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Start-ups: Viele Messe-Küken auf der Transport Logistic

Start-ups sind inzwischen nicht nur in der Logistikbranche, sondern in diesem Jahr auch auf der Transport Logistic angekommen. 2017 sind viele zum ersten Mal mit einem eigenen Stand vertreten.

Das Ziel der meisten Start-ups auf der Messe: Kunden und Investoren finden. Denn eine gute Idee ist das eine, für den Erfolg braucht es auch einen hohen Bekanntheitsgrad und viele Kontakte. "Wir hoffen auf direktes Feedback zu unserer Lösung", erklärt Maximilian Rabl, Geschäftsführer des Start-ups Loadfox, gegenüber trans aktuell. Loadfox (Halle A5, Stand 108) ist seit Oktober 2016 auf dem Markt und kombiniert unter der Kurz-Beschreibung "Mitfahrzentrale für Fracht" Teilladungen aus dem Netzwerk der Partnerspeditionen zu profitablen Touren. Für das Team ist die Messe ein Heimspiel, denn der Firmensitz befindet sich ebenfalls in München. Entsprechend wird laut Rabl auch jeder Mitarbeiter mindestens an einem Tag vor Ort sein.

Auf der IAA Nutzfahrzeuge im vergangenen Jahr war Loadfox auch schon vertreten, allerdings auf dem Stand des Investors MAN. Denn Loadfox kooperiert mit RIO, der digitalen Plattform des Fahrzeugherstellers, die noch in diesem Jahr an den Start gehen soll (siehe Bericht S. 18). Darum bieten die Loadfox-Mitarbeiter auch am Stand von MAN die Möglichkeit zum Austausch an. Rabl hat aber ebenso die "Konkurrenz" im Blick: "Wir wollen auf der Messe andere Start-ups kennenlernen, vielleicht ergeben sich Kooperationen." Die Kosten im fünfstelligen Bereich und die zeitintensive Vorbereitung nimmt das Team in Kauf. Zudem erwarte die Besucher am Loadfox-Stand eine besondere Überraschung – was sich genau dahinter verbirgt, will Rabl aber noch nicht verraten. 

Synfioo ist auf dem Stand von RIO und MAN vertreten

Ebenfalls an der Plattform RIO ist das Start-up Synfioo (Halle A5, Stand 303/404) beteiligt. Daher sind die Jungunternehmer auf dem Stand von RIO und MAN vertreten. Das System zur Überwachung von Transportstörungen wie Staus oder unvorhergesehenen Wartezeiten ist seit vergangenem Sommer im Praxiseinsatz. Gegründet haben Marian Pufahl, Anne Baumgraß und Andreas Meyer das Start-up im Oktober 2015. Auf der Transport Logistic sind sie somit auch zum ersten Mal. "Wir wollen dort vor allem unser Produkt präsentieren, Marktinformationen und Trends sammeln", erklärt Geschäftsführer Pufahl. Die Planungen für den Messeauftritt laufen bereits seit Anfang März.

Pamyra tüftelt seit Wochen am ersten Messeauftritt

Auch das Start-up Pamyra (Halle B2, Stand 229A) tüftelt schon seit Wochen am ersten Messeauftritt. Die beiden Gründer Felix Wiegand und Steven Qual vermitteln über ihre Online-Plattform Versender und Spediteure. Seit Januar ist die Website online, Wiegand will die Messe daher vor allem zur Akquise nutzen. Gesponsort wird der Stand von ihrem Investor, dem Europäischen Innovations- und Technologieinstitut (EIT). Nur aufgrund dieser Finanzspritze hat das Team die Möglichkeit eines eigenen Messestands.

Während sich Pamyra, Synfioo und Loadfox erst einmal auf den deutschen Markt konzentrieren wollen, führt die digitale Spedition Instafreight (Halle A4, Stand 327) laut Geschäftsführer Philipp Ortwein auch schon europaweite Transporte durch. "Unser Messestand ist daher komplett auf Englisch", erklärt Ortwein. Als Investor des Start-ups fungiert Rocket Internet. Hinter dem Beteiligungsunternehmen stehen die Gebrüder Samwer, die auch schon Zalando auf den Weg brachten.

2016 entdeckten sie mit Instafreight die Logistikbranche für sich. Über die digitale Plattform können Versender Transporte vollständig online zu Festpreisen buchen. "Zunächst hat sich unser Angebot an kleine und mittlere Versender gerichtet, nun haben wir auch größere Verlader im Blick", erklärt Ortwein. Auf der Messe wollen er und sein Team entsprechend neue Kontakte unter Verladern knüpfen, aber auch weitere Speditions-Partner finden. "Zu diesem Zweck erklären wir vor Ort den kompletten Buchungs- und Abwicklungsprozess", sagt Ortwein.

Podiumsdiskussion mit den Newcomern

Ortwein nimmt auch an der Podiumsdiskussion der Bundesvereinigung Logistik (BVL) teil, die am Donnerstag, 11. Mai, im Rahmen des Konferenzprogramms der Transport Logistic stattfindet. Zum Thema "Newcomer in der Logistik" diskutieren unter anderem Thomas Hahn vom Start-up Swoplo (Halle B2, Stand 223/224) und Michael Wax, Mitbegründer von Freighthub, einer digitalen Frachtspedition mit dem Schwerpunkt Seefracht-Transporte.

Thomas Hahn bietet mit Swoplo ein Onlineportal für Lademittel. "Wir bilden ein branchenübergreifendes Lademittelnetzwerk ab", erklärt Vorstandsmitglied Hahn. Damit könnten unnötige Transporte vermieden und Entfernungen verkürzt werden. Das Start-up tummelt sich seit Januar 2016 auf dem Markt. "Wir werden vor Ort unser Portal live vorstellen und Interessierte rund um das Thema Lademittellogistik beraten", sagt Hahn. Die Sammlung zeigt: Start-ups haben ihren festen Platz auf der Transport Logistic gefunden – Vorhang auf für die Newcomer.

Franziska Niess

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Datum

3. Mai 2017
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