Renault Fahrertest 14 Bilder Zoom
Foto: Thomas Kueppers

Renault T 520 Maxispace

Nach Fahrerwünschen zusammengestellt

Via Facebook hat Renault Fahrer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ihren Wunsch-Truck zusammenstellen lassen. Was dabei herauskam, haben sich acht Kollegen genau angesehen.

Unter dem Motto "Renault sucht den Facebook-Truck" startete die Vertriebsorganisation für Deutschland, Österreich und die Schweiz im Herbst 2015 eine Social-Media-Aktion. Ziel: Der ultimative Fahrer-Lkw. In dem sozialen Netzwerk standen zahlreiche Punkte zur Wahl, von der Farbe über Ausstattung und Motorisierung bis hin zu Felgen, Seitenverkleidungen, Drucklufthörner und Spoiler. Wie zu erwarten erhielt die 520 PS starke Topmotorisierung die meisten Stimmen, etwas überraschend ging die Frage Leder- oder Stoffsitz nur mit 55 zu 45 Prozent pro Leder aus. Bei der Farbe machte Ultramarin-blau knapp vor Rot-Orange das Rennen, innen lag dagegen das Maxispace-Alleinfahrerkonzept klar vor der Doppelbesatzung.


Bei den Alcoa-Felgen landeten die glänzenden Dura- vor den matten Diamond-Bright. Klare Sache, dass das Ganze nicht nur zur Unterhaltung gedacht war, sondern der Wunschtruck dann Anfang 2016 auch genau so gebaut wurde.

Gewinner Truck auf "Tour de Grill"

Den fertigen Gewinner-Truck schickte Renault pünktlich zum Sommeranfang zur "Tour de Grill" auf Autohof-Tournee, bei der sich der FERNFAHRER mit einem Fahrertest einklinkte. Also dann: Wie kommt er bei der Zielgruppe an, der demokratisch gewählte Renault T 520 mit großem High-Sleeper-Fahrerhaus? Acht Kollegen gehen der Frage auf den Grund. Vorab: Mit Produktionsdatum am Jahresanfang wartet der T 520 noch mit der Pumpe-Düse-Variante des 12,8 Liter großen DTI 13 auf, die Umstellung auf Common-Rail folgte erst später im Jahr. Auf Fahrverhalten und Leistung hat das freilich keinen Einfluss, laut Renault sind die Motorkurven bei der Überarbeitung ohnehin identisch geblieben. 520 PS und 2.550 Nm Drehmoment, gekonnt verwaltet vom automatisierten Optidriver-Getriebe – für die Testkollegen eine runde Sache. Einzig bei der Fahrerhaus-Federung gehen die Meinungen teilweise deutlich auseinander: für die einen zu weich, für die anderen genau richtig.

Im Grunde hätte Renault vorab auch diesen Punkt zur Abstimmung stellen können, denn zur vorhandenen Vier-Punkt-Luftfederung gibt es noch die Alternativen rundum mechanisch oder vorne mechanisch und hinten Luft. Bei der gewählten Maxispace-Innenausstattung herrscht dann wieder Einigkeit. Die Einrichtung mit drehbarem Beifahrersitz und großem Tisch an der Wand, der über das einteilige Bett geklappt wird, kommt sehr gut an. Als Wermutstropfen bleibt, dass bei gedrehtem Sitz der Kühlschrank nicht mehr aufgeht, was gerade zur Vesperzeit etwas unpraktisch ist. Da würden sich eher zwei getrennte Rollboxen unter der Liege anbieten – kann ja noch kommen.

Viel positives Feedback für Details

Im Detail gibt es viele lobende Worte für die gemütliche "Hängematte" an der Kabinenflanke, die dimmbare LED-Innenbeleuchtung (auch mit Blick auf den geringen Stromverbrauch), den belüfteten Fahrersitz mit kleiner Schublade im Sockel und auch den kompakten, Pkw-artigen Schlüssel. Sollte zwischendurch mal ein Kollege das Auto bewegen, werden mit Einlegen der Fahrerkarte einprogrammierte Werte wieder zurückgesetzt, zum Beispiel die Zeiten der Standheizung oder Radiosender – nicht lebenswichtig, aber ganz nützlich. Das große Staumodul an der Rückwand, inklusive einer weiteren Steckdose für eine Kaffeemaschine zum Beispiel, kann ebenfalls überzeugen.

Gleiches gilt für das von der Klimaanlage mitgekühlte Handschuhfach. Bei der häufigen Frage nach einer Standklimaanlage verweist Renault auf Aufdachanlagen aus dem Zubehörprogramm, die im Gegensatz zum Magnum immerhin nicht mehr gesplittet werden müssen. Die vollintegrierte Anlage aus dem Konzernbaukasten bleibt jedoch dem Volvo FH vorbehalten, ebenso die zweistufige Lenkradverstellung. Beim Thema vorausschauender Tempomat mit GPS-Anbindung hat Renault aber nachgezogen, ein entsprechendes "Optivision"-System ist inzwischen lieferbar (und absolut empfehlenswert).

Die meisten Pluspunkte für clevere Einrichtung

An einigen Stellen geht es nicht ohne Kompromisse. So lassen sich zum Beispiel die Seitenscheiben nicht komplett versenken, dafür verbessern die tief gezogenen Türbrüstungen die Nahsicht. Und der völlig ebene Kabinenboden in über 1,60 Meter Höhe erzwingt nun mal einen steilen Einstieg über vier Stufen hinweg. In der Kosten-Nutzen-Rechnung überwiegt für die meisten Tester aber das flache Parkett.

Der Clou ist letztendlich die clevere Maxispace-Einrichtung, mit der Renault die meisten Pluspunkte einheimsen kann. Mercedes Actros-Fahrer Konstantin Malatantis, der sich noch gut an den Kleiderschrank in seinem früheren Magnum erinnert, ist vom Einfallsreichtum der Franzosen freilich wenig überrascht: "Irgendwie typisch, dass so was von Renault kommt."

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Dieser Artikel stammt aus Heft FERNFAHRER 10/2016.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.

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Datum

11. Oktober 2016
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