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Test Ruggear RG700: Auf Robustheit gedrillt

Das Smartphone RG700 von Ruggear ist IP68-zertifiziert und erfüllt zudem Militärstandard. trans aktuell hat geprüft, wie viel das Gerät tatsächlich wegsteckt.

Widerstandsfähig und für das multimediale Vergnügen technisch top ausgestattet – so wirbt der Mobiltelefon-Hersteller Ruggear für sein "Highend-Smartphone" RG700. Grund genug für trans aktuell, das Handy einmal kritisch unter die Lupe zu nehmen. Schließlich müssen die im Logistikalltag eingesetzten Geräte bisweilen einiges einstecken können. Aufgrund der zunehmenden Vernetzung des Fuhrparks etwa mittels Telematik sollte zudem auch das Innenleben auf einem möglichst aktuellen Stand der Technik sein.

Auf den ersten Blick scheint das Ruggear RG700 jedenfalls wie geschaffen für den Logistik­alltag zu sein: Dafür bürgen das massive Kunststoffgehäuse sowie eine dicke Gummi-Abdeckung, hinter der sich der USB- und der Kopfhörer-Anschluss verbergen.
Der verschraubte Deckel, der den Zugang zu den beiden SIM-Kartenschächten sowie zu dem Steckplatz für eine Micro-SD-Karte (bis 32 GB) verdeckt, unterstreicht diesen Eindruck. Ein Schraubendreher, um den besagten Deckel zu öffnen beziehungsweise wieder zu schließen, liegt übrigens bei.

Die Dichtung hält

Also gleich mehrere Male die Probe aufs Exempel gemacht. Und tatsächlich: Im Ernstfall hält der Deckel dicht. Sobald auf dem Display nicht mehr das Wasser steht, lässt sich das Handy wie gewohnt bedienen. Dieses Mehr an Sicherheit erkauft sich der Nutzer allerdings durch eine Einschränkung: Den Akku kann man nicht selbst wechseln, sondern muss das Gerät einschicken. Laut Hersteller kostet das 39 Euro. Immerhin hat der Akku mit 2.900 mAh genügend Saft unter der Haube, um einen Tag bei normaler Nutzung durchzuhalten. Soll das Handy permanent als Navi oder Telematikeinheit fungieren, muss hingegen ein Stromanschluss inklusive Kfz-Halterung her. Vom Zubehörhersteller Carcom gibt es eine solche Halterung für rund 40 Euro.

Doch zurück zum Akkudeckel. Dank der Verschraubung verrutscht selbst beim Fall aus bis zu zwei Meter Höhe nichts – was bei eingehakten Deckeln hingegen unvermeidlich ist. Nicht vermeiden lässt sich hingegen, dass die Stürze unschöne Macken und Scharten im Gummi beziehungsweise Kunststoff hinterlassen. Einen harten Typen kann das aber nicht entstellen.

Trotz Gorillaglas und Kunststoffpanzer nicht unzerstörbar

Zu sorglos sollte man allerdings dennoch nicht agieren. Denn eine Achillesferse hat auch dieses Gerät: Das Display besteht zwar aus Gorilla Glas und ist damit doppelt bis dreifach so kratzfest wie normales Glas – unzerstörbar ist es allerdings nicht. Insbesondere dann, wenn das Smartphone aus zwei Meter Höhe runterfällt und eben nicht auf einem glatten Boden landet.

Kommen wir zu den inneren Werten. Die zeigen sich – anders als vollmundig angekündigt – eher bodenständig. Und das bei einem Bruttopreis von 559 Euro. Ein Preis also, in dem es kaum noch Android-Geräte gibt. In dieser Klasse spielen ansonsten noch das Samsung Galaxy S5 und das Sony Xperia Z2, beide ebenfalls staubgeschützt und wasserdicht. Die sind zwar beide empfindlicher beim Runterfallen, dafür aber echte Power-Rechner.

Ruggear setzt unterlegene Innereien ein

Beim Ruggear RG700 geht es hingegen eher gemütlich zu. Den Takt gibt ein Dual-Core-Prozessor mit einem Gigahertz Leistung vor. Immerhin acht Gigabyte fasst der interne Speicher, von dem rund sechs Gigabyte zur freien Verfügung stehen. Das ist nicht rekordverdächtig, reicht im Normalfall aber aus. Der Arbeitsspeicher ist mit einem Gigabyte hingegen eher knapp bemessen. Laufen entsprechende Apps wie eine Navigation oder gar eine Telematik, stößt das Gerät schnell an seine Grenzen. Oder anders ausgedrückt: Ein Gigabyte Arbeitsspeicher ist in diesem Anwendungsfall das absolute Minimum. Hightech sieht jedenfalls anders aus.

Die beiden verbauten Kameras vermögen immerhin auf dem Papier zu überzeugen: Auf der Rückseite mit acht Megapixel und auf der Frontseite mit zwei Megapixel Auflösung sollten eigentlich gute Aufnahmen möglich sein. Zudem ist hinten ein LED-Blitz neben der Linse eingelassen, um auch bei schlechten Lichtverhältnissen ein vernünftiges Ergebnis erzielen zu können. Die Ergebnisse halten sich in beiden Fällen in Grenzen und sind bestenfalls Durchschnitt.

Mittelmäßiges Smartphone für einen hohen Preis

Zurück zum Display: Das spiegelt stark und löst mit 960 x 540 Pixeln einigermaßen akzeptabel auf. Das Samsung Galaxy S5 beispielsweise verfügt trotz eines etwas kleineren Bildschirms (5,1 Zoll) über eine Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixeln.

Für den Einsatz des Rug­gear RG700 im professionellen Umfeld spricht hingegen, dass das Smartphone den Umgang mit gleich zwei SIM-Karten beherrscht. So gibt es unter Einstellungen einen Menüpunkt namens SIM-Verwaltung. Dort lässt sich steuern, welche Karte welche Aufgaben übernehmen soll. Aber Vorsicht: Der zweite Karten-Slot ist nur für Gespräche gedacht. Eine Datenverbindung ist nicht möglich.

Nun gibt es natürlich auch bei den Dual-SIM-Geräten wesentlich günstigere Alternativen. So bleibt das Ruggear RG700 ein mittelmäßiges Smartphone zum hohen Preis, das aber wenigstens etwas widerstandfähiger gegen Stürze als andere ist.

Tierisch hartes Glas

Hinter dem Markennamen Gorilla Glas verbirgt sich ein Glas aus Alkali-Aluminiumsilikat von der Firma Corning aus den USA. Aufgrund einer chemischen Vorspannung, die ein gewisses Maß an Flexibilität verleiht, ist es weniger spröde als Standardglas. Bricht normales Glas bei Krafteinwirkungen von fünf Newtonmeter, ist das bei Gorilla Glas laut Hersteller erst ab 40 Newtonmeter der Fall. Seit 2012 gibt es das Gorilla Glas 2, das etwa 20 Prozent dünner und damit Lichtdurchlässiger ist – das Display ist so besser ablesbar. Derzeit gibt es auch schon Smartphones, bei denen Gorilla Glas 3 verbaut wurde. Das wiederum soll bis zu drei Mal widerstandsfähiger als die Vorgänger sein. Asahi Glass aus Japan bietet unter dem Namen Dragontrail und Schott aus Mainz mit Xensation Cover vergleichbare Produkte an.

Technische Daten

Modell: Ruggear RG700
Betriebssystem: Android 4.1.2
Hauptprozessor: Mediatek MT6577 2 x 1 GHz
Grafikprozessor: Power VR SGX531
Display: 5,3 Zoll, LCD, 960 x 540 Pixel
Interner Speicher: 8 GB
Externer Speicher: Micro-SD bis 32 GB
Arbeitsspeicher: 1 GB
Abmessungen: 155 x 82,9 x 15,6 mm
Gewicht: 245 g
Akku: 2.900 mAh
Funknetze: GSM 850/900/1800/1900
Datennetze: UMTS/HSPA, WCDMA/HSPA
WLAN: 802.11b/g/n
Bluetooth: 4.0
Kamera: 8-MP-Rückkamera mit LED-Blitz; 2-MP-Frontkamera
Besonderheiten: Dual-SIM, IP68-zertifiziert, MIL-STD-810G-zertifiziert FM-Radio
Bruttopreis: 559 Euro (UVP)

Portraits

Autor

Foto

Carsten Nallinger

Datum

22. Juli 2014
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Kommentare
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