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Spedition Pabst: Generation 20 plus

Bei der Spedition Pabst aus Gochsheim bei Schweinfurt ist eine lange Betriebszugehörigkeit keine Seltenheit. Viele Mitarbeiter sind schon länger als 20 Jahre mit an Bord.

Ob er seine Mitarbeiter überhaupt alle kennt? "Aber selbstverständlich", sagt Hans Pabst. Er sei schließlich schon seit 27 Jahren im Unternehmen tätig. Bereits als kleiner Junge sei er dort ein- und ausgegangen. "Die Firma war quasi mein Sandkasten", sagt der Geschäftsführer von Pabst Transport aus Gochsheim bei Schweinfurt. Er kenne nicht nur die Mitarbeiter, sondern von vielen auch Familien und Kinder. Alle zwei Jahre lädt Pabst zum traditionellen Sommerfest nämlich auch den Anhang ein.

Bei einer Größenordnung von 400 Mitarbeitern muss diese Frage aber erlaubt sein. Denn Pabsts Fahrer bestätigen, dass der Kontakt mit dem Firmenchef keine Selbstverständlichkeit ist. Sie berichten von Kollegen in anderen Unternehmen, die ihre Geschäftsführer noch nie zu Gesicht bekommen hätten.

Firmenchef versteht sich als Teamplayer

Pabst kann sich darüber nur wundern. "Ich verstehe mich als Teamplayer, dem der Kontakt zu seinen Mitarbeitern sehr wichtig ist", sagt er. Mit einem großen Teil der Belegschaft ist er per Du. Er habe vor seinen Leuten keine Geheimnisse und spricht vor ihnen auch über Umsatz und Strategien. Im Übrigen kennt er nicht nur seine Fahrer, sondern ist auch darüber im Bilde, auf welchen Fahrzeugen sie sitzen und welche Touren sie fahren. "Das alles kann ich mir über das jeweilige Kennzeichen merken."

Die Mitarbeiter wissen den guten Draht zum Chef und die flachen Hierarchien zu schätzen – und halten der Firma entsprechend die Treue. Ein Dutzend Mitarbeiter ist bereits 20 Jahre und länger im Unternehmen. Zur "Generation 20 plus" gehören zum Beispiel die Berufskraftfahrer Michael Maas (48) und Werner Rumstich (59) im Unternehmen. Noch länger mit dabei sind ihre Kollegen Bernhard Büttner (48 Jahre alt, 25 Jahre im Betrieb), Heinrich Feser (60/23), Harald Otto (62/22), Rainer Reitz (48/22), Roland Schuler (50/21) und Dieter Weger (54/22). Die 20 längst überschritten haben darüber hinaus die Leitstand-Mitarbeiter Wolfgang Böhm (48/24) und Thomas Kliem (59/23), der Bereichsleiter für Lager und Logistik, Wolfgang Keller (46/23), sowie der technische Leiter Alfred Ulbrich (51/28).

Prokurist Ulbrich feiert Silberhochzeit mit der Firma

"Vor drei Jahren habe ich Silberhochzeit mit der Firma gefeiert", scherzt Prokurist Ulbrich. In dieser Zeit habe er das Unternehmen wachsen und gedeihen sehen. Als er begann, umfasste die Pabst-Flotte drei Fernverkehrs-Lkw, ein Verteiler­fahrzeug, einen Zementmischer und sechs Kipper. Heute beläuft sich der Fuhrpark auf 210 Einheiten. Die Fahrzeuge erfüllen alle Euro 5 und sind im Schnitt gerade mal 2,3 Jahre alt. Die Hälfte der ziehenden Einheiten stammt aus dem Hause MAN, die andere von Volvo.

Doch warum binden sich Fahrer, die ja ständig umworben werden, so lange an ein Unternehmen? "Das Gesamtpaket stimmt", betont Werner Rumstich. Der Fuhrpark sei modern, das Unternehmen habe eine eigene Waschstraße und Werkstatt und - auch nicht ganz unwichtig: Das Geld komme immer pünktlich. Außerdem, so ergänzt sein Kollege Roland Schuler: "Nach 20 Jahren wechselt man nicht mehr ohne Weiteres."

Bezahlung über Tarif und 30 Tage Urlaub

Das Geld kommt nicht nur pünktlich. "Wir zahlen auch über Tarif", erklärt Firmenchef Pabst. "Und jeder Mitarbeiter hat Anspruch auf 30 Tage Urlaub." Außerdem gebe es zwei Prämiensysteme, die es den Mitarbeitern ermöglichten, etwas hinzuzuverdienen. Das eine orientiere sich an der Dauer der Betriebszugehörigkeit – auch das ein Ansatz, um die Mitarbeiter an den Betrieb zu binden. Das andere sehe Zulagen für schadenfreies und Sprit sparendes Fahren vor. Ein weiterer Mehrwert entsteht den Mitarbeitern dadurch, dass Pabst für die Schulungen im Rahmen der Weiterbildung aufkommt und ihnen pro Jahr einen Gutschein für Firmenkleidung schenkt. "Das Tragen der Kleidung ist keine Pflicht, es wird aber gern gesehen", sagt Hans Pabst.
 
Denn ob beim Beladen, am Steuer oder beim Kunden: Der Fahrer muss eine gute Figur machen. "Der Erfolg unseres Unternehmens hängt entscheidend von der Qualität unserer Fahrer ab", betont Pabst. Andernfalls sei das Qualitätsversprechen, das Teil des Logos ist und auf allen Fahrzeugen prangt, nicht zu halten. "Wir liefern Bestleistung", lautet der betreffende Slogan. Das gehe nur mit gut ausgebildeten Berufskraftfahrern, die das Fahrzeug und alles, was sonst zu ihrer Tätigkeit gehört, beherrschen, sagt Pabst.

Nachwuchsarbeit wird forciert

Da diese Fachleute nicht vom Himmel fallen, setzt die Firma aus Unterfranken seit Jahren auf erfolgreiche Nachwuchsarbeit. "Wir haben bislang weit über 100 Jugendliche in verschiedenen Berufsbildern ausgebildet", bilanziert der Geschäftsführer. Sechs bis acht angehende Berufskraftfahrer stellte er bislang pro Lehrjahr ein. Doch nun sattelt er noch mal eins drauf: "Unser neues Ziel sind 15 Berufskraftfahrer-Azubis pro Jahr, 2012 wollen wir diese Zahl zum ersten Mal erreichen."

Trotz des demografischen Wandels und der Konkurrenz durch andere attraktive Berufsbilder stellt Pabst aber nicht jeden Interessenten ein, der sich bewirbt. "Wir schauen uns die Leute schon genau an", sagt er. Beim Vorstellungsgespräch seien der Fuhrparkleiter und die Personalleiterin am Tisch. "Und am Schluss unterschreibt auch der Geschäftsführer." Für ihn sind die Mitarbeiter eben nicht nur Namen. Er will jeden von ihnen kennen – auch weiterhin.

Matthias Rathmann, trans aktuell Chefredakteur

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Rathmann

Datum

9. Mai 2012
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