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Sendungsplus im Kombinierter Verkehr: Kombiverkehr an der Schwelle zur Million

Die Marke von einer Million Sendungen ist in Sicht. Der Kombi-Operateur Kombiverkehr geht davon aus, dass er sie im laufenden Jahr erneut überschreiten kann.

In den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres hat er bereits 426.526 Sattelauflieger, Wechselbrücken und Container befördert – ein Plus von 7,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Voriges Jahr hatte Kombiverkehr mit 978.095 Sendungen die Ein-Million-Grenze noch nicht wieder erreicht. Zu Grunde lag ein Wachstum von 5,8 Prozent.
"Voraussetzung für die eine Million Sendungen im laufenden Jahr ist, dass keine unvorhersehbaren Ereignisse eintreten", sagte Geschäftsführer Robert Breuhahn bei der Gesellschafterversammlung seines Unternehmens am Mittwoch in Frankfurt. Denn voriges Jahr musste der Dienstleister für intermodale Transporte nach eigenen Angaben erneut mit starken Qualitätsproblemen kämpfen – ausgelöst durch Lokführerstreiks und schwere Unwetter. Von der angestrebten Pünktlichkeit von über 85 Prozent im nationalen Verkehr und über 80 Prozent im internationalen Verkehr war das Unternehmen mit durchschnittlich unter 70 Prozent sowohl 2014 als auch 2015 deutlich entfernt. Auch in den ersten Monaten des laufenden Jahres erreichten demnach nur sieben von zehn Zügen ihr Ziel pünktlich.

Die Hälfte der Verspätungen ist laut Breuhahn auf Baustellen zurückzuführen – an denen der Kombiverkehr-Verantwortliche nichts auszusetzen hat. Er bemängelt vielmehr eine fehlende Koordinierung der Baustellen. "Die Mehrkosten durch Umwegkilometer oder Wartezeiten haben Größenordnungen erreicht, die den Wettbewerb Schiene-Straße stark beeinflussen und nicht mehr akzeptabel sind", erklärte Breuhahn. Sein Geschäftsführerkollege Armin Riedl, gleichzeitig Chef des Eisenbahnunternehmens Lokomotion, berichtete von einem Zug im Mai, der auf seiner Relation 400 Kilometer Umweg in Kauf nehmen musste. Die Belastungen kommen laut den Firmenchefs auch deshalb zur Unzeit, weil die Straße durch die niedrigen Dieselpreise von erheblichen Vorteilen profitiere. Hinzu komme, dass die öffentliche Hand den Straßenverkehr durch Anreize für Elektrofahrzeuge fördere, der Schiene aber beispielsweise weiterhin eine EEG-Umlagen zumute, beklagte Riedl, der sich von der Verkehrspolitik in Stich gelassen fühlt.

Pünktlichkeit schon deutlich gesteigert

Als Reaktion auf die Qualitätsprobleme hat Kombiverkehr bereits im Februar vorigen Jahres begonnen, bestimmte Verkehre mit dem Eisenbahnunternehmen RBH Logistics aus Gladbeck, einer 100-prozentigen Tochter von DB Cargo, abzuwickeln. Bereits nach wenigen Monaten habe man die Pünktlichkeit deutlich steigern können.

Als ein Beispiel führt Kombiverkehr die Achse nach Tschechien an, auf der die Qualität von 56 Prozent im Oktober 2014 auf 90 Prozent im Juli 2015 gesteigert wurde. Inzwischen ist RBH als Traktionär auf 18 Relationen für Kombiverkehr unterwegs. "Doch auch RBH kann nicht zaubern", sagte die Kombiverkehr-Verwaltungsratsvorsitzende Gudrun Winner-Athens und warnte damit vor allzu großen Hoffnungen, dass der eingesetzte Traktionär alle Pünktlichkeitsdefizite beseitigen könne.

Aus der Bahn geworfen haben die Turbulenzen des vergangenen Jahres den Intermodaldienstleister aber nicht. "Man darf 2015 trotzdem als ordentliches Geschäftsjahr betrachten", erklärte Breuhahn. So kam der nationale Verkehr mit einem leichten Rückgang um ein Prozent auf 201.703 Sendungen mit einem blauen Auge davon. Auf die internationalen Aktivitäten hatten die ungünstigen Rahmenbedingungen keinen Einfluss, jedenfalls lässt er sich nicht an der Entwicklung der Sendungszahlen ablesen. Kombiverkehr meldet sogar ein Rekordergebnis. 776.392 beförderte Einheiten bedeuten eine Steigerung um 7,7 Prozent.

Alpenverkehre am stärksten gefragt

Erneut am stärksten gefragt waren Verkehre über die Alpen. Auf dieser Relation gab es ein Plus von 2,2 Prozent auf 413.936 Sendungen. Wöchentlich 232 Direktzüge setzt Kombiverkehr auf dieser Achse ein. Hohe zweistellige Zuwächse erzielte das Unternehmen zum Beispiel auch nach Polen und nach Skandinavien. Im ersten Fall hat der Dienstleister mit den Partnern Hupac und PCC Intermodal neue Angebote geschnürt und die Qualität verbessert. Im zweiten Fall hat Kombiverkehr zusätzlich den Transport über die feste Querung als Alternative zum Fährtransport über die Ostsee etabliert. Auch das sei gut bei den Kunden angekommen. 

Matthias Rathmann, trans aktuell Chefredakteur

Autor

Foto

Thomas Küppers

Datum

29. Juni 2016
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