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Thewes prügelt Taxi-Fahrer in Singapur: Schenker-Chef muss ins Gefängnis

Einer der Top-Manager der Deutschen Bahn muss ins Gefängnis. Der Vorstandsvorsitzende von DB Schenker, Jochen Thewes, soll vor einem Jahr in Singapur einen Taxi-Fahrer verprügelt haben, als dieser sich weigerte, den damals 44-Jährigen wegen Trunkenheit zu befördern. Thewes hat sich für sein Fehlverhalten entschuldigt.

Er ist einer der Top-Manager der Deutschen Bahn und der neue starke Mann bei DB Schenker. Als Vorstandsvorsitzender von DB Schenker trägt Jochen Thewes (45) die Verantwortung für 66.000 Mitarbeiter an mehr als 2.000 Standorten. Nun stellt sich heraus, dass er dieser Vorbildfunktion bereits drei Wochen nach seinem Amtsantritt nicht mehr gerecht wurde. Am 24. September 2015 soll er in Singapur einen Taxifahrer geschubst und eine Ohrfeige verpasst haben. Das berichtete am Donnerstag die Zeitung "The Straits Times" aus Singapur. Bis 2015 arbeitete Thewes mehrere Jahre lang in dem Stadtstaat und leitete dort die Geschäfte der Schenker-Region Asien/Pazifik.

Taxi-Fahrer hält Thewes für betrunken

Der damals 33-jährige Fahrer hatte es zuvor abgelehnt, den Deutschen zu befördern. Er hielt Thewes für betrunken, auch der Taxifahrer im Auto vor ihm wollte ihn nicht mitnehmen. Der Schenker-Chef soll daraufhin gegen die verschlossene Fahrertür getreten haben. Als sich der Fahrer ein Bild vom Schaden machen wollte, griff Thewes ihn demnach an. Der Taxi-Fahrer ließ sich daraufhin in einer Privatklinik behandeln. Richterin Salina Ishak erklärte in der am Mittwoch veröffentlichten Urteilsverkündung, Thewes habe sich in betrunkener und unbändiger Weise verhalten. Ihr lagen entsprechende Videoaufnahmen vom Vorfall an der Club Street vor.

Thewes sagte vor Gericht aus, sich nicht an die Ereignisse erinnern zu können, was die Richterin als wenig glaubwürdig bezeichnete. Der aus Rheda-Wiedenbrück stammende Manager muss nun für zwei Wochen ins Gefängnis und eine Strafe von 1.000 Singapur-Dollar zahlen (653 Euro). Singapur ist für seine drakonischen Strafen bekannt, die bereits Geldbußen oder Körperstrafen für das Wegwerfen von Müll oder Vandalismus vorsehen.
Die "Bild"-Zeitung spricht von einer "Prügelattacke im Vollrausch" und einem "peinlichen Suff-Skandal", der die Chef-Etage der Deutschen Bahn erschüttere. "Taxi-Fahrer im Suff angegriffen", titelt das Nachrichtenmagazin "Focus". Thewes selbst bestreitet den Angriff nicht, soll laut Bild aber Berufung gegen das Urteil eingelegt haben.

Thewes entschuldigt sich für sein Fehlverhalten

"Ich entschuldige mich auf ganzer Linie für mein persönliches Fehlverhalten im Streit mit einem Taxifahrer in Singapur", sagte der Manager gegenüber dem Boulevardblatt. Er bedauere diesen Vorfall zutiefst und habe die Schadenersatzforderungen des Beteiligten in vollem Umfang privat reguliert. Beim Fahrer hat sich Thewes demnach vor Gericht entschuldigt und ihm zuvor 2.950 Dollar (1.927 Euro) und weitere 250 (163 Euro) für die Reparatur der Fahrzeugtür bezahlt.

Matthias Rathmann, trans aktuell Chefredakteur

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DB AG/Lautenschläger

Datum

16. September 2016
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