Stempel, Führerschein, Fahrerlaubnis Zoom

RFID-Chip: Nun funkt auch der Führerschein

Die Software-Experten von Zauner haben ihre Fuhrpark-Lösung 
Zamik erweitert. Auf der Logimat stellte das Unternehmen unter anderem einen RFID-Chip zur Kontrolle der Fahrerlaubnis vor.

Fuhrparkleiter Mayer ist genervt. Bald jeden Tag muss er daran denken, einen anderen Fahrer zu sich ins Büro zu bitten. Eine Unmenge an Papier hat sich bereits angesammelt –alles unterschriebene Nachweise von Führerscheinkontrollen. Schließlich ist Vertrauen zwar gut – Kontrolle aber ist besser. Das Ganze bedeutet für Mayer aber auch einen enormen Aufwand. Doch verzichtet er darauf, flattert ihm unter Umständen ein Strafbefehl ins Haus. Denn in diesem Fall hätte er sich der Beihilfe des Fahrens ohne Fahrerlaubnis. (Paragrafen 21 StVG, 27 StGB ) schuldig gemacht. Das wiederum ahnden die Behörden mit einer Geldbuße von im Regelfall einem Nettolohn. Sechs Punkte in Flensburg (nach dem noch geltenden Bußgeldkatalog) kommen pro Vorfall noch obendrauf.

Führerscheinkontrolle per RFID-Chip

Kein Wunder also, dass sich Mayer Hilfe wünscht. Und die bekommt er aus dem Hause Zauner aus Heusenstamm. Die Software-Experten haben nämlich zu Logimat den Funktionsumfang ihres Fuhrpark-Managementsystems Zamik um zwei Komponenten erweitert. Eine davon ist eine automatisierte Führerscheinkontrolle. Zu dieser gehört ein eher unscheinbarer RFID-Chip, der auf der Rückseite der Karte angebracht wird. "Den kann man einfach von der Trägerfolie abziehen und aufbringen", sagt Zauner-Vertriebsmitarbeiter Axel Putzmann. 4,50 Euro kostet jeder dieser Tags.

Die sind übrigens perforiert. Wer versucht, diesen passiven Sender abzuziehen, der zerstört ihn unweigerlich. "Sollte ein Fahrer seinen Führerschein abgeben müssen, kann er das System trotzdem nicht überlisten", erklärt Putzmann. Jeder dieser Tags ist mit einer eindeutigen Nummer versehen, die mittels entsprechender Geräte ausgelesen werden. Dieser Identifizierungscode wiederum ist auch im Fuhrpark-Managementsystem Zamik hinterlegt und dort mit den Stammdaten des Fahrers verknüpft, die im Modul ZA-Arc hinterlegt sind. Folglich weiß die Software genau, wann ein relevantes Ereignis ansteht und warnt den Verantwortlichen von sich aus frühzeitig mit einer entsprechenden Nachricht. Zudem speichert das System jede Sichtkontrolle ab.

Kein Papierkrieg mehr für den Fuhrparkleiter

Dies dient letztlich auch zum Nachweis gegenüber den Behörden. Der bisherige Papierkrieg für den Fuhrparkleiter entfällt. Denn die bisherige Prüfung ist meist ziemlich aufwendig. Schließlich kann das Ablaufdatum bei jedem Fahrer sogar nach Fahrzeugklassen variieren. Dann gibt es die Hürde des 50. Lebensjahrs: Ab diesem Zeitpunkt muss der Führerschein alle zwei Jahre erneuert werden. Hinzu kommt das Risiko, dass der Angestellte zwischenzeitlich seine Fahrerlaubnis vorübergehend verloren hat.

Diese Vorgaben legen es eben nahe, dass die Lkw-Lenker mindestens einmal im Monat ihre Fahrerlaubnis vorlegen. Auch Hardware-seitig hat Zauner daher reagiert. So hat das Unternehmen gleich zwei Geräte am Start. Neu ist dabei ein RFID-Kartenleser im Handyformat, der 325 Euro kostet und per USB-Kabel an einen Computer angeschlossen wird. Fürs Auslesen der Fahrerkarte bringt das Gerät eine Schlitz zum Einschieben mit. Der Führerschein mit dem RFID-Tag hingegen wird einfach auf die Oberseite gehalten und sofort erkannt. Alles weitere erledigt das System von Zauner automatisch.

895 Euro für das DCTO-Terminal

Die zweite Möglichkeit ist das DCTO-Terminal, das mit 895 Euro allerdings etwas stärker zu Buche schlägt. "Hier können die Mitarbeiter die Daten von ihrer Fahrerkarte und vom Massenspeicher selbst herunterladen", sagt Putzmann.  Die Informationen werden automatisch im zentralen System eingelesen und dort archiviert. Prinzipiell handelt es sich also um einen eigenständigen Computer, was auch den Preissprung erklärt.

Die autarke Funktionsweise der Station ermöglicht eine Installation an einem beliebigen Ort im Unternehmen – allerdings nicht im Freien. Das Terminal ist damit rund um die Uhr und sieben Tage die Woche betriebsbereit. Das Übertragen der Daten ist auf Wunsch auch per WLAN oder GPRS möglich – die jeweiligen Terminals sind dann allerdings teurer.

Daten kommen aus dem digitalen Tachografen

Hinzu kommt die überarbeitete Version von ZA-Arc, die die Daten der Führerscheinkontrolle verwaltet. Darüber hinaus fließen in dem System nun auch Ortungsinformationen ein. Die Daten kommen aus dem digitalen Tachografen. Nun ermittelt ZA-Arc etwa die Tages- und Wochenrestlenkzeit. Das System zeigt an, wann die nächste Ruhepause fällig ist und warnt sowohl den Disponenten als auch den Fahrer rechtzeitig. Selbst Manipulationen lassen sich mit dem System problemlos aufdecken. Etwa dann, wenn das Fahrzeug laut dem digitalen Tacho angeblich steht, das GPS –Signal allerdings eine Ortsveränderung aufzeichnet.

Dazu gibt es bei ZA-Arc eine Zeitleiste. Aus dieser lassen sich beliebige Teilstücke mittels Schieberegler auswählen und die Fahrzeugbewegungen auf einer Karte anzeigt. Diese Informationen lassen sich natürlich auch rückwirkend abrufen. Kein Grund mehr für Fuhrparkleiter Mayer sich entnervt die Haare zu raufen.

Portraits

Autor

Foto

Zauner

Datum

11. April 2012
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Prof. Dr. Dudek ist Studiengangsleiter für das Wirtschaftsingenieurwesen an der DHBW Ravensburg… Profil anzeigen Frage stellen
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