

Transcoop09 startet Online-Plattform TC09

Frachtenbörse gibt's inklusive

Die Kooperation Transcoop09 startet das Online-Portal TC09. Das ist TMS, Frachtenbörse und Ausschreibungsplattform in einem.

Drei Dinge auf einmal? Das geht nun wirklich nicht! Doch, das funktioniert – selbst dann, wenn es sich nicht um ein Schokoladenei mit Inhalt dreht. Die Überraschung ist darüber hinaus wesentlich nachhaltiger. Und sie zaubert in diesem Fall Mittelständlern ein Lächeln ins Gesicht. Um genauer zu sein, den Mitgliedern der Ladungskooperation Transcoop09.

"Wir starten im September einen digitalen Marktplatz, der TMS, Frachtenbörse und Ausschreibungsplattform in einem ist", berichtet Josef Perisa, Vorstand von Transcoop09, im Gespräch mit trans aktuell. Alle Angebote sind mehrsprachig verfügbar, was nicht zuletzt der Internationalität der Kooperation geschuldet ist. Wobei das Angebot  zunächst den Mitgliedern sowie ihren Kunden vorbehalten ist. Die drei Module sind dabei natürlich auch einzeln buchbar.

Doch der Reihe nach: TC09 + friends nennt sich die Frachtenbörse, in der Ladungen in geschlossenen sowie in offenen Gruppen gehandelt werden. Alle Teilnehmer werden vorab geprüft. Als zusätzliche Regulierung gibt es die Möglichkeit, dass sich die Nutzer untereinander bewerten können. Doch das ist nicht das Einzige, was den Prozess digital unterstützt: "Das gesamte Auftrags­manage­ment ist durchgängig digital", berichtet Perisa. So lassen sich natürlich auch alle Dokumente elektronisch verwalten, Gleiches gilt für die eingestellten Aufträge. "Auch der gesamte Prozess von den Vertragsverhandlungen bis zum -abschluss läuft auf der Plattform TC09 + friends", berichtet der Transcoop09-Chef.

Telematik lässt sich direkt ans Portal anbinden

Selbst darüber hinaus bleibt es digital: "Wer möchte, kann seine Telematik mit dem System koppeln, sodass die Aufträge direkt operativ abgewickelt werden können", sagt Perisa. Als Bindeglied dient das eigene Transport-Management-System namens "TC 09 – TMS". Das ist nach Aussage von Perisa "aber eher eine Lösung für kleinere Unternehmen oder Firmen, die bislang noch kein TMS einsetzen". Ansonsten fungiere die Lösung eher als Mittler zum eigenen System. "Wir sind bereits dabei, die führenden TMS-Lösungen nach und nach über Schnittstellen anzubinden", berichtet er.

Über das TMS mit dem Auftraggeber verbunden

Im "TC 09 – TMS" lassen sich die Ladungsaufträge den Lkw zuordnen. Welches Fahrzeug zum jeweiligen Auftrag passt, ermittelt die zugehörige Fuhrparkverwaltung. Dort sind sämtliche Informationen über die Zugmaschinen, Trailer sowie auch zu den Fahrern hinterlegt. Mit an Bord ist darüber hinaus ein komplettes Fuhrparkmanagement inklusive einer Terminverwaltung. In dieser sind beispielsweise Inspektionen, fällige Hauptuntersuchungen – aber auch die Ablaufdaten der Führerscheine gespeichert. Diese werden beständig überwacht, damit die Nutzer rechtlich immer auf der sicheren Seite sind.
Damit es innerhalb der Wertschöpfungskette zu keinem Medienbruch kommt, "realisieren wir auf Wunsch auch Schnittstellen zu den Auftraggebern". Auf diese Weise landen die Aufträge direkt und ohne Umwege digital im System des Spediteurs.

Eine App für Subunternehmer

Realisiert hat die Ladungskooperation darüber hinaus sowohl eine eigene Telematiklösung als auch eine App für Fremdunternehmer. Auf dem Android-Smartphone oder -Tablet installiert, ist das Orten des Fahrzeugs möglich. So erhält der Disponent Echtzeitinformationen über den momentanen Stand der Tour. Damit lässt sich ersehen, ob alles im grünen Bereich ist. "Diese Lösung ist insbesondere für die Nutzer interessant, die keine fahrzeugbezogenen Daten wollen, aber die Informationen rund um den logistischen Prozess brauchen", erklärt Perisa. Die App ist dann das Mittel zum Zweck.

Transparenz ist auch hier das oberste Gebot – aber nicht nur im eigenen Unternehmen. So ist es auf Wunsch möglich, dass der Kunde einen bestimmten Auftrag in Echtzeit verfolgen kann. Das entsprechende Fahrzeug, respektive die Sendung, sieht er aber natürlich nur während des für ihn relevanten Zeitraums. Ist die Ladung zugestellt, verschwindet das Fahrzeug buchstäblich vom Schirm. "Auf diese Weise bleibt der Datenschutz gewahrt", erläutert Perisa. Denn für wen der Logistiker wohin unterwegs ist, ist somit nicht ersichtlich.

Ausschreibungen digital umsetzen

Die Ausschreibungsplattform TC09 + clients rundet schließlich das digitale Angebot von Transcoop 09 ab. Auch dort ist das Handeln in offenen und geschlossenen Kreisen möglich – ebenfalls wieder mit geprüften Geschäftspartnern. "Hier veröffentlichen Verlader ihre Ausschreibungen und Angebote. Es ist aber ebenso möglich, dass sie ihr Angebot direkt an einen bestimmten Logistikdienstleister routen", erläutert Perisa.
Wobei erneut Schnittstellen in die IT-Systeme der beteiligten Nutzer dafür sorgen, dass die Sendungsdaten komplett digital übermittelt werden. "Nimmt man alle Lösungen im Paket, verläuft die Kommunikation über sämtliche Beteiligten und über den gesamten Prozess hinweg digital", sagt Perisa. Über eine mangelnde Auslastung macht er sich keine Gedanken: "Wir bringen als Kooperation von Mittelständlern mit eigenem Fuhrpark alles mit, was ein solcher Marktplatz braucht. Das geht bis zu den Kunden, die nun noch enger an Transcoop 09 angebunden werden können."

Die gesamte Lösung hat Transcoop09 übrigens „bei einem IT-Dienstleister unseres Vertrauens“ in Auftrag gegeben, berichtet ­Perisa. Eine andere Frachtenbörse, Ausschreibungsplattform oder auch ein TMS-Anbieter waren nicht an der Entwicklung beteiligt. Auch das hat einen nachvollziehbaren Grund: "Viele Portalanbieter sind aufgrund ihres primären Geschäftsmodells nicht unbedingt neutral. Entsprechende Eigen­inter­essen sind daher nicht von der Hand zu weisen", erklärt er.

Apropos Eigeninteressen: Bei Transcoop bildet der Ladungsverbund lediglich die Basis der Zusammenarbeit. Um schlagkräftig am Markt unterwegs zu sein, ziehen die Mitglieder auch sonst an einem Strang (siehe: Die Kartell-Klage). Auch der Lösungs-Dreiklang der Kooperation zeigt das. Zudem beweist er, dass auch auf logistischer Seite drei Dinge auf einmal zu lösen kein Problem ist. Nur dass man sich hier – anders als bei der schokoladenen Überraschung – auch einzelne Elemente herauspicken kann.

Die Kooperation

  • Transcoop09 wurde im Jahr 2009 in der Krise gegründet
  • Heute zählt die Kooperation über alle Mitglieder hinweg über 3.000 Lkw, 5.000 Mitarbeiter, 500.000 Quadratmeter Lagerfläche und erwirtschaftet mehr als 750 Millionen Euro Umsatz im Jahr
  • Zum Portfolio zählen alle Leistungen um Transport und Logistik – bis hin zu Speziallösungen für den Handel oder im Schwerlastbereich
  • Europaweit unterwegs mit 60 Standorten in rund 20 ­Ländern
  • Ladungstausch bildet die Basis der Zusammenarbeit, hinzu kommen aber beispielsweise auch Schulungen oder Versicherungen

Die Kartell-Klage

  • Transcoop 09 hat bereits im Dezember 2016 eine Klage gegen das europäische Lkw-Kartell eingereicht
  • Beauftragt wurde die Wettbewerbs-Expertin Prof. Dr. Dr. Doris Hildebrand von den European Economic & Marketing Consultants
  • Juristisch vertritt die Kanzlei SGP Rechtsanwälte die Kooperation
  • 23 Transcoop-Mitglieder mit zusammen rund 1.300 Lkw haben sich der Klage angeschlossen
Portraits

Datum

9. August 2017
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