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Selbstständigkeit: Vom Fahrer zum Chef

Die schwere Krankheit seines Vaters machte aus Alexander Stelzl 2009 über Nacht einen Unternehmer. Heute leitet er die Spedition Stelzl mit ihren 18 Einheiten als souveräner Jung-Chef.

Das moderate Hineinwachsen in den elterlichen Betrieb war für Alexander Stelzl im Sommer 2009 jäh zu Ende. Sein Vater  und Seniorchef Dietmar musste sich wegen schwerer Krankheit aus dem Geschäft zurückziehen. Mit einem Mal lag die Verantwortung fast von einem auf den anderen Tag in den Händen des damals 27-jährigen Juniors. Dabei hatten die Pläne von Vater und Sohn eigentlich ganz anders ausgesehen. Zu diesem Zeitpunkt rollten zwar schon einige Trucks unter dem Namen von Alexander Stelzl, dennoch fehlte ihm in manchen Dingen noch der Einblick.

Hilfe kam von allen Seiten

So sahen sich erfahrene und alteingesessene Fahrer plötzlich einem blutjungen Chef gegenüber. Beide Parteien arrangierten sich aber relativ schnell, denn alle erkannten rasch, dass sie im selben Boot saßen. Bekannte und Geschäftspartner des Vaters, eigene Freunde und natürlich die gesamte Belegschaft standen Alexander mit Rat und Tat zur Seite. Heute, ein paar Jahre später, hat er diese harte Bewährungsprobe mit Bravour gemeistert. „Auch wenn ich manchmal etwas Lehrgeld zahlen musste“, erinnert Alex sich, „große Sorgen um die Zukunft aller konnte ich mir damals nicht machen. Dafür war zum Glück schlichtweg keine Zeit.“

18 Trucks - zwei Renault Magnum, drei DAF XF105 und 13 Scania - rollen heute im Fuhrpark. Die meisten Stelzl-Zugmaschinen sind mit insgesamt 20 Planenaufliegern und zwei Containerchassis im Sammelgutverkehr zwischen Deutschland und Italien unterwegs. Aufgrund ihrer außergewöhnlichen Farbgebung erkennt man die Stelzl-Trucks schon von Weitem. Bereits vor 20 Jahren hatte sich Dietmar Stelzl nach einer geeigneten Farbe für seine Trucks umgesehen. Die Lackierung sollte die Fahrzeuge möglichst lange in einem guten Licht erstrahlen und gleichzeitig den anhaftenden Alltagsschmutz nicht sofort erkennen lassen. Die Wahl fiel damals auf das Dunkelviolett. Im Laufe der Zeit gewann das „Stelzl-Lila“ mehr und mehr an Einfluss und verbreitete sich schließlich komplett über alle Fahrzeuge und alle Fahrzeugkomponenten.

Airbrush ist bei Stelzl ganz normal

Jeder Truck im Fuhrpark weist zudem irgendeine Besonderheit auf. Gut ein Drittel der Zugmaschinen kann sogar mit ansprechenden Airbrushgemälden aufwarten. Durchweg kommt bei der Gestaltung eine Ton-in-Ton-Lackierung aufs Blech. Die Auswahl der Motive geschieht stets in enger Zusammenarbeit mit dem jeweiligen Fahrer. Die meisten Fahrzeuge laufen bis zu zehn Jahre im Fuhrpark. Die Trucks werden zu gut 95 Prozent in der eigenen Werkstatt aufgebaut, gewartet und repariert. Garantie- und Gewährleistungsfälle gehen an den Händler.

19 Fahrer und zwei Büroangestellte arbeiten in dem Transportunternehmen, das Dietmar Stelzl 1983 gründete. Genauso eng ist Alexander jetzt mit seinem Betrieb verbunden. Die Fahrer, die Firma und die Fahrzeuge sind sein Leben. Viel Zeit für ein Privatleben bleibt da nicht. Normalerweise sind rührige Seniorchefs für derartige Fürsorge und Hingabe bekannt, doch Dietmar Stelzl verstarb im vergangen Juni nach langer und schwerer Krankheit. Auf dem Betriebshof im mittelfränkischen Heideck besteht sein Erbe fort

Foto

Miedl

Datum

5. Oktober 2011
5 4 3 2 1 5 5 1
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