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Stückgutkooperation IDS: Schneller zum Endkunden

Ein Tag statt drei bis vier Tage von Haus zu Haus – IDS will ab August die Laufzeit von Sendungen an Privatkunden deutlich verkürzen. Möglich macht es die Umstellung des Kundenkontakts von Telefon auf E-Mail.

Die Stückgutkooperation IDS Logistik baut ihren Service für Privatkunden (B2C) weiter aus. Sobald  der Versandspediteur die Sendung abgeholt und in seinem Lager gescannt hat, erhält der Endkunde künftig eine automatisch erzeugte E-Mail mit genauen Sendungsdaten und einem vierstündigen Zeitfenster für die Zustellung. Damit entfällt für die Empfangsspedition die häufig zeitraubende Terminvereinbarung am Telefon. Starten soll dieser verbesserte B2C-Service zum 1. August.

Der Kunde ist nicht nur rascher informiert, wann er mit seinem Fernseher, Kühlschrank oder Fitnessgerät rechnen kann. Er bekommt die Sendung auch deutlich früher. IDS sagt bei Entfernungen bis 600 Kilometer einen 24-Stunden-Service zu, bei weiteren Strecken sind es 48 Stunden.

Doch selbst die Laufzeit von 48 Stunden stellt einen deutlichen Zeitgewinn dar. Denn aktuell sind Sendungen für Privatkunden von Haus zu Haus nach IDS-Angaben drei bis vier Tage unterwegs. "Das liegt daran, dass sie im Schnitt 2,2 Tage in der Halle liegen", erläutert IDS-Geschäftsführer Dr. Michael Bargl im Gespräch mit trans aktuell.

Sendungen müssen tagelang warten

Denn nicht immer erreichen die Mitarbeiter im Empfangsdepot den Kunden sofort, sondern bekommen ihn vielfach oft erst beim zweiten, dritten oder gar vierten Versuch ans Telefon. Entsprechend lange verweilt das Packstück im Lager und raubt der ­Spedition dort Platz. Angesichts von 4.000 B2C-Sendungen, die IDS täglich abwickelt, kann man sich ausmalen, wie viel Lagerfläche dadurch gebunden ist. Jede zehnte Sendung innerhalb des Netzwerks geht inzwischen an Privathaushalte. Vor vier Jahren, als der BC2-Service an den Start ging, war die Quote noch halb so hoch.

IDS-Geschäftsführer Bargl ist überzeugt, dass das Avis per Mail die zeitgemäße Ansprache des Empfängers ist. "So können wir ihn überall erreichen", sagt er und weist auf einen Probelauf mit der neuen Technik hin. In diesem Test hätten zwei Drittel der Empfänger ihr Avis mobil auf dem Smartphone abgerufen, nur ein Drittel über den Rechner.

Gezeigt habe der Test auch, dass es in der Regel keinen zweiten Zustellversuch mehr braucht. "93 Prozent der Sendungen konnten beim ersten Mal ausgeliefert werden", berichtet Bargl. Ist der Kunde im avisierten Zustellfenster nicht zu Hause, kann er ein neues Zeitfenster wählen. Dafür geht er einfach auf einen Link in der Benachrichtungs-Mail, der zum IDS-Avis-Portal führt.

Dynamisches Wachstum im B2C-Geschäft

Die IDS-Verantwortlichen sehen ihre B2C-Lösung auch als Wettbewerbsvorteil an. "Wir haben dadurch ein Alleinstellungsmerkmal", sagt Bargl. Er ist überzeugt, dass IDS sich damit besser im B2C-Markt positionieren und einen noch größeren Teil vom Kuchen abschneiden kann. Im Privatkundengeschäft falle das Wachstum besonders dynamisch aus. "Das Teilsegment B2C wächst jedes Jahr zweistellig."

IDS habe hier erfolgreich Fuß gefasst und brauche sich nicht zu verstecken. "Wir stehen dem Service der Paketdienste in nichts nach", sagt Bargl. Eine Konkurrenz sieht er in ihnen nicht – denn ihr Metier sei das Paket, während sich die Kooperation aus Kleinostheim auf Sendungen über 30 Kilogramm konzentriert.

Und sollte die Sendung mal besonders schwer ausfallen, kommt der Service B2C Home zum Tragen. Dann sind zwei Mann zur Stelle, die die Sendung bei Bedarf auch in den dritten Stock befördern. Das sind dann aber keine Fahrer von IDS-Partnern, sondern Mitarbeiter des Hermes Einrichtungsservice, mit dem IDS bei der Endkundenzustellung zusammenarbeitet – ebenfalls angespornt vom Servicegedanken.

Matthias Rathmann, trans aktuell Chefredakteur

Autor

Foto

Holger Kresslein

Datum

21. Mai 2015
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