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RDKS in der Praxis: Immer unter Druck

Mit Sens.it HD präsentiert Alligator ein Reifendruck-Kontrollsystem speziell für Nutzfahrzeuge. Bei der Spedition Edgar Graß ist es bereits in vielen Fahrzeugen im Einsatz.

Reifendruck-Kontrollsysteme, kurz RDKS, sind bei ­neuen Pkw mittlerweile vorgeschrieben. Auch im Lkw werden solche Systeme immer wichtiger und sind zumindest bei neuen Zugmaschinen oft ab Werk verbaut. 

Doch nicht immer funktionieren RDKS reibungslos, auch der Leistungsumfang beschränkt sich vielfach aufs Nötigste. Mit Sens.it HD hat der Ventilspezialist Alligator ein System auf dem Markt, das sich laut Anbieter preislich kaum von OEM-Produkten unterscheidet, aber deutlich mehr Funktionen bietet.

Mittelfristig werden alle Fahrzeuge ausgestattet

Auf den korrekten Reifendruck des Fuhrparks wurde bei der Spedition Edgar Graß im hessischen Beselich schon immer Wert gelegt: hochwertige Luftdruck-Prüfgeräte in der Werkstatt, geschulte Fahrer und Werkstattpersonal, das regelmäßig den Reifendruck kontrolliert. Dennoch investiert Geschäftsführer Alexander Steinberg in das Reifendruck-Kontrollsystem Sens.it HD – als eine der ersten Speditionen. 2013 wurden zunächst drei Fahrzeuge mit Prototypen ausgestattet. Mittlerweile fahren Dutzende Fahrzeuge der Spedition mit der aktuellsten und nun marktreifen Version des Kontrollsystems.
"Ich werde alle unsere Fahrzeuge damit umrüsten lassen", sagt Geschäftsführer Alexander Steinberg. 50 Zugmaschinen und 70 Silo-Auflieger hat die Spedition im Einsatz – insgesamt rollen also 720 Reifen.

"Wir montieren die Sensoren nach und nach, immer wenn die Fahrzeuge zum Umbereifen in der Werkstatt sind", sagt Steinberg. In wenigen Sekunden seien die kleinen Sensoren montiert. Sensor in die Tasche des Nylongurtes stecken und den Klettgurt auf der Felge festziehen – fertig. Dann wird es etwas zeitaufwendiger, denn die einzelnen Seriennummern der Sensoren und die Nummer des mitgelieferten Routers müssen per Hand einmalig in die Alligator-Datenbank eingegeben werden. Alligator schaltet daraufhin das System frei. Ein Vorteil des Sens.it HD gegenüber etwa dem OEM-System von Mercedes-Benz ist laut Steinberg die temperaturbereinigte Luftdruckmessung. Unabhängig von der Reifentemperatur ermittelt Sens.it HD den Druck anhand einer Referenztemperatur von 20 Grad.

Reifendaten per E-Mail oder SMS direkt in die Spedition

Während viele OEM-Systeme nur den Fahrer informieren, kann Sens.it HD die Daten auf drei verschiedenen Wegen ­bereitstellen. Zum einen ebenfalls über ein Display im Cockpit, zum anderen per Router direkt an die Datenbank in der Spedition oder als E-Mail oder SMS an eine Telefonnummer oder E-Mail-Adresse. Bei Graß laufen die Temperatur- und Luftdruckdaten derzeit ausschließlich in der Datenbank zusammen. Geschäftsführer Steinberg will ­einige Fahrzeuge jedoch auch mit Displays im Fahrerhaus ausstatten.
Der Schwellenwert, ab dem eine Benachrichtigung ausgelöst wird, lässt sich in zwei Stufen einstellen – etwa bei vorgeschriebenen neun bar ­zuerst auf 8,5 bar Reifendruck, in der zweiten Stufe auf acht bar. "Derzeit haben wir die Werte recht eng beieinander. Das werden wir in Zukunft noch etwas anpassen", erläutert Steinberg.

Mehr als 75 Prozent aller Lkw in Europa sind laut Continental mit zu geringem Luftdruck unterwegs. Das erhöht den Fahrwiderstand und lässt die Reifen schneller verschleißen. Als Hauptgrund für die nicht unerhebliche Investition in Dutzende RDKS nennt Steinberg jedoch etwas anderes: die hohen Folgekosten ­eines Reifenplatzers auf der Autobahn: "Da kommen ganz schnell mehrere tausend Euro zusammen, wenn der Abschleppdienst anrückt, der Lkw nicht pünktlich liefern kann oder andere Fahrzeuge durch Reifenteile beschädigt werden." Mit dem System erkenne man rechtzeitig, wenn Gefahr drohe. Zudem kann die Temperaturanzeige Aufschluss geben über einen möglichen Brems- oder Radlagerschaden.

Reifendruck wird dokumentiert

Mit einem Autobahnanteil von mehr als 70 Prozent spiegeln die Fahrzeuge bei Graß den typischen Fernverkehrs­einsatz wider. Laufleistungen zwischen 150.000 und 250.000 Kilometern pro Jahr sind keine Seltenheit. Ein weiterer Vorteil des Systems ist die für fünf Jahre lückenlos nachweisbare Historie des Reifendrucks. So kann sich der Reifenhersteller bei einer Beanstandung nicht damit herausreden, der Reifen sei mit Minderdruck gefahren worden. "Gut zwei Drittel unserer Reklamationen wurden bisher wegen angeblich zu geringen Luftdrucks abgelehnt. Das wird sich nun sicher ändern", sagt Alexander Steinberg.

Mit Michelin-Remix-Reifen der Größe 385/55 hatte die Spedition häufiger Probleme, deren Ursachen sich nicht klären ließen. Vielleicht kommen die Werkstattmitarbeiter mit Hilfe von Sens.it HD der Lösung nun auf die Spur

Autor

Foto

Matthias Heerwagen

Datum

14. Dezember 2015
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