Test: Isuzu NPR: Alternative aus Fernost

Im Straßenverkehr fällt er auf wie ein bunter Hund, der Isuzu-N. Nicht nur wegen seines knallgelben Kastens.

In der sechsten Modellgeneration, die der Hersteller zur IAA im vergangenen Jahr vorgestellt hat, ist der Leicht-Lkw nunmehr auf der Straße. Die Grundlagen, auf denen die N-Serie fußt, sind freilich dieselben geblieben.

Als leichtes Nutzfahrzeug orientiert sie sich an traditionellem Lastwagenbau. Dazu gehören Frontlenker-Konzept, robuster Fahrgestellrahmen, eine zu kippende Kabine, Zwillingsbereifung und Motorbremse. Hinzu  fügen sich Bestandteile aus moderner Nutzfahrzeugproduktion in Fernost. Radstand Auf dem deutschen Markt bietet Isuzu den NPR als 6,2-Tonner mit 3.395 Millimeter langem Radstand und Einzel- oder Doppelkabine an. Mit einem Radstand von 3.845 Millimeter gibt es zudem eine Version des 6,2-Tonners nur mit Einzelkabine. Als 7,5-Tonner fährt der NPR mit drei verschiedenen Radständen vor. Jeweils als Einzelkabiner gibt es den Isuzu mit 3.365 und 3.845 sowie 4.475 Millimeter Radstand. Die Version mit 4.475 Millimeter Radstand ist zusätzlich als Doppelkabiner mit sieben statt drei Sitzplätzen zu haben. Kabine Zwischen den großen, abgeschrägten Augen des Isuzu spannt sich ein breiter Kühlergrill mit sechs Lufteinlässen. Darunter sitzt ein schmaler, in Wagenfarbe lackierter Stoßfänger, der jeweils an den Ecken Nebelscheinwerfer aufnimmt. Abgesehen von einigen aerodynamischen Feinarbeiten hat sich außen  an der 2.040 Millimeter breiten Standard-Kabine nicht allzu vie geändert (für die Varianten bis 5,02 Tonnen Gesamtgewicht hat Isuzu aber eine 1,815 Millimeter breite Kabine neu im Programm). Über eine niedere Trittstufe gelangt der Fahrer ins Innere. Dort wird schnell klar: Der N ist ein Malocher, ein Lastenesel für den Transportalltag mit schlichter Ausstattung und viel Plastik. Hoher Lkw-Komfort oder gar Pkw-Anmutung interessieren den Isuzu nicht. Die neu gestalteten Instrumente sind trotz leichter Spiegelungen noch gut ablesbar. Rechts daneben in der Mitte der Armaturentafel sind neben dem Radioschacht zwei weitere DIN-Schächte für elektronische Geräte vorgesehen. Schalter und Hebel liegen dort, wo es der Fahrer erwartet. Der Verstellbereich des Fahrersitzes ist auch für größere Fahrer noch ausreichend. Zusammen mit der höhen- und neigungsverstellbaren Lenksäule findet der Fahrer eine verhältnismäßig ermüdungsfreie Position. Den Blick nach hinten erleichtern großformatige Außenspiegel. Doch fehlt aber ein Weitwinkelsegment zumindest auf der Fahrerseite. Dreipunktgurte und Gurtstraffer bietet der Isuzu allerdings nur an den äußeren Plätzen, der Beifahrer in der Mitte muss sich mit einem Nierengurt begnügen, ein Knie-Prallpolster gibt es ausschließlich für den Fahrer. Doch dafür kommt der 6,2-Tonner entsprechend schnell zum Stehen. Reifen -  Bremsen Wie auch  der 7,5-Tonner steht er auf 17,5-Zoll-Rädern. Für die Verzögerung sorgen Scheibenbremsen rundum mit 293 Millimeter Durchmesser. Hingegen sind die 7,5-Tonner an der Hinterachse mit Trommelbremsen ausgerüstet. ABS, elektronische Bremskraftverteilung und Antischlupfregelung gibt´s dafür generell serienmäßig, ESP allerdings auch nicht gegen Geld. Motor Das gekippte Fahrerhaus gibt den Blick frei auf den 3,0 Liter großen Commonrail-Direkteinspritzer mit 150 PS im 6,2-Tonner (den 7,5-Tonner treibt ein 5,2 Liter großer und 190 PS starker Commonrail-Diesel an). Der Drei-Liter-Diesel überzeugt durch sein lebhaftes Temperament in Verbindung mit dem 6-Gang-Schaltgetriebe. 375 Nm Drehmoment, die schon bei 1600 Touren anliegen, bringen den Isuzu mächtig auf Trapp. Damit lässt es sich zur Not auch noch an deutlichen Steigungen im zweiten Gang anfahren, der Motor zieht souverän aus fast jeder Drehzahl, auch dank der richtigen Übersetzung des Isuzu.

Allein das Geräuschniveau des Diesels fällt unangenehm auf. Das liegt einerseits an einer recht sparsam eingesetzten Dämmung, andererseits aber auch an der Laufkultur des Motors. Bei bestimmten Drehzahlfrequenzen fängt er vernehmlich zu Brummen an. Trotz gekühlter Abgasrückführung und einem Partikelfilter reicht es nur für den Abgasstandard Euro 4, das gilt ebenso für den 5,2-Liter-Motor im 7,5-Tonner. Modellprogramm - Preise

Insgesamt unverändert ließ der Hersteller das breit angelegte Modell-Programm der N-Serie. An die NPR-Fahrzeuge fügen sich die Varianten mit 5,02 Tonnen und 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht, mit  unterschiedlichen Radständen, Kabinen und Auslegungen des Chassis. Insgesamt 18 mögliche Kombinationen sind es laut Hersteller. Mit den jeweiligen Aufbauvarianten wie  Koffer, Pritsche, Kipper, Plane oder Abschlepper ergibt sich daraus der Isuzu nach Maß. Und das zu einem durchaus attraktiven Preis: 26 900 Euro für das Fahrgestell mit Standard-Kabine und kurzem Radstand sind schließlich ein Angebot. Technische Daten: Isuzu NPR/N62 Motor Commonrail-Direkteinstritzer mit VGS-Turbolader und Ladeluftkühlung, gekühlte Abgasrückführung, Partikelfilter, Euro 4
Hubraum 2.999
Zylinderzahl 4
Nennleistung 110 kW (150 PS) bei 2.800/min.
Drehmoment max. 375 Nm bei 1.600/min Kraftübertragung Mechanisches Sechsgang-Schaltgetriebe MYY6S, Übersetzung 5,979 - 0,759, Differential-Übersetzung 4,556  Fahrwerk Vorne und hinten Starrachse, Blattfedern mit Stabilisator, servounterstützte Kugelumlauflenkung, Bereifung Vorder- und Hinterachse 215/75 R17,5 Bremsen Hydraulische Zweikreis-Bremsanlage, vorne und hinten Scheibenbremsen 293 x 40 mm, (vorne innenbelüftet)) mechanische Feststellbremse (Trommel) auf Kardanwelle wirkend Maße und Gewichte Radstand 3.395/3.845 mm
Spurweite vorne/hinten 1.680/1.525 mm
Gesamtlänge 6.085/6.735 mm
Leergewicht (Fahrgestell inkl. Standard-Einzelkabine) 2.365/2.415 kg
Zul. Gesamtgewicht 6.200 kg
Zul. Achslast vorne/hinten 3.100/4.600 kg
Zul. Anhängerlast gebremst/ungebremst 3.500/750 kg

Datum

9. Juli 2009
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