Test: Schon gefahren: Dacia Logan Express

Ein Einstiegspreis von 6.990 Euro für den Express als Benziner und 9.490 Euro in Ambiance-Version mit 68 PS starkem Dieselantrieb - das ist ein Angebot. Anschaffungskosten, die kaum über dem Niveau des  entsprechenden Nutzfahrzeug-Gebrauchtmarkts liegen, da können die Mitbewerber nicht mithalten. Bei Dacia läuft der Laden, während anderorts Tausende von Fahrzeugen auf Halde stehen.
 
Ein um wenige Millimeter erhöhtes Dach und Blech statt Glas in den Fensteröffnungen - schon wird der Pkw Logan MCV zum Lieferwagen. Für den vorderradgetriebenen Express stehen zwei Otto-Motoren mit 1,4 Liter Hubraum und 75 PS bei 5.500 U/min oder 1,6 Liter und 87 PS bei 5.500 U/min zur Wahl. Alternativ gibt es einen 1,5 Liter großen Common-Rail-Turbodiesel-Direkteinspritzer, der einmal 68 PS bei 4.000 Umdrehungen oder 86 PS bei 3.750 leistet. Alle Motoren erreichen aber nur die Euro-4-Norm.
 
Der Verbrauch der beiden Aggregate ist mit 5,2 beziehungsweise 5,3 Liter auf 100 Kilometer angegeben. Wer nicht ständig mit voller Ausladung und vorwiegend in der Stadt fährt, ist bereits mit dem schwächeren Diesel gut bedient. Der Dacia zeigt dann mit dem 68-PS-Diesel durchaus zufriedenstellende Fahrleistungen. Das maximale Drehmoment von 160 Newtonmetern steht bereits bei 1.700 Umdrehungen pro Minute parat. Damit lässt sich der Lieferwagen schaltarm und flink durch verwinkelte Innenstädte bewegen. Auf Strecken über Land und auf der Autobahn geht dem kurz übersetzten Logan indessen schnell die Luft aus. Ausgeladen greift die Hand ständig zum Schaltknüppel des aus Renault Mégane und Laguna entlehnten Fünfganggetriebes. Der stärkere 86-PS-Turbodiesel garantiert hier den deutlich elastischeren und komfortableren Transport. Die Ölwechselintervalle liegen bei beiden Diesel-Varianten bei 20.000 Kilometer., die Benziner verlangen nur alle 30.000 Kilometer nach neuem Öl. Vertrieb, Wartung und Service übernehmen Renault-Händler. Einen ausgesprochenen soliden und eher sanftmütigen Eindruck macht das Fahrwerk. Tonnenschwere Fracht bringt den Express auch auf schlechten Straßen nicht aus der Ruhe. Grobe Fahrbahnstöße nimmt der Dacia nicht übel. Dabei dürfte auch der verhältnismäßig lange Radstand von fast drei Meter auf das Fahrwerk beruhigend wirken. Am Heck geben asymmetrisch geteilte Flügeltüren den Zugang zum 1807 Millimeter langen und 1024 bis 1372 breiten Laderaum frei. Sie sind in Winkelstellungen von 40 über 90 bis 180 Grad arretierbar. Ein dickes Minus handelt sich der Logan Express durch das Fehlen einer seitlichen Schiebetür ein, die bei fast allen anderen Lieferwagen obligatorisch ist. Die Ableitung vom PKW-Kombi beschränkt den Express auf Klapptüren. Dafür bietet der Dacia eine angenehm niedrige Ladekante von nur 582 Millimeter.
 
Vorne im Innenraum konzentriert sich der Express auf das Wesentliche. Die Materialien sind pflegeleicht und solide verarbeitet, die Schalter dort, wo man sie erwartet. Mit Ausnahme der Heizungs- und Lüftungsregelung. Sie sitzt zu tief und ist meistens vom Schaltknüppel verdeckt. Dass die Außenspiegel nicht elektrisch, sondern nur manuell von innen verstellbar sind - geschenkt. Störender sind ihr winziges Sichtfeld und die fehlenden Weitwinkelsegmente.
Der Zwang zum Sparen offenbart sich auch beim Blick in die Aufpreisliste: Beifahrerairbag, geschlossene Trennwand, Servolenkung, elektrische Fensterheber und Zentralverriegelung kosten zusätzlich. ESP ist leider nicht im Angebot.

Datum

12. März 2009
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