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Fahrzeuge: Renault Kangoo Rapid Compact - Flink durch die Altstadt

Schwups, schon ist er um die Ecke. Pierrefonds ist ein typisches französisches Städtchen mit verwinkelten Gässchen und knappen Einfahrten. Hier durften wir den neuen Renault Kangoo Rapid Compact Probe fahren. Und genau hier fühlt er sich pudelwohl. Hauptsache, es geht eng zu. Der Mini-Kangoo ist dort heimisch, wo ausgewachsene Lieferwagen gerne hängen bleiben. Schließlich bringen die es schnell auf über vier Meter Länge und elf Meter Wendekreis.

 

Nicht so der kleine Ableger des ­Kangoo Rapid, für den die Konstrukteure den Radstand um 40 Zentimeter gekürzt haben. Damit einher geht auch ein kleinerer Wendekreis von 9,7 Metern. Gelegen kommt hierbei die leichtgängige Servolenkung - rangieren macht richtig Spaß mit dem Winzling. Dabei hilft auch die übersichtliche Karosserie, die eine Parkhilfe überflüssig macht. Trotzdem ist nicht ganz verständlich, warum Renault an den Spiegeln gespart hat - von Weitwinkel keine Spur. Das stört gerade, wenn es rückwärts aus dem Hof auf die Straße geht. Der Querverkehr ist kaum zu sehen. Ansonsten fühlt sich der Fahrer in der Kurzvariante wohl. Die Instrumente entsprechen denen des größeren Bruders und man hat genügend Platz. Lediglich die Sitze könnten etwas mehr Halt vermitteln.

 
   
 

Mit dem 1,5-Liter-Diesel ist der quirlige Stadtflitzer gut motorisiert. Unseren mit 200 Kilo Ballast beladenen Testwagen brachte der Turbodiesel mit fünf Gängen flott auf Touren - untermotorisiert muss man sich mit 86 PS und maximal 200 Newtonmetern Drehmoment sogar auf der Autobahn nicht fühlen. Der Verbrauch liegt bei 5,1 Liter Diesel auf 100 Kilometern. Weniger gut passt die Auslegung des Fahrwerks. Es federt zwar in allen Lagen komfortabel, dafür schiebt der Kangoo Rapid Compact in Kurven wesentlich mehr über die Vorderräder als der merklich satter liegende normale Kangoo. Ein ASR könnte auch nicht schaden: Wer den Gasfuß nicht zügelt, lässt beim Anfahren die Räder durchdrehen.

Für den reinen Stadtverkehr genügt die voraussichtlich 600 Euro billigere 68-PS-Version des 1.5 dCi mit 160 Newtonmeter Drehmoment. Der kostet dann knapp 11.500 Euro, also etwa so viel wie ein vergleichbarer ­Fiat Fiorino. Die Motorvariante mit 103 PS ist dem ausgewachsenen Kangoo vorbehalten. Die Differenz zwischen den gleich stark motorisierten Varianten von Rapid Compact und Rapid beträgt stets 1.000 Euro.

 
 

Der Laderaum des Lieferwagenflohs ist praxisgerecht geraten. Hier ist Platz für eine Europalette quer zwischen den Radkästen. Mehr geht auch nicht: Bei maximal 435 Kilogramm Zuladung ist Schluss. Minuspunkt: Eine Schiebetür fürs Frachtabteil ist nicht für Geld und gute Worte zu haben - im Gegensatz zu den Konkurrenten Bipper, Fiorino und Nemo. Die baugleichen Modelle von Peugeot, Fiat und Citroën bieten das bei nahezu gleichen Außenmaßen, weil sie auf große Überhänge verzichten, wie sie der Kangoo Rapid Compact vorne und hinten hat. Damit gerät der Radstand länger, das schafft Platz für seitliche Ladeluken.

Toll zu bedienen ist der optional erhältliche, versenkbare Beifahrersitz samt klappbarem Trenngitter. Der Sitz schafft bis 2,1 Meter Ladelänge für Langgut. Im Jahresverlauf kommt auch noch eine Leiterklappe hinzu. Die namhaften Zulieferer halten laut Renault zum Produktionsstart Ausbauten vor.

Datum

27. November 2008
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