Anton Sießmair, Spedition, Aichach Zoom
Foto: Franziska Niess

Spedition Sießmair

Immer in Bewegung

Anton Sießmair von der gleichnamigen Spedition und Lkw-Werkstatt setzt sich auch mit 73 Jahren nicht zur Ruhe.

Umgeben von Wald, Feldern und Wiesen liegt das Dorf Gallenbach, das zur bayerischen Stadt Aichach im Regierungsbezirk Schwaben gehört. Über die Bundesstraße 300 gelangt man innerhalb weniger Minuten auf die Autobahn A 8.

Der perfekte Ausgangspunkt für eine Spedition, der aber auch viel Lebensqualität verspricht. Kein Wunder, dass Anton Sießmair nie woanders leben wollte. Das Thema Transport liegt dem 73-Jährigen in den Genen. Schon sein Großvater lud die vollen Milchkannen der Aichacher Bauern auf, fuhr sie zur nächstgelegenen Molkerei und wieder zurück. Zunächst mit dem Pferdegespann, später per Traktor. Der Sohn tat es ihm gleich.

Anton Sießmair jedoch gründete mit 19 Jahren seine eigene Spedition, kaufte zwei Kipper und zwei Tankzüge: "Das war ein Sprung ins kalte Wasser mit null Erfahrung." Die Anfänge waren hart, doch es ging schnell bergauf. Mit 22 Jahren begann er, die Papierfabrik im rund 70 Kilometer entfernten Ettringen mit Schweröl zu versorgen.
In dieser Zeit lernte er auch seine spätere Ehefrau Sophie kennen, die ihn bis heute tatkräftig unterstützt. Während der 1980er-Jahre verfügte Sießmair schließlich über eine Flotte von 35 Fahrzeugen.

Statt Schweröl nun Rohstoffhandel

Neue Raffinerie-Techniken verdrängten allerdings das Schweröl, Sießmair musste sich umorientieren und stieg deshalb in den Rohstoff-, Kalk- und Zementhandel ein. Der Spediteur eröffnete eine Niederlassung im tschechischen Pilsen, die jedoch im Jahr 2002 wieder aufgelöst wurde. Seit dem Bau des Container-Terminals in München-Riem be- und entladen die Fahrzeuge von Sießmair außerdem die Tankcontainer im bayrischen Raum und den angrenzenden Ländern.

Bereits im Jahr 1981 kam dann das zweite Geschäftsfeld hinzu: Sießmair gründete eine Lkw-Reparaturwerkstatt, geführt von Kfz-Meister und Prokurist Peter Greif.Mittlerweile zählt die Werkstatt 32 Mitarbeiter. Fahrtwind nahm das Geschäft vor allem im Jahr 2004 auf, als Sießmair die Vertretung für den Lkw-Hersteller DAF übertragen bekam.
20 weitere Vertretungen sind mittlerweile dazugekommen. "Wir reparieren Fahrzeuge ab 3,5 Tonnen, dazu bieten wir einen Pannenservice", erklärt Peter Greif. Notdienste wie ITS und Service24 geben Pannen durch, in einem Umkreis von 100 Kilometern brechen Sießmairs Mitarbeiter auf, um zu helfen.

Und diese Hilfe geht über das "normale" Maß hinaus: Im Bürogebäude bieten die Sießmairs Unterschlupf für Fahrer, deren Lkw in der Werkstatt steht. Der persönliche Kontakt war der gesamten Familie schon immer ein Anliegen.

Mit von der Partie sind im Betrieb Sießmair mittlerweile nicht mehr nur Anton Sießmair und seine Frau Sophie – auch die nächste Generation steht in den Startlöchern: Tochter Barbara (27) kümmert sich um das Speditionsgeschäft, Sohn Manfred (41) ist Ingenieur und Kfz-Meister. Er arbeitete nach seinem Studium zehn Jahre in der Industrie und wird nun die Werkstatt weiterführen.

Ruhestand ist keine Option

Anton Sießmair könnte sich somit zur Ruhe setzen. Doch das ist für den 73-Jährigen keine Option. Immerhin hat er zwei Hobbys, die ihm nicht nur Spaß machen, sondern die sich auch finanziell lohnen. Zum einen ist das der Handel mit Fahrzeugen. "Ich kenne viele Transportunternehmer, die mir Fahrzeuge anbieten, und ich verkaufe sie weiter", erklärt Sießmair.

Zum anderen gehören dem Spediteur mehrere Grundstücke im Umkreis, allein im nahegelegenen Gewerbegebiet zählt er eine Freifläche von 24.000 Quadratmetern zu seinem Besitz. Zwei Hallen mit Bürofläche in einer Gesamtgröße von 3.000 Quadratmetern hat er dort schon gebaut und sie an verschiedene Kunden vermietet.
Selbst gebaut sind die Hallen im wortwörtlichen Sinne: Sießmair hat sich vier Kipper gekauft, einen Radlader und eine Walze. Bei Wind und Wetter, ob minus 20 oder plus 35 Grad, werkelt er den ganzen Tag auf der Baustelle – und ist trotzdem noch in seiner Firma präsent. Der Begriff Ruhestand mag da nicht so recht passen. Doch das ist auch nichts für Anton Sießmair, der seit 1964 seinen Betrieb führt – von Gallenbach aus. Immer am selben Ort, doch ständig in Bewegung.

Das Unternehmen

  • Werkstatt und Spedition befinden sich am selben Standort in Gallenbach, einem Stadtteil von Aichach
  • Im Jahr 1964 von Anton Sießmair gegründet
  • 20 Fahrzeuge
  • Schwerpunkt: Chemie/Gefahrgut
  • Dekra-Mitglied seit 1966, Dekra nimmt 400 Fahrzeuge im Jahr ab, täglich ist ein Prüfingenieur vor Ort
Franziska Niess

Datum

24. Februar 2017
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