Bernhard Simon CEO Dachser Vorstandsvorsitzender Zoom

Service für internationale Kunden: Dachser will seine Angebote besser verzahnen

Der Logistikdienstleister Dachser will seine internationalen Logistikaktivitäten clever miteinander verknüpfen. "Dachser Interlocking" nennt sich das Vorhaben, von dem sich Vorstandschef Bernhard Simon handfeste Effizienzvorteile erhofft.

trans aktuell: Herr Simon, Sie möchten mit vernetzten Logistikdienstleistungen Mehrwert für die Kunden schaffen. "Dachser Interlocking" lautet die Zauberformel. Wird diese von den Mitarbeitern auch verstanden?

Simon: Der gesamte Vorstand hat dazu eine Roadshow gemacht. Es gibt niemanden bei Dachser, der diesen Begriff nicht schon gehört hätte. Wir haben uns in beiden Bereichen – in der Luft- und Seefracht sowie im Landverkehr – angestrengt, um Verständnis für den jeweils anderen Bereich zu erreichen, um die unterschiedlichen Sichtweisen einzureißen und um das Beste aus beiden Welten zu formen. Interlocking heißt verzahnen. Wir haben einen englischen Begriff gewählt, weil beide Geschäftsfelder international ausgerichtet sind, also auch die Mitarbeiter überall auf der Welt verstehen müssen, wie die Verzahnung der Supply Chains funktioniert.

Können Sie ein Beispiel für eine solche Verzahnung geben?

Ganz allgemein gilt: Wenn ich aus Gesamteuropa Sendungen vorhole, an einer Stelle konsolidiere, in Container lade und nach Übersee exportiere, muss ich wissen, wie all diese Prozesse gut getaktet und gesteuert ablaufen.

Wie gewährleisten Sie eine ideale Verzahnung der Aktivitäten?

Zuerst brauche ich die entsprechenden IT-Systeme. Wenn ich dezentral in ganz Europa Beschaffung betreiben will, ist das gar nicht so trivial: Ich muss die Informationen an einer Stelle bündeln, aber sie überall verfügbar haben. Wenn ich eine Sendung auf einen Lkw gebe, kann ich das einfach dokumentieren und Auskunft geben. Wenn ich aber auf der anderen Seite sitze und einen Abholauftrag erteile, ohne zu wissen, wie die Sendung aussieht und wie groß sie ist, fehlen mir sehr viele Komponenten. Die Industrie tut sich schwer, diese Informationen bereitzustellen. Wir haben das nun geschafft. Die Informationen liegen uns zentral vor. Als Nächstes gilt es, diese mit den Luft- und Seefrachtprozessen zu verknüpfen. Auch das haben wir geschafft. An diesen beiden Punkten haben wir in den vergangenen fünf Jahren erheblich gearbeitet und auch ein paar Millionen investiert.

Klingt sehr komplex.

Es gibt keine Möglichkeit, Komplexität zu reduzieren. „Keep it simple“ erreichen wir aber dadurch, indem wir eine einheitliche IT-Oberfläche darüber legen. Das ist das Prinzip von Industrie 4.0. Die einheitliche Oberfläche macht es einfacher. Die operativen Bereiche können über diese Oberfläche alles steuern, und die Vertriebsmitarbeiter können darüber den Kunden gezielte Angebote über verzahnte Supply Chains unterbreiten.

Inwiefern wird sich dieser Aufwand für Dachser nun rechnen?

Jeder große internationale Kunde muss sich auf reibungsfreie Supply Chains verlassen können. Kunden brauchen das, finden das auf den Märkten aber nahezu überhaupt nicht. Wir sind nun in der Lage, solche Schnittstellen zu gestalten, den Kunden Mehrwert zu bieten und damit auch beidseitig die Renditen zu erhöhen.

Kann das nur Dachser?

Das kann nur Dachser.

Matthias Rathmann, trans aktuell Chefredakteur

Autor

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Matthias Rathmann

Datum

27. April 2016
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