DAF – Der Afrikanische Elefant, Elefantenrennen 11 Bilder Zoom

Rollendes Kunstwerk: Elefantenrennen

Rollendes Kunstwerk, Artenschutzbotschafter, Weltfriedensaktivist und mit FERNFAHRER positiver Imagetransporteur – der DAF von Jochen Franz hat viele Nebenjobs.

"Moving Art" nennt Airbrush-Künstler Rüdiger Fieber aus Amberg in der Oberpfalz sein aufwendiges Kunstprojekt. Zusammen mit seinen Freunden und Arbeitskollegen, den amerikanischen Künstlern Chris Johnes und David Smith aus Florida, arbeitet er bereits seit über zwei Jahren mit Hochdruck an diesem ehrgeizigen Vorhaben.

Ziel ist es, sich jeweils auf einem Lkw in künstlerischer Weise einer bedrohten Tierart zu widmen und somit im Sinne des World Wide Fund For Nature (WWF) auch einen Beitrag zum Artenschutz zu leisten.

Der Artdesigner vermittelt dem Betrachter so einiges an Wissen

Dabei sind die Werke des Artdesigners aus Süddeutschland ungeheuer vielschichtig. Rüdiger Fieber zeigt die jeweiligen Tiere einerseits in ihrem normalen Lebensraum und vermittelt dem Betrachter so einiges an Wissen, andererseits dienen die vom Aussterben bedrohten Arten auch als Plattform, um auf andere, meist noch viel gewichtigere Ereignisse hinzuweisen. Bisweilen geschieht dies sogar in einer äußerst abstrakten oder aufrüttelnden Form. "Ein Fingerzeig kann eben nicht nur "winke, winke" sein!", so Rüdiger Fieber über seine Beweggründe.

Insgesamt wurden bis dato sechs lackierte Kunstwerke – Eisbär, Tiger, Weißer Hai, Seeadler, Blauwal und Afrikanischer Elefant – fertiggestellt. Viele weitere sollen Schritt für Schritt folgen. Nach der Vollendung des Gesamtprojektes sollen sich alle Lastzüge noch einmal treffen und Stoßstange an Stoßstange aneinandergereiht einen Eintrag im Guinnessbuch der Rekorde erreichen: als größtes rollendes Kunstwerk der Welt.

Andere Künstler planen ähnliche Projekte

Wie viele Lastzüge bis zur großen Präsentation genau entstehen, gibt Rüdiger Fieber noch nicht bekannt. Auch über den exakten Zeitpunkt dieser Zusammenkunft seiner 40-Tonner schweigt sich der Kreative noch aus. Zu viele Unwägbarkeiten in der Vergangenheit haben gezeigt, wie schnell sich fixe Termine auch wieder in Luft auflösen können. Außerdem möchte sich Rüdiger Fieber mit seinem Team noch ein kleines Hintertürchen offenlassen, da andere Künstler ebenfalls ähnliche Projekte in Planung haben und sie ihm diesen Titel unter Umständen streitig machen könnten. Zwar geschieht dies dann nicht wie hier auf dem Lkw, aber letztendlich geht es bei dem Eintrag "nur" um eine große bemalte Fläche, die sich in Bewegung befindet. Diese Aufgabenstellung lässt sich natürlich auf unterschiedliche Art und Weise reali­sieren.

Das neueste Gefährt aus der Reihe mit den Dickhäutern läuft seit Ende Juli in Hessen im Fuhrpark von Jochen Franz aus Kirtorf. Der selbstständige Unternehmer betreibt dort seit zehn Jahren ein kleines, aber feines Transportgewerbe mit insgesamt vier Kühlzügen.

Mit einem ausgeprägten Faible für schöne Nutzfahrzeuge liebäugelte Jochen Franz schon längere Zeit mit einem komplett lackierten Lastzug. Anlässlich seines 10-jährigen Firmenjubiläums wollte sich der gelernte Kfz-Mechaniker dann dieses besondere Stückchen rollender Kunst gönnen. Letztendlich konnte der 34-jährige Transportunternehmer und treue Leser auch noch den ­FERNFAHRER mit ins Boot holen.

Fieber beschreibt lackiertechnisch die Konflikte der Afrikaner

Der Sattelzug ist lackiertechnisch in zwei Hälften unterteilt. Die Fahrerseite zeigt das reale Afrika mit seinen Elefanten und Einwohnern. Aber gleich hier beschreibt Rüdiger Fieber den ersten Konflikt. Die bettelarme Bevölkerung ist hin- und hergerissen zwischen einem Leben in tiefer Armut oder der Möglichkeit, sich an den Elefanten und vor allem an ihrem Elfenbein ein wenig zu bereichern und das Leben damit erträglicher zu gestalten. Es war übrigens ein großes Bestreben von Rüdiger Fieber, genau diesen Konflikt auch in den Gesichtern der abgebildeten Afrikaner darzustellen. Dass es den erhabenen Rüsseltieren in ihrem angestammten Lebensraum aber längst zu heiß geworden ist, zeigen die vielen brennenden Abschnitte der afrikanischen Steppe und überhaupt die durch die Feuersbrunst verursachte rote Farbgebung der gesamten linken Fahrzeugseite.

Die Beifahrerseite des Sattelzuges be­eindruckt hingegen durch viele surreale Elemente. Frei nach dem großen Maler Salvador Dali schreiten hier die Dickhäuter auf langen Stelzenbeinen dem Betrachter entgegen. Auf ihrem Rücken tragen sie die verschiedensten Kriegsgeräte fort und leisten so ihren Beitrag zum Weltfrieden.

Klare Botschaft des Künstlers

Dennoch sind die dünnen Beinchen der Elefanten mehr, eine Hommage an den großen spanischen Künstler. Sie sollen auch verdeutlichen, auf welch wackeligen Beinen Friedensbemühungen oft stehen und wie selten sie leider von Erfolg gekrönt sind. Im Gegensatz zu vielen anderen schönen Lastwagen geht Fieber mit seinen Werken stets ein paar Schritte weiter. Ganz bewusst will er den Betrachter aufrütteln, ja provozieren.

Damit Rüdiger Fiebers Werke später einmal das gewünschte homogene Gesamtbild ergeben, trägt jeder Lastzug an der Front etwas von seinem Vorgänger in sich und weist am Ende bereits wieder auf seinen Nachfolger hin. So lässt sich dann auch das Zwitterwesen am fahrerseitigen Heckbereich des Schmitz-Aufliegers erklären, welches zwar auf der einen Seite noch halb Elefant, auf der anderen Seite aber schon halb Delfin ist. Laut Rüdiger Fieber soll die Nummer sieben mit dem Meeressäuger aber erst 2013 in Angriff genommen werden. Dafür befindet sich Nummer acht – mit Schimpansen – bereits in Arbeit. Voraussichtlich um Weihnachten herum verlässt dieser Lastzug die Lackierhalle von Rüdiger Fieber. Der Virtuose mit der Sprühpistole wäre dann wieder genau 16,50 Meter näher an seinen großen Traum herangerückt.

Zugmaschine: DAF XF 105 18.460;
Erstzulassung: Juli 2012;
Leistung: 460 PS/338 kW;
Laufleistung: 50.000 km;
Auflieger: Schmitz Kühlauflieger mit 2 Liftachsen aus dem Jahre 2011;
Besitzer: Franz Internationale Transporte, Kirtorf, Deutschland;
Artwork: Rüdiger Fieber & Team, Amberg, Deutschland;
Fahrer: Jochen Franz, Kirtorf, Deutschland;
Aufgabengebiet: nationale und internationale Kühltransporte

Autor

Foto

Otto Miedl

Datum

28. Januar 2013
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