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Transportwelt: Der Palettentausch ist Out

Die Palette ist Verpackungsmaterial und gehört zur Sendung. Die Spedition darf damit nichts mehr zu tun haben. Davon ist Wolfgang Römer, Geschäftsführer von Bursped, überzeugt. Im Interview mit transaktuell.de erklärt er, warum der Ausstieg aus dem Palettentausch unumgänglich ist. transaktuell.de: Herr Römer, Sie plädieren für eine Ausstieg aus dem Palettentausch. Inwiefern hilft Ihnen dabei das neue Gutachten des Deutschen Speditions- und Logistikverbands? Römer: Wichtig ist, dass von ihm folgende Botschaft ausgeht: Wir können es uns nicht länger leisten, mit dem leidigen Palettenproblem zu leben. Die Palette ist Verpackungsmaterial und gehört zur Sendung. Folglich muss ihre Rückführung zwischen Versender und Empfänger geregelt werden. Die Spedition darf damit nichts mehr zu tun haben. Sie hat ja auch kein Vertragsverhältnis mit dem Empfänger und damit erst recht keinen Rückgabeanspruch. transaktuell.de: Ist der Palettentausch also überholt? Römer: Das Verfahren entspricht nicht mehr den Anforderungen und ist völlig überholt. Alle Welt spricht vom Palettentausch. Doch werden die Tauschkriterien nirgendwo eingehalten. Wir liefern dem Versandkunden nur neue und Erste-Wahl-Paletten, weil er nichts anderes annimmt, erhalten vom Empfänger aber entweder gar keine oder nur schlechte Paletten zurück. Dann bekommen wir Palettenscheine und dürfen die Schulden eintreiben. Aufwand und Kosten sind immens. Das Ganze darf daher nicht länger auf unserem Rücken ausgetragen werden. transaktuell.de: Um welche Kosten geht es? Römer: Es hat ja inzwischen die Runde gemacht, dass eine Spedition in der Größe von Bursped alleine durch den Palettentausch eine Verlustquote von 250.000 bis 300.000 Euro pro Jahr verkraften muss - nicht nur durch Diebstahl und Verluste, sondern auch durch schlechte Qualität. Hinzu kommt eine Palettenabteilung, die noch einmal rund 200.000 Euro im Jahr verschlingt. Das kann sich keiner mehr erlauben. Man hat uns die Dieselzuschläge reihenweise gekürzt. Und mit der Maut sind wir auch noch längst nicht durch. Um so mehr lastet der Moloch Palette auf uns. Deshalb ist jetzt der richtige Zeitpunkt, dass ein Zeichen gesetzt wird.

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Foto: photo 5000/Fotolia.com

Datum

2. Februar 2009
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