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Transportwelt: „Politik hat das meiste richtig gemacht“

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) stellt der Politik beim Krisenmanagement ein gutes Zeugnis aus. Ohne die Möglichkeiten der Kurzarbeit hätten die Unternehmen in viel größerem Maße Personal abbauen müssen, sagt VDA-Präsident Matthias Wissmann im Interview mit trans aktuell. trans aktuell: Herr Wissmann, die Arbeitslosenzahl soll im Herbst erstmals wieder unter die Marke von drei Millionen sinken. Die Industrie stellt wieder ein. Sind die Sorgen plötzlich verflogen? Wissmann: Das erste Halbjahr ist wesentlich besser gelaufen, als viele erwartet hatten. Weltweit ziehen die Märkte an. Bis Juli hat im Pkw-Bereich der Export um rund 40 Prozent zugelegt. Das Nutzfahrzeuggeschäft entwickelt sich noch dynamischer mit einem Exportwachstum von fast 60 Prozent. Bei Transportern liegt das Plus bei drei Viertel, bei schweren Lkw bei einem Drittel. Natürlich haben wir das Vorkrisenniveau noch nicht wieder erreicht. Aber die ganz großen Sorgenfalten, die wir noch im Winter hatten, sind verschwunden. Reicht Ihre Zuversicht bis ins Jahr 2011 hinein? Wir hoffen, dass sich die Lage weiter stabilisiert, dass der Export in die Schwellenländer stark bleibt und dass der US-Markt seinen Wachstumskurs beibehält. Klar ist aber: Der Nutzfahrzeugsektor hängt elementar vom weiteren Verlauf der Gesamtwirtschaft ab. Ich glaube aber, dass alles für eine langsame Weiterentwicklung des Aufwärtstrends spricht. Welchen Anteil hat die Politik daran, dass es wieder aufwärts geht? Die Politik wird ja selten gelobt. Aber ich finde, im Zusammenhang mit der Finanzmarktkrise hat sie das meiste richtig gemacht - ich denke vor allem an die verlängerte Kurzarbeitregelung. Ohne sie hätten wir im Nutzfahrzeugbereich viel stärkere Rückgänge in der Beschäftigung gehabt - und nicht nur ein Minus von zwei oder drei Prozent. Und wie erfolgreich haben sich Ihre Mitgliedsfirmen in der Krise selbst geholfen? Ich kann den Unternehmen nur mein Lob aussprechen. Die Anpassungs- und Innovationsleistung der deutschen Automobilindustrie ist einzigartig. Deswegen sind auch diejenigen, die die größten Sorgen hatten, erfolgreich durch die Krise gekommen - zu nennen wären etwa die Hersteller von Anhängern und Aufbauten. Diese Firmen hatten in den kritischen Monaten Umsatzrückgänge von bis zu 90 Prozent zu verkraften. Oder denken Sie an die Lkw-Hersteller: Die hatten zeitweise mehr Ab- als Neubestellungen. Wie werden sich Ihre Mitgliedsunternehmen künftig auf solche extremen Marktschwankungen einstellen? Wichtig sind flexible Strukturen in der Produktion, aber auch bei der Beschäftigung. Dass wir Zeitarbeit und flexible Beschäftigungsmodelle brauchen, steht außer Frage. Wir hatten in der Krise aber zwei Grundprinzipien, die auch künftig gelten. Das eine lautet: Die qualifizierte Stammbelegschaft halten. Das andere lautet: Die Investitionen in Forschung und Entwicklung weiterhin auf sehr hohem Niveau halten. Was wir heute in Forschung und Entwicklung investieren, sichert morgen den Markterfolg.

Datum

3. September 2010
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