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Saugcontainer für Späne: Späne-Meyer: Transport ums Holz

Späne-Meyer versteht sich als Experte für Transporte rund ums Holz. Dazu hat das Unternehmen aus Mölln sogar einen eigenen Saugcontainer für Sägespäne entwickelt.

Die Späne, die beim Hobeln fallen, gelten gemeinhin als Abfall. Nicht so bei den Gebrüdern Meyer aus Mölln in Schleswig-Holstein. Sie verdienen ihr Geld mit Säge-Restholz, also Spänen, und nutzen diese als Rohstoff. »Wir kaufen und verkaufen Holzpellets, Brennhölzer, Rindenmulch, Fein- und Grobspäne sowie Hackschnitzel als Beläge für Reitplätze und -hallen«, erläutert Geschäftsführer Olaf Meyer. »Und wir transportieren alles rund ums Holz.« Angefangen hat das Unternehmen 1989 mit einem einzigen Fahrzeug. Heute gehört zur firmeneigenen Speditionsabteilung eine Flotte von 45 Lkw, bestehend aus 40-Tonnern der Marken Volvo, Mercedes und MAN.
Späne-Meyer beliefert Kunden in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Niedersachsen sowie Dänemark und holt dort die Holzprodukte ab. Die Fahrer sind von Montag bis Freitag unterwegs, um Garten- und Landschaftsbauern Rindenmulch zu bringen oder bei Sägewerken, Holzmühlen und Tischlereien Säge- oder Hobelspäne abzuholen. Auch Zellstoff, Spanplatten und Brennholz befördert das Unternehmen. Die Touren sind in der Regel so geplant, dass es immer auch eine Rückladung gibt. Der Fuhrpark besteht aus einigen Saugfahrzeugen, die Meyers Vater speziell für diesen Einsatz konstruiert hat. Die Saugbehälter verfügen über ein Dach, das sich hydraulisch öffnen lässt, um so auch gröberes Material per Radlader aufnehmen zu können. Auf diese Weise lassen sich die Spezialfahrzeuge besser auslasten. Daneben gehören Schubboden-Lkw, Seitenkipper, Containerfahrzeuge und ein Pellet-Tankwagen zur Flotte.

»Wir stellen beispielsweise bei einigen Sägewerken Container auf, in die die Hobelspäne gepumpt werden. Sind diese voll, ruft uns der Kunde an und wir tauschen die Behälter aus«, sagt Meyer. Um einen reibungslosen Ablauf auf dem Betriebshof der Sägerei zu gewährleisten, stellt Späne-Meyer immer eine ausreichende Zahl an Leercontainern bereit. »Zu einem Stillstand beim Kunden darf es nicht kommen.«
Privatkunden beliefert das Unternehmen mit dem »kleinen Meyer«, einem wendigen 7,5-Tonner, der auch in engen Hofeinfahrten und schwer erreichbaren Wohngebieten sein Ziel erreicht. Meyer: »Ob Rindenmulch, Brennholz, Holzschnitzel oder Pellets, wir liefern alles direkt auf den Hof oder in den Keller.« Acht Kubikmeter Fracht kann der Kleinlaster transportieren.
Für Reparaturen und Wartungen wie Öl- oder Reifenwechsel betreibt Meyer eine eigene Werkstatt. Ein Schlosser-Meister und drei Gesellen reparieren dort auch die Container. »Nur von der Elektronik lassen wir die Finger«, erläutert der Firmenchef. Für die Haupt- und Abgasuntersuchungen kommt ein Sachverständiger ins Haus.
Die meisten Produkte liegen bei Späne-Meyer auf Lager, sodass Kunden auch die Möglichkeit haben, ihre Ware direkt in Mölln abzuholen. Spänebrickets oder trockenes Brennholz bevorratet das Unternehmen in einer 1.200 Quadratmeter großen Halle, alles andere findet auf dem vier Hektar großen Freigelände Platz. Dort steht auch eine große Siebanlage, die die Rinden in feine und grobe Sorten sortiert.
Zu einem neuen Standbein ist der Handel und die Belieferung mit Holzpellets geworden. »Die Holzpresslinge sind eine der kommenden alternativen Energien«, erläutert Meyer, der den Pellet-Markt durch die steigenden Energiekosten von Gas, Strom und Öl für zukunftsweisend hält. Daher kooperiert Späne-Meyer auch mit German-Pellets. 

Das Unternehmen liefert dazu Rohstoffe für die Pellets und kauft gleichzeitig das Produkt des Herstellers ab, um es dann zu vermarkten. Außerdem sind die Möllner für German Horse Pellets tätig, die Tiereinstreu-Produkte entwickeln und herstellen. »Wir beliefern Kunden somit auch mit Pferde- und Katzeneinstreu sowie Einstreu für Kleintiere«, sagt Meyer. Der Unternehmer ist froh, dass er nicht alleine auf das Transportgeschäft angewiesen ist. Nicht nur die Höhe der Lkw-Maut, die er kaum an seine Kunden weitergeben kann, macht ihm zu schaffen. Viele Konkurrenten würden Frachtraum zu Dumpingpreisen anbieten und damit das Geschäft kaputt machen, meint er. Wenn Kunden bei ihm nach Transporten fragen, fängt er erst einmal zu rechnen an. Schließlich soll am Ende des Tages auch etwas verdient sein. »Das machen aber leider nicht alle.« Mit den meisten seiner Kunden arbeitet Späne-Meyer schon lange zusammen. Trotzdem ging die weltweite Wirtschaftskrise nicht spurlos am Unternehmen vorbei. Von Juli des vergangenen Jahres bis zu diesem Februar ging Späne-Meyer in Kurzarbeit. Die Großindustrie habe geschwächelt, Sägereien waren durch den langen, harten Winter länger als üblich geschlossen. »Mit dem Tauwetter ging das Geschäft dann aber wieder aufwärts. Es läuft gut, wir sind aber noch nicht auf dem Niveau von 2008 angelangt«, berichtet Meyer. Er blicke jedenfalls zuversichtlich in die Zukunft – nun, da endlich wieder gehobelt wird.

Das Unternehmen
Die 1989 gegründete Firma Gebrüder Meyer startete mit einem einzigen Fahrzeug. Schon nach kurzer Zeit kam ein zweites hinzu, heute umfasst die Flotte 45 Lkw. 1991 nahm die eigene Speditionsabteilung ihre Arbeit auf. Sein heutiges Betriebsgelände in Mölln bezog Späne-Meyer 2003, wo auch Platz für eine eigene Fahrzeugwerkstatt war. Das Unternehmen beschäftigt zurzeit 58 Mitarbeiter.

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Datum

15. März 2011
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