Sicherheit, Toter Winkel Zoom

Toter Winkel: Versteckte Kamera

Sicherheit zählt. Die Spedition Schröder rüstet sukzessive alle Fahrzeuge mit dem Videosystem Perfekt View FVS 740 X von Waeco aus.

Seit 30 Jahren fährt Holger, Spitzname "Erich", Mielke aus Itzehoe im Fernverkehr. Inzwischen arbeitet er bei der Spedition Schröder aus Ebernhahn, die sich auf Fliesentransporte spezialisiert hat. "Was die Sicherheit im Straßenverkehr angeht, ist Schröder absolut vorbildlich", lobt Mielke die Innovationsbereitschaft seines Chefs, Joachim Altman. Die eigenen Züge werden bereits seit 2004 mit den verfügbaren Assistenzsystemen von Mercedes ausgestattet. Derzeit besteht die Flotte aus 35 neuen Actros mit Euro 6 und 85 Actros MP3. "Was ich meinem Chef aber besonders hoch anrechne, ist die Investition in das neuartige Überwachungssystem von Waeco. Etwas Besseres kann es für uns als Fahrer nicht geben."

Ein toter Winkel bleibt

Auch wenn alle Lkw laut der EU-Richtlinie 2003/97/EG längst mit einem Frontspiegel ausgerüstet sein müssen – ein sogenannter "toter Winkel" bleibt und führt vor allem beim Rechtsabbiegen immer wieder zu tödlichen Unfällen mit Radfahrern. So muss die  Polizei regelmäßig Kohorten von Schülern  auf die Gefahren hinweisen. Eine hundertprozentige Sicherheit bedeutet die Aufklärungskampagne jedoch nicht. "Eine gewisse Angst, einen Radfahrer oder Fußgänger in einer Stadt an einer Kreuzung zu übersehen, ist bislang immer mitgefahren", beschreibt Holger eine seiner berufsbedingten Sorgen. "Doch seit gut einem Jahr habe ich diese Angst nicht mehr."

Grund zur Freude ist eine unter dem Frontspiegel versteckte Farb-CCD-Kugelkamera in einem stabilen und wasserdichten Aluminiumgehäuse. Das Weitwinkelobjektiv hat einen diagonalen Bildwinkel von 130 Grad. Zusammen mit dem Sieben-Zoll-Farb-LCD-Monitor M 7LX bildet sie das Videosystem Perfekt View FVS 740 X von Waeco. Der kleine Bildschirm ist im Fahrerhaus über dem rechten Seitenfenster bewusst als optische Einheit mit den beiden Außenspiegeln montiert. Optional kann noch ein Rückfahrwarnsystem über eine Kamera am Heck kombiniert werden. "Du siehst sofort, wenn sich jemand im Blickwinkel der Kamera aufhält", so Holger. "Aber auch an den Rampen und in Baustellen ist es eine sehr gute Hilfe." Nun kommen auch Holgers Kollegen sukzessive in den Genuss der Kameratechnik.

Ein System kostet laut Liste 770 Euro

Derzeit lässt Fuhrparkleiter Roland Harnischmacher jede Woche zwei komplette Systeme während der üblichen Wartungsaufenthalte der Lkw installieren. Beim Actros 3 sind es etwa drei Stunden Aufwand, beim neuen Actros rund vier. Beim Hersteller selbst kostet ein System laut Liste 770 Euro, große Flottenbetreiber wie Schröder kaufen deutlich günstiger ein.

"Auf Dauer rechnet es sich immer", begründet Joachim Altmann die Investition in die Sicherheit. Jeder Unfall, besonders mit Personenschaden, erhöht sofort die Versicherungsprämie, viele kleine Rangierschäden ebenfalls. "Seit wir uns komplett den verfügbaren Sicherheitssystemen verschrieben haben, gibt es bei uns keine nennenswerten Unfälle mehr", berichtet Altmann. Und Holger ergänzt: "Ich möchte dieses System nicht mehr missen."

Autor

Foto

Jan Bergrath

Datum

11. April 2014
5 4 3 2 1 0 5 0
Kommentare
Unsere Experten
Götz Bopp, unser Experte für Sozialvorschriften im Straßenverkehr (Lenk- und Ruhezeiten) Götz Bopp Sozialvorschriften und Güterverkehr
Beratung von Unternehmen und Fahrern rund um das Thema Lenk- und Ruhezeiten. Schwerpunkt im… Profil anzeigen Frage stellen
Andy Apfelstädt, Experte für Kostenrechnung und Frachtpreiskalkulation Andy Apfelstädt Kostenrechnung und Frachtpreiskalkulation
Ich betreue als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut Verkehr und Raum der Fachhochschule… Profil anzeigen Frage stellen
Aktuelle Fragen
Kostenloser Newsletter
Newsletter Small

+++ Tests +++
+++ News +++

Und immer bequem und kostenlos per E-Mail.