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Schweiz: So viel kostet der Verkehr

Pro Jahr kostet der Verkehr in der Schweiz 94,7 Milliarden Franken (91,9 Milliarden Euro).

Das geht aus einer Untersuchung des Bundesamtes für Statistik (BFS) der Schweiz hervor. Dies entspreche Kosten von 12.000 Franken (11.648 Euro) pro Einwohner. Der Straßenverkehr trug demnach mit 78 Milliarden Franken (75,7 Milliarden Euro), der Schienenverkehr mit 10,3 Milliarden (10 Milliarden Euro) und der Luftverkehr mit 6,4 Milliarden Franken (6,2 Milliarden Euro) zum Gesamtbetrag bei. Laut BFS habe keine der Nutzergruppen die verursachten Kosten in vollem Umfang selbst getragen.

Auf die verschiedenen Verkehrszweige heruntergebrochen verursache der Personenverkehr mehr als drei Viertel der Gesamtkosten (73,6 Milliarden Franken, 71,4 Milliarden Euro). Der Güterverkehr sei mit 21,1 Milliarden Franken (20,5 Milliarden Euro) lediglich für ein Viertel der Gesamtkosten verantwortlich. Davon gehen laut BFS auf der Straße mehr Kosten auf das Konto von Lieferwagen als auf das von schweren Fahrzeugen (9,5 zu 8,8 Milliarden Franken, 9,2 zu 8,5 Milliarden Euro).

Schienengüterverkehr (zwei Milliarden Franken, 1,9 Milliarden Euro) und Luftfracht (0,7 Milliarden Franken, 0,68 Milliarden Euro) seien weit weniger bedeutend als der Straßenverkehr.

Verkehrsmittel kosten vier mal so viel wie Infrastruktur

Wie aus den Zahlen hervorgeht, kosteten Anschaffung, Betrieb und Unterhalt der Verkehrsmittel 58,6 Milliarden Franken (56,9 Milliarden Euro). Dies sei beinahe der vierfache Betrag, der für Betrieb, Ausbau und Instandhaltung der Verkehrsinfrastruktur anfalle (15,6 Milliarden Franken, 15,1 Milliarden Euro). Zwei Drittel aller Kosten machen laut BFS die Verkehrsmittel aus. Der Straßengüterverkehr erreiche hier einen Höchstwert von 77 Prozent, gefolgt vom privaten Motorfahrzeugverkehr (65 Prozent) und dem Luftverkehr (64 Prozent). Insgesamt ergebe dies über alle Verkehrsmittel einen Anteil von 62 Prozent.

Die Infrastrukturkosten beliefen sich hingegen nur auf 16 Prozent. Bei der Schiene, so BFS, spielten die Infrastrukturkosten mit 47 Prozent eine überdurchschnittlich große Rolle. Die höchsten Umwelt- und Gesundheitskosten verursacht demnach der Luftverkehr (15 Prozent), bedingt durch Klimaschäden. Absolut verursache jedoch der motorisierte Straßenverkehr mit 6,8 Milliarden Franken (6,6 Milliarden Euro) drei Viertel alles Umwelt- und Gesundheitskosten.

Güterverkehr mit hoher Nutzerfinanzierung

Das Bundesamt hat darüber hinaus auch Angaben zur Nutzerfinanzierung veröffentlicht. So wurden im Personenverkehr 83 Prozent der Kosten von den Verkehrsnutzern finanziert. Im privaten motorisierten Straßenverkehr liege dieser Anteil mit 90 Prozent etwas höher. Der Rest müsse von der Allgemeinheit in Form von Umweltschäden, Gesundheitskosten und Unfallfolgen getragen werden. Im Luftverkehr werden laut BFS 83 Prozent der Kosten durch Transportentgelte gedeckt, zwei Prozent durch Nebengeschäfte. Die Allgemeinheit trage 15 Prozent. Beim Güterverkehr komme es ebenso nicht zu einer vollständigen Kostendeckung. Der Schwerverkehr erreiche 97 Prozent, Lieferwagen 94 Prozent. Die Luftfracht komme auf 81 Prozent plus acht Prozent aus Nebengeschäften. Der Schienengüterverkehr nehme hier eine Sonderstellung ein. Dank einer Finanzierung aus öffentlicher Hand in Höhe von 561 Millionen Franken (545 Millionen Euro), liege die Nutzerfinanzierung in diesem Bereich lediglich bei 54 Prozent.
Basis der Studie sind laut BFS die Werte aus dem Jahr 2010.

Ford Transit Custom

Autor

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Juliane Bezold

Datum

20. April 2015
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