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Restrukturierung auf gutem Weg: Simon Hegele richtet Logistik neu aus

Der Logistikdienstleister Simon Hegele macht sich fit für die Zukunft. Das Unternehmen aus Karlsruhe hat sich neue Strukturen gegeben und sein Standortkonzept überarbeitet.

 "Wir sind auf einem sehr guten Weg, aber die Restrukturierung ist noch nicht abgeschlossen", sagt Christoph Ludin, Leiter des Sektors Industrie, Handel und IT, im Gespräch mit der Fachzeitschrift trans aktuell. Bei der Neuausrichtung wolle man besonnen und nicht übereilt vorgehen. 

Erste Erfolge sind schon sichtbar: Ludin beziffert die bisher realisierten Einsparungen auf eine siebenstellige Summe. Er erwartet den Turnaround zum Jahresende und damit die Rückkehr in die Gewinnzone. Simon Hegele hatte die Neuausrichtung mit externen Beratern entwickelt und Ende 2014 auf den Weg gebracht. Das Unternehmen aus Karlsruhe beschäftigt an 40 nationalen und 15 internationalen Standorten 2.000 Mitarbeiter. Das Engagement ist aufgeteilt auf die Sektoren "Industrie, Handel, IT", "Healthcare" sowie "Hightech-Transport und Montage".

Simon Hegele ist in der Vergangenheit stark gewachsen

Anlass für die Restrukturierung ist laut Ludin die Tatsache gewesen, dass Simon Hegele in den vergangenen Jahren stets gewachsen sei, die Strukturen und Prozesse aber nicht in gleichem Tempo angepasst habe. Das gelte mit Blick auf Kostenmanagement und Kundenanforderungen. "Wir werden in vier Jahren 100 Jahre alt, da muss man manche Dinge einfach hinterfragen", erläutert der Sektorleiter. Er war früher bei IBM tätig und hatte mit dem Geschäftsführenden Gesellschafter Dieter Hegele lange die Gemeinschaftsfirma IT Chain geführt, die vor 16 Jahren von Simon Hegele übernommen wurde.

Was die neuen Strukturen angeht, hat das Unternehmen begonnen, Bereiche zusammenzuführen und damit die Administration zu verschlanken. Ludins eigener Sektor war früher auf drei Bereiche aufgeteilt – mit der Folge, dass Kunden von allen drei Bereichen betreut wurden. „Nun liegt die Verantwortung für einen Kunden in einer Hand, wir trennen nicht mehr zwischen operativer, vertrieblicher und finanzieller Zuständigkeit.“ Analog hat die Firma den Führungskreis auf vier Personen verkleinert und dadurch die Reaktionszeit erhöht.

Auf Synergien und verbesserte Prozesse zielt auch das neue Standortkonzept ab. So verfolgt das Unternehmen den Ansatz, die Aktivitäten von kleineren Standorten auf neue große zu konzentrieren. "Dahinter steht die Idee, in diesen Anlagen die gleiche Klientel mit gleichem Dienstleistungsumfang zu bedienen", sagt Ludin.

Neues Logistikzentrum am Duisport mit 40.000 Quadratmetern Fläche

Ein Beispiel dafür ist das zu Jahresbeginn am Duisport in Betrieb genommene 40.000 Quadratmeter große Logistikzentrum, in dem 250 Mitarbeiter beschäftigt sind. Die Firma war vorher mit zwei kleineren Standorten in Duisburg vertreten. Ein Schwerpunkt dort ist die Handelslogistik. "Kunden aus Asien schicken ihre Ware in Containern nach Europa. Wir lagern die Sendungen in unser Logistikcenter ein, veredeln die Ware und distribuieren sie europaweit durch Stückgut- und Paketdienstleister", erklärt der Sektorchef. Beispiele für Waren, die Simon Hegele in Duisburg abwickelt, sind Industriemonitore, Rollstühle und Gehhilfen.

Nach ähnlichem Muster geht im Sommer eine Logistikanlage im Norden von Karlsruhe in Betrieb, die vier angemietete Objekte in der Region ablöst. Auf 50.000 Quadratmetern verschreibt sich Simon Hegele dort komplett der Fertigungsversorgung. Die Anlage beherbergt Teile, die eigene Mitarbeiter direkt ans Band der Kunden liefern. Das können Verpackungsmaterialien für die Getränkeindustrie oder Teile für die Elektroindustrie beziehungsweise die Metallverarbeitung sein.Philosophie von Simon Hegele ist es, Sendungen nicht nur zu bewegen und zu lagern, sondern noch deutlich mehr mit ihnen zu machen. "Hier ist vieles denkbar, seien es Assemblierungen, Montagen, Inbetriebnahmen oder das Customizing von Anlagen", sagt Christoph Ludin. Indem Simon Hegele die Dienstleistungstiefe erhöhe, verbessere das Unternehmen auch sein Ergebnis, sagt er.

Eine nahezu maximale Dienstleistungstiefe bietet die Firma in ihrer Healthcare-Sparte, die sich darauf konzentriert hat, große medizinische Geräte an ihren Bestimmungsort zu befördern. Spezialgebiet ist die Logistik rund um Röhren zur Computer-(CT-) und zur Magnetresonanztomografie (MRT). "Das ist ein absolutes Wachstumsfeld", sagt Ludin. "Der Healthcare-Markt wächst stetig."

Herausforderung für Simon Hegele: Geschulte Mitarbeiter zu finden

Die Herausforderung bestehe aber darin, genügend aufs Produkt geschulte Mitarbeiter zu bekommen, die mit den Gesetzen und Vorschriften vertraut sind und über die nötigen Schulungen und Zertifikate verfügen. Simon Hegele stellt gezielt Techniker ein, die quasi nebenher als Fahrer tätig sind. In der Regel steuern sie luftgefederte Spezial-Lkw, die von oben beladbar sein müssen. Ohne Kran geht es eigentlich nie. Die Größe des Krans kann jedoch variieren, je nachdem, ob die Röhre ins Erdgeschoss oder in den 28. Stock einer Klinik befördert werden muss. Die Höhe schreckt das Familienunternehmen aber nicht ab. Schließlich will es auch weiterhin hoch hinaus.

Matthias Rathmann, trans aktuell Chefredakteur

Autor

Foto

Simon Hegele

Datum

22. Juni 2016
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