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Spedition Frey: Von Ludwigshafen in die Welt

Die Spedition Frey stellt sich auf weiteres Wachstum ein. Sie stockt sowohl den eigenen Fuhrpark als auch den Anteil der Subunternehmer auf. Auch in der Logistiksparte läuft es rund, wie Projekte nach Norwegen und Chile zeigen.

Das Lager ist prall gefüllt. Die Freifläche ist bis auf den letzten Quadratmeter belegt. Und zu transportieren hat die Spedition Frey aus Ludwigshafen ebenfalls reichlich. Grund genug für Geschäftsführer Klaus Kretschmer, zuversichtlich in die Zukunft zu blicken. "Wir werden unseren Fuhrpark entsprechend der Nachfrage weiter vergrößern", sagt er im Gespräch mit trans aktuell. Derzeit setzt die Spedition, die 40 Mitarbeiter beschäftigt, 25 eigene Sattelzüge ein. 80 Prozent des Transportbedarfs erledigt das Unternehmen selbst.
"Analog dazu werden wir auch mehr Subunternehmer in den Festeinsatz aufnehmen", ergänzt Andreas Bachstädter, der als Mitglied der Geschäftsleitung bei der Firma beschäftigt ist. Zurzeit sind vier Unternehmer für Frey tätig. "Wir haben so hohe Volumina, dass wir Mengenzusagen einhalten können", erklärt Bachstädter.

Partner sollen im grenzüberschreitenden Verkehr unterstützen

Die Partner sollen die Spedition vor allem im grenzüberschreitenden Verkehr unterstützen. Hintergrund für den Ausbau des Subunternehmer-Anteils sei auch der Mangel an qualifiziertem Fahrpersonal. Firmenchef Kretschmer bezeichnet den Markt in der Metropolregion Rhein-Neckar als leer gefegt. Da sei es von Vorteil, dass zwei der Subunternehmer gute Kontakte zu bulgarischen und rumänischen Fahrern hätten, auf die sie zugreifen könnten. Frey selbst hat diese Kontakte nicht.

"Wohlfühlfaktor ist uns wichtig."

Da Fahrer rar sind, versucht Kretschmer, seine Mitarbeiter zu halten. "Der Wohlfühlfaktor ist uns wichtig. Wir pflegen die Verbundenheit zu unseren Fahrern etwa im Rahmen von Fleet-Checks oder bei unserer Weihnachtsfeier", sagt der Unternehmer. Die Lkw-Checks finden zweimal im Jahr statt und klingen in geselliger Runde aus. Aufgrund des Fahrermangels rückt auch die Nachwuchsarbeit stärker in den Fokus. Bildet die Firma schon länger Speditionskaufleute aus, hat die Dekra Akademie nun erstmals einen Berufskraftfahrer-Azubi zum Praktikum an Frey vermittelt.

Moderner Fuhrpark und übertarifliche Bezahlung

Kretschmer ist überzeugt, dass neben dem besonderen Klima in einem Familienunternehmen ein moderner Fuhrpark und eine übertarifliche Bezahlung gute Argumente für eine Beschäftigung bei Frey sind. Die Fahrer sind überwiegend innerdeutsch unterwegs und daher nie länger von zu Hause weg.

Der größte Teil des Transportbedarfs entfällt auf die Stahl- und Papierbranche. Im Papierbereich steuert die Spedition etwa die Bestände einer Wellpappefabrik in Grünstadt. Ein Frey-Mitarbeiter disponiert im Werk, was mit dem eigenen Fuhrpark oder festen Unternehmern transportiert wird beziehungsweise auf dem Sportmarkt vergeben wird. Im Stahlbereich sind Bleche für den Maschinenbau eine Spezialität der Firma. Frey kann sie bis zu drei Meter Breite unter Plane befördern.

Wachstumsbranche ist der Automotive-Bereich

Eine Wachstumsbranche für die Spedition ist ferner der Automotive-Bereich. Seit 2003 ist Frey bereits im Nachtexpress in der Händler-Versorgung für Mercedes-Benz tätig. Daneben pendeln die Fahrzeuge auch zwischen dem Motorenwerk in Mannheim und dem Lkw-Werk in Wörth. "Um den Bereich weiter auszubauen, haben wir vier neue Megatrailer angeschafft", sagt Tobias Frey, der Sohn von Firmengründer Heinrich Frey.

Und was ist, wenn die Sendung mal ein weiteres Wegstück bewältigen soll? Dann kommt Benedikt Eichner ins Spiel. Er leitet die Geschäfte der Logistiksparte und bietet Kunden das gesamte Spektrum an internationalen Beförderungen auf allen Verkehrsträgern an – seien es Bahntransporte nach Georgien oder Turkmenistan, Luftfracht in alle Herren Länder oder Lkw-Ladungen in den Iran.

Je ausgefallener der Kundenwunsch, desto mehr kann sich Eichner, dem eine Angestellte und ein Azubi zur Seite stehen, ins Zeug legen: Seit Dezember hat er ein Parkhaus, zerlegt in 120 Lkw-Ladungen aus Polen, Deutschland und Holland ins norwegische Stavanger befördert. Aktuell warten in einer Projekt-Verladung 400 Container auf ihre Verschiffung von Süddeutschland nach Chile. "In den Boxen befindet sich eine Fotovoltaikanlage für die Bergbauindustrie in 4.000 Metern Höhe", erklärt Eichner.

Guter Draht zu den Kunden

Wie man an diese Aufträge kommt? "Indem man einen guten Draht zu seinen Kunden hat", erwidern die Frey-Chefs. Sind sie mit den Leistungen der Spedition zufrieden, äußern sie  auch ausgefallenere Wünsche. Eichners Job ist es dann, diese umzusetzen – auf allen Verkehrsträgern und überallhin.


FREIE KAPAZITÄTEN

Das Lager der Spedition Frey ist gut gefüllt. Auf 5.000 Quadratmeter Fläche lagern etwa 3.500 Tonnen an Granulaten, in Big Bags abgefüllt und auf Paletten gestapelt. Das Unternehmen importiert die Ware aus Asien, veredelt sie und liefert sie bedarfsgerecht an den Chemieriesen BASF aus. Doch obgleich das Lager voll ist, kann das Unternehmen interessierten Kunden weitere Logistikflächen in Aussicht stellen. Zurzeit läuft ein Bebauungsplan für die 15.000 Quadratmeter große Freifläche. Die nutzt derzeit noch ein Mieter. In voraussichtlich einem Jahr hat Frey sie aber wieder zur Verfügung. Geschäftsführer Klaus Kretschmer kann sich vorstellen, darauf eine weitere Lagerhalle zu bauen. Alles sei möglich, der Kunde entscheide.

Matthias Rathmann, trans aktuell Chefredakteur

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rat

Datum

22. Mai 2014
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