Scania G 410 4x2 tractor, sleeper cab Södertälje, Sweden Byline: Gustav Lindh 2017 6 Bilder Zoom
Foto: Scania CV AB

Scania

Neues G-Fahrerhaus

Eine Nummer kleiner als "R" und "S", aber mit dem gleichen Ehrgeiz wie seine großen Brüder – so meldet sich als Dritter im Bunde die neue G-Kabine zur Stelle.

Das "G" bei Scania hat es in sich. Buchstäblich fing mit ihm das berühmte GPRT-Programm an, mit dem Scania zu Beginn der 80er-Jahre ein erstes durchdekliniertes Baukastensystem präsentierte. Doch stand dieser siebte Buchstabe des Alphabets seinerzeit für den niedrigsten zu habenden Einstieg, ein klarer Fall also für den Stadtverkehr. Und dieses "G" machte es nicht lange. Als die 3er-Reihe kam, waren seine Tage auch schon gezählt. "P" sowie "R" und "T" blieben. Ab 2005, da waren’s dann sogar nur noch zwei: Der Hauber namens "T" verschwand ebenfalls in der Versenkung. Doch nur zwei Jahre später kehrte zumindest das "G" zurück, diesmal allerdings in anderem Format – höher montiert als das P-Haus, aber tiefer als die R-Kabine.

So gab Scania die Losung "General Purpose" (universeller Einsatz) für diesen neuen Zwischenton unter den Kabinen aus und meinte damit: Überall dort, wo "R" zu hochgeschossen und "P" zu knapp geschnitten ist, da sollte es diese Kabine – bis hin zum Baufahrzeug – richten.

Neue G-Kabine ist länger und breiter

Jetzt kommt dieses G-Fahrerhaus im Trimm der neuen Baureihe und ergänzt auf diese bekannte Art und Weise die Fernverkehrszugmaschinen vom Schlage "S" und "R" nach unten. Den Auftakt macht dieser Tage das nun "G20" genannte lange Fahrerhaus für den Fernverkehr, das es in bewährter Manier mit drei verschiedenen Dachvarianten gibt: niedrig, normal und hoch. Wohin die Reise bei der Innenlänge geht, darauf weist diskret die Ziffer "20" hin, die für das neue Maß der Innenlänge in Dezimetern steht. Da diese jetzt ein wenig zugelegt hat, löst die "20" nun den vorigen Wert "19" ab. Diese Ziffern sollte man aber nicht auf die Goldwaage legen. Genau genommen sind’s nämlich um die 2.060 Millimeter, die der neue Langhaus-Scania heutzutage von der Frontscheibe bis zur Rückwand misst.

Auch in der Höhe hat die neue G-Kabine zugelegt. Wobei allerdings für die niedrige Variante gilt, dass es bei der bisherigen Innenhöhe von maximal 1.500 Millimetern zwischen Boden und Dach bleibt. Bei den beiden anderen Varianten lässt sich hingegen ein Zuwachs feststellen. So klettert die Innenhöhe beim Normaldach von 1.700 auf 1.800 Millimeter. Bei der Highline genannten Hochdachvariante wächst dieses Maß sogar von 1.910 auf 2.070 Millimeter. Das ändert aber nichts daran, dass einem in Gestalt der neuen G-Kabine ein etwas anderes Gesicht entgegenblickt als bei den hochmögenden Vertretern der R- und S-Klasse. Eine Lamelle weniger im Grill, aber die gleiche üppige Frontscheibe: Das verschiebt die Proportionen in Richtung gedrungene Statur. Und nicht nur das signalisiert eine gewisse Bescheidenheit. Auch die Scheinwerfer sind zum Beispiel simpler ausgeführt als bei den hohen Herrn.

Modelle "R" und "S" geben die Richtung vor

Noch kantiger als bei den Großen wirkt damit der Kiefer des neuen Scania-Designs, auf das die neue G-Kabine auch sonst eingeschworen ist. Natürlich blitzt damit das bei "R" und "S" schon reichhaltig verwendete V-Motiv auch bei der G-Kabine beinahe an jeder Stelle auf. Das reicht von der groben Kontur des Grills über die Heckform der Seitenscheiben bis hin zu den Lüftungsdüsen innen sowie zum Auspuff unten. Und so marschiert das Interieur, vom hüfthohen Motortunnel abgesehen, ebenfalls im Gleichschritt mit "R" und "S". Ob wahlweise unten abgeplattetes Lenkrad mit dem typischen, dreifach und sehr sinnfällig ausgeführten Tastenblock, ob Rundinstrumente mit kreisförmig integrierter zusätzlicher Digitalanzeige und schönem Display in der Mitte oder generell eine reiche Population an Schaltern: Klar geben die großen Brüder die Richtung vor. Und wo mehr Dachhöhe vorhanden ist, da wächst auch das Angebot an Stauraum.

Reicht das noch nicht, dann gibt’s das neue Rückwandmodul wahlweise auch für die G-Kabine. Zu haben ist außerdem eine neu entwickelte Halterung für Tablets, die sich an der Instrumententafel montieren lässt und auch drehbar ist. Ins Türfach passen jetzt Flaschen von 1,5-Liter- Format. Etwas mehr Distanz zum Fahrer als zuvor hält die rechte Schwinge des Cockpits, sie reicht aber fast bis Fahrzeugmitte. Das eröffnet üppig Raum für jedwede Erweiterung der sowieso schon üppigen Palette an Schaltern. Trutzig sieht die neue G-Kabine von Scania zu guter Letzt nicht nur aus, sondern ist es auch. Die auf Wunsch lieferbare Night-Lock-Lösung à la DAF schützt das Haus auch vor unerwünschten Gästen. Dazu siedelt in den Türen nun ein handbreiter stählerner Bügel, der übel gesonnenem Gelichter das Leben sauer machen kann. Die Klaue aus ihrem Hort in der Tür herausbewegt und zur Rechten wie zur Linken der Kabine um den Handlauf des Einstiegs geschlungen, damit wird das Fahrerhaus zur Festung.

Oberlicht taugt als Notausstieg

Was hält die neue G-Kabine sonst noch in petto, das bei der vorigen nicht zu finden war? Da wäre zum Beispiel eine Dachluke aus Glas, deren Abmessungen so gewachsen sind, dass dieses Oberlicht nun auch als Notausstieg taugt. Da gibt’s außerdem einen neuen Abfallbehälter samt Deckel und eine bisher nicht da gewesene Ablageschiene an der Rückwand. Wer auf Handschaltung pocht, bekommt es mit einem neuen, kürzer gefassten Schalthebel zu tun. Klimaautomatik bietet Scania für die G-Kabine allerdings nicht an, die manuelle Variante dagegen schon. "G" steht eben auch für Genügsamkeit.

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Dieser Artikel stammt aus Heft lastauto omnibus 08/2017.
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Datum

12. Juli 2017
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