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Scania R 560: Der "Rock Eagle" von RH-Sora Oy

Die neue Lkw-Generation von RH-Sora Oy kann jetzt sogar mehr als 51 Tonnen auf einmal aus den finnischen Steinbrüchen karren – und sieht dabei auch noch gut aus.

Waren wir vor ein paar Jahren von den 60 Tonnen Gesamtgewicht des Vorgängers schon beeindruckt, so kann der neue Scania des Transportunternehmens aus dem finnischen Lapinlahti sogar noch ein paar Schaufeln mehr mitnehmen. In der Tat wartet das 560 PS starke Gespann mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 76 Tonnen auf. Knappe 15 Tonnen Eigengewicht entfallen hierbei auf den Scania, zehn Tonnen beansprucht der Anhänger für sich. Bleiben also noch üppige 51 Tonnen für Steine, Kies oder Schotter übrig.

Der Anhänger besitzt gegenüber dem Vorgängermodell nun zwei Achsen mehr. Die letzte und drittletzte Achse kann jeweils ­geliftet werden. Zählt man die einzelnen Räder des Lastzuges, so sind bei dem langen ­Vehikel mit 30 Stück ungefähr doppelt so viele verbaut wie bei einem herkömmlichen Kipperzug aus Deutschland. Die vordere Mulde fast 21 Kubikmeter, die hintere 24.

Von Stoßstange zu Stoßstange misst der edle Lastenschlepper stolze 21,8 Meter.
Obwohl Truck und Trailer noch aus dem Jahr 2014 stammen, hat sich das Gespann bis jetzt noch nicht häufig beweisen müssen. Besonders der fünfachsige Trailer war bis dato größtenteils nur auf Ausstellungen und Promotion-Touren für seinen Hersteller Kome unterwegs.

Die Mischung macht's

Das Abladen verläuft wieder typisch nordisch: Wie beim Vorgänger handelt es sich beim "Rock Eagle" um eine Mischung aus Kipper- und Muldenfahrzeug. Der ­vierachsige Scania mit seiner lenk- und liftbaren Nachlaufachse besitzt einen fest verankerten ­Kippaufbau, der auch das Entleeren der ­Anhängermulde erledigt. Der fünfachsige Trailer besitzt keine Kippvorrichtung. Er ist lediglich mit einem Schlittensystem für die Wechselmulde ausgestattet. Über Antriebswellen und eine im Fahrgestell des Anhängers installierte Kette wird die Anhänger­mulde dann jedes Mal zum Kippen in die etwas breitere, bereits geleerte Mulde des Scania gezogen. Sobald auch der zweite Behälter leer ist, geht es wieder den umgekehrten Weg zurück.

Diese auf den ersten Blick umständlich anmutende Mulden- und Schlittenkonstruktion einschließlich der sich daraus erge­benden Arbeitsweise mit An- und Abkuppeln hat einige handfeste Vorteile: Rechnerisch ­entfallen für den Anhänger 32 Tonnen an Material, die gekippt werden müssten. Das ist mangels ebener Standflächen oftmals zu gefährlich und unter fahrzeugbaulichen Gesichtspunkten auch nicht sinnvoll oder rentabel. Ein weiterer Aspekt ist außerdem, dass der Anhänger nicht direkt an die Entladestelle rangiert werden muss.

Technische Daten des Scania R 560 "Rock Eagle"

Truck: Scania R 560 8x4 V8
Erstzulassung: Dezember 2014
Leistung: 560 PS/412 kW
Laufleistung: 10.000 km
Gesamtzuggewicht: 76 Tonnen
Muldenaufbauten & Anhänger: Kome Oy, Iisalmi, Finnland
Eigentümer: RH-Sora Oy, Lapinlahti, Finnland
Fahrer: Tero Räisänen, Urjala
Artwork: Kimmo Takarautio, Oulu
Anbauteile & Zubehör: RST-Steel Oy, Nivala
Aufgabengebiet: Transport von Boden- und Gesteinsmaterial im Umkreis von rund 100 km um den Standort Lapinlahti

Dieser Artikel stammt aus Heft FERNFAHRER 03/2016.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.

Autor

Foto

Otto Miedl

Datum

19. Februar 2016
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