Tirol, sektorales Fahrverbot, Güter Zoom

Sektorales Fahrverbot in Tirol: Bayern und Südtirol stellen sich dagegen

Das österreichische Bundesland Tirol will auf der Inntal-Autobahn ab Juli 2016 das Sektorale Fahrverbot für bestimmte Lkw-Transporte einführen.

Zweimal ist Tirol vor dem Europäischen Gerichtshof gescheitert. Ein dritter Versuch steht an. Mit dem Sektoralen Fahrverbot will Tirol den Transport bestimmter Güter wie Abfälle und Eisen von der Straße auf die Schiene verlagern. Bis zu 200.000 Lkw-Fahrten sollen damit wegfallen, berichtet die Tiroler Zeitung. Das Land Tirol rechne auch beim dritten Versuch das Fahrverbot durchzusetzen mit Klagen. Gegen den Plan der Tiroler ist nicht nur Bayerns Verkehrsminister Joachim Herrmann (CSU), sondern auch Südtirols Verkehrslandesrat Florian Mussner (SVP), wie die Zeitung berichtet. Herrmann kritisiert, dass mit dem Fahrverbot der freie Waren- und Dienstleistungsverkehr beeinträchtigt werde. Die Bayern halten das Fahrverbot nach Informationen der Tiroler Zeitung für „teilweise sogar existenzbedrohend“. Es bringe eine Mehrbelastung für Lkw, da sie Umwege fahren müssten. Auch bezweifelt Bayern, dass das Instrument zur Senkung der Stickstoffoxid-Konzentration tauge. Die Südtiroler fordern hingegen dieselben Bedingungen für den Transport von Gütern wie in Nordtirol. Hier sehe das sektorale Fahrverbot Ausnahmen für die heimischen Transporteure vor. Florian Mussner spricht sich für die sogenannte Alpentransitbörse aus. An dieser Börse würden Durchfahrtsrechte versteigert und gehandelt. Ziel wäre es, nur eine bestimmte Zahl an Lkw-Fahrten zuzulassen.
Damit wiederum kann Bayerns Verkehrsminister nach Angaben der Tiroler Zeitung nichts anfangen. Er lehnt eine Obergrenze an Fahrten ab. Ziel müsse es sein, ein hochwertiges Angebot im Schienengüterverkehr zu schaffen.  
 

Susanne Spotz, ETM online

Autor

Foto

Juliane Dünger, Montage: Götz Mannchen

Datum

30. November 2015
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