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Roadshow: Lkw als Umweltbotschafter

Die Landesstiftung Baden-Württemberg schickt einen Lkw durchs Land. Besucher sind vor allem Kinder und Jugendliche. Sie sollen verstehen lernen, was Nachhaltigkeit bedeutet. FERNFAHRER hat den Roadshow-Manager Wolfgang Schweigert besucht.

Strom anschließen, das ist das Wichtigste, sonst läuft gar nichts“, lacht Wolfgang Schweigert und bückt sich zur Steckdose am Boden. Das Expeditionsmobil steht in perfekter Parkposition vor dem Neuen Schloss in Stuttgart und verrät mit den Fotomotiven auf dem Trailer, worum es hier geht: „Nachhaltigkeit für Baden-Württemberg“ ist das Thema.

Der Showtruck mit dem grünen Fußabdruck lädt zum „Be-Greifen“ ein. Elegant posiert der Umwelt-Botschafter vor der imposanten Kulisse. Seine Sonderausstattung ist aber nicht auf Anhieb erkennbar. Für die Entfaltung der „inneren Werte“ ist Fahrer und Truckmanager Schweigert zuständig. Den Trailer auf Hydraulikstützen gestellt, fährt Schweigert die Zugmaschine einen halben Meter vor.

Schweigert ist seit drei Jahren dabei

Dann geht der Aufbau erst richtig los. Für ihn ist es mittlerweile Routine. Seit September 2010 fährt er das Expeditionsmobil und kennt jeden Handgriff. Es ist seine erste eigene Kampagne. Drei Jahre arbeitet er schon für die Kommunikationsagentur Flad & Flad. Zu Anfang tourte er als Springer durch Deutschland. „Roadshow-Truckmanager gesucht“ stand in der Anzeige einer fränkischen Zeitung. Seine Bewerbung überzeugte, der Anstellungsvertrag und die Einarbeitung folgten - „es ging alles ganz schnell“.

So auch jetzt. Geschickt schließt der 40-Jährige die Druckluftschläuche an. Dann muss sich der Trailer erst einmal nivellieren. Die ausgeklügelte Hydraulik stellt sich auf dem Kopfsteinpflaster zwar automatisch ein, doch Schweigert ist skeptisch. Die Wasserwaage hat er schnell zur Hand und legt sie auf den Trailervorsprung. Entwarnung - alles im Lot.

Spaziergänger staunen über den Lkw

Dann geht die Transformer-Show weiter und der „Hut“ hoch. Der Truck wächst von ursprünglich vier Meter Höhe auf 6,20 Meter an und sorgt bei den Spaziergängern für erstaunte Blicke und Gesprächsstoff. Die Fotomotive auf den beiden Stockwerken des Trailers wachsen zu einem großen Bild zusammen. Um die Weltkugel herum arrangieren sich symbolhaft die thematischen Schwerpunkte der Kampagne: Windkraftanlage, Passivhaus, Elektrofahrzeug, Solaranlage. Das Expeditionsmobil verbirgt in seinem Inneren eine Ausstellung zum Thema nachhaltige Energiegewinnung- und Nutzung.

Ursprünglich stammt der Gedanke der Nachhaltigkeit aus der Forstwirtschaft. Dabei wird dem Wald nur so viel Holz entnommen, wie auch wieder nachwachsen kann. Übertragen auf den Umweltschutz bedeutet dies, dass die Lebensbedingungen künftiger Generationen nicht durch heutige gefährdet werden dürfen. Diesen Gedanken hat auch Schweigert schon in seine Arbeitspraxis umgesetzt. Seinen Müll trennt er und wirft nicht alles an Ort und Stelle in die gleiche Tonne - auch wenn es manchmal bedeutet, den Müll erst einmal mitzunehmen.

Lkw besucht Schulen und Kommunen

Auf seiner Tour, die vorwiegend durch Baden-Württemberg verläuft, hat er schon einige Schulen und Kommunen mit seinem Expeditionsmobil besucht. Wenn Kinder den doppelstöckigen Truck zum ersten Mal sehen, haben sie meistens zwei Fragen: „Fährst du damit auch in den Urlaub?“ und „Schläfst du auch hier?“ In den Urlaub fährt Schweigert natürlich nicht damit und übernachten? „Auf den kurzen Strecken ist höchstens eine Rast nötig“, lacht der Truckmanager und macht sich an den Treppenaufbau.

Im Juni ging seine Tour ausnahmsweise nach Berlin, aber im Actros hat er trotzdem nicht geschlafen. Ein Hotelzimmer war bereits reserviert. Mit wenigen Handgriffen ist die kleine Treppe dingfest gemacht. Verwandlung Teil zwei kann losgehen. Mit einem Steuergerät in der Hand beobachten Schweigert und einige neugierige Schlossplatzpassanten, wie die Seitenwände ausfahren. Erst der rechte Ausschub im ersten Stock, dann der linke.

Alles ist hydraulisch und automatisch. Da erntet er schon mal neidische Blicke von Kollegen, die teilweise zu dritt anrücken müssen, um ihre Showtrailer aufzubauen. Auf Veranstaltungen reicht aber der Ein-Mann-Betrieb nicht aus. Die Themen im Inneren des Showtrucks erklären den Besuchern wissenschaftliche Mitarbeiter von Flad & Flad.

Flad & Flad realisiert seit 25 Jahren Roadshows

Seit 25 Jahren realisiert das Unternehmen solche Roadshow-Kampagnen. Aus dieser Erfahrung heraus ist das Unternehmen in der Lage, Konzepte wie das Expeditionsmobil umzusetzen: von der Idee über die Konstruktion bis hin zur wissenschaftlichen Ausarbeitung und dem Modellbau. Die Produktion der exquisiten Trailer wird von einigen Partnerunternehmen und mehreren Komponentenzulieferern unterstützt. „Der Ausbau und die Endmontage mit allen Komponenten erfolgt deshalb auch an unserem Firmensitz in Heroldsberg bei Nürnberg“, erzählt Geschäftsführer Markus Flad.

Etwas Körpereinsatz muss Schweigert dennoch bringen: Im zweiten Stock werden die Seitenwände manuell ausgeschoben und die Einlegeböden müssen auch von Hand platziert werden. Im Obergeschoss eröffnet dann das „Raumwunder“ seinen Besuchern ein 50 Quadratmeter großes Kino. Filme zum Thema nachhaltige Entwicklung, Energieeffizienz sowie Klima- und Umweltschutz regen Diskussionen an.

Energiespartipps gibt es gratis dazu

Über Modelle und Experimente vermittelt die Ausstellung auf 55 Quadratmetern im Erdgeschoss anschaulich die Themen der Energieversorgung. Energiespartipps wie etwa für das Kochen, Heizen oder Wäschewaschen gibt es gratis dazu. „Eine feine Sache“, findet Schweigert und macht sich an den Ausbau der Eingangstreppe. Mit wenigen Griffen sind die Treppe und das Geländer montiert. Der Showtruck ist mit zwei Notausgängen versehen und die Treppen dafür stellt er im letzten Aufbauschritt auf.

Im Inneren rückt Schweigert die Exponate an ihre Position und schaltet sie ein. Er ist dafür verantwortlich, dass alles richtig funktioniert. Deshalb muss auch der Treppenlift eine Testfahrt hinnehmen. Während der Veranstaltungen lief bisher alles ohne Zwischenfälle. Doch einmal gab es im Vorfeld ein Problem mit dem Stromkabel vom Standplatz. „Zum Glück hatten wir noch ein Ersatzkabel an Bord“, erinnert sich Schweigert, denn ohne Energie läuft nichts.

Foto

Volker Hammermeister, Andreas Techel

Datum

31. Oktober 2011
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