Studie zur Fahrerbelastung Zoom

: Studie zur Fahrerbelastung

Die Arbeit von Lkw-Fahrern ist oftmals gekennzeichnet durch lange und unregelmäßige Arbeitszeiten, hohen Zeit- und Termindruck, körperliche Beanspruchung sowie fahrt- und verkehrsbezogene Bedingungen, die als belastend erlebt werden.

In einer Befragungsstudie der Bundesanstalt für Straßenwesen wurden die wesentlichen Arbeitsbedingungen, das Belastungserleben, das Stressbewältigungsverhalten, Aspekte des Fahrverhaltens und die Verkehrsauffälligkeit von 555 hauptberuflichen Lkw-Fahrern erfasst. Im Mittel arbeiten die befragten Fahrer 63,2 Stunden pro Woche, davon sind 46,6 Stunden reine Fahrzeiten. Mehr als ein Drittel der Fahrer (36 Prozent) gibt an, Probleme mit Einhaltung der vorgeschriebenen Pausen und Ruhezeiten zu haben. Am stärksten fühlen sich die Fahrer durch verkehrliche Rahmenbedingungen ihrer Tätigkeit belastet. Unzureichende Park- und Rastmöglichkeiten, hinderliches, riskantes oder aggressives Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer, schlechte Straßen und hohe Verkehrsdichte und Staus werden als außerordentlich belastend erlebt. Je höher die wöchentliche Arbeitszeit, Fahrzeit und Fahrleistung und je unregelmäßiger die Arbeitszeiten sind, je länger die Fahrer nicht nach Hause kommen und je mehr Tätigkeiten die Fahrer zusätzlich zur reinen Fahrtätigkeit ausführen müssen, desto stärker fühlen sie sich belastet. Es wurden sechs Fahrertypen identifiziert. Für die Verkehrssicherheit sind insbesondere der „Draufgänger-Typ“ (zehn Prozent der befragten Fahrer) und der „gestresste Typ“ (26 Prozent) bedeutsam: Beide Fahrertypen gehen aggressiv-konfrontativ mit Stress um, begehen überdurchschnittlich häufig Fahrfehler und Verstöße und weisen eine überdurchschnittliche Unfallverwicklung auf. Der „sicherheitsbewusste Typ“ (zwölf Prozent) als verkehrssicherster Fahrertyp verhält sich dagegen auch bei Stress sicherheitsorientiert und kann am besten mit Belastungen umgehen. Entsprechend wenig Fahrfehler und Verstöße begeht er und ist selten in Unfälle verwickelt. Auch der „selbstkritische Typ“ (neun Prozent) zeigt ein sicherheitsorientiertes Verkehrsverhalten. Jedoch ist er sehr belastet und es steht eine negative emotionale Beschäftigung mit der Fahrertätigkeit im Vordergrund. Der „gleichgültige Typ“ (zwölf Prozent) und der „unauffällige Typ“ (31 Prozent) zeigen kein auffälliges Verkehrsverhalten. Auf Basis der Studie entwickelte eine Gruppe von Experten erste Gegenmaßnahmen. So sollte in der Aus- und Weiterbildung das Thema „Stress und Stressbewältigung“ intensiviert werden. Neben den Fahrern selbst sollten auch weitere für den Transport Mitverantwortliche (zum Beispiel Disponenten, Verlader) qualifiziert werden. Ein weiterer Schwerpunkt wird in einer konsequenten Umsetzung der Sozialvorschriften und der Vorschriften des Arbeits- und Gesundheitsschutzes gesehen, sowie in gezielten Straßen- und regelmäßigen Betriebskontrollen. Wichtig erscheinen ebenfalls die Schaffung eines ausreichenden Parkplatzangebotes sowie der Einsatz telematischer Park- und Verkehrsleitsysteme. Text: Michael von Maydell Datum: 26.03.2010

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26. März 2010
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