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Rallye Dakar 2012: Startverbot für Echter beim Pre Prolog

Das ist ja wohl ein Ding: Da findet die alljährliche Dakar-Megaparty in Valkenswaard statt - und der beste deutsche Rallyetrucker darf nicht mitfahren. Was war da los?

Franz Echter, im vergangenen Jahr Fünfter der Rallye Dakar und wie 2012 in Diensten des niederländischen VEKA-Teams unterwegs, muss seinen Boliden im Fahrerlager stehen lassen und zusehen. Ärger im Team? Mobbing? Der Bayer winkt ab, gibt Entwarnung: Der Grund sind einfach zu viele Starter bei dem kleinen Sprintwettbewerb auf dem Eurocircuit Valkenswaard. Schließlich ist das hier eine Party von Niederländern für Niederländer. Deshalb hat das de Rooy-Team mit drei „Fremdarbeitern“ an den Lenkrädern entschieden, dass Biasion, Vila und Adua nicht fahren. Als Folge hat auch VEKA auf den Start des Deutschen Echter verzichtet. Alles ist also gut. Wie gut, das zeigt ein Rundumblick auf die Natur- und erstmals auch richtigen Tribünen: Rappelvoll! Mit 25.000 Besuchern ist der von RTL7 ausgerichtete Dakar Pre-Prolog 2011 ausverkauft! Da könnte mit Blick auf die Rallye-Diaspora Deutschland fast so etwas wie Neid aufkommen....

Zu jeder geilen Party gehört die richtige Musik. Für die sorgt hier, rund zehn Kilometer südlich von Eindhoven, ein vielstimmiges Orchester unterschiedlichster Motoren. Mehr als zwei Dutzend Trucks jagen neben einer Armada von Geländewagen und Buggys in gezeiteten Runden unter dem Jubel der Zuschauer um den Rallyecross-Kurs und setzen an den Sprunghügeln immer neue Weiten.Unsere Nachbarn im Westen sind offenbar bestens gerüstet für das Abenteuer in Argentinien, Chile und Peru. Der Gesamtsieger von 2007, Hans Stacey, trauert zwar noch ein wenig der guten alten MAN-Zeit nach. Dann lässt de aber mit breitem Grinsen den Iveco um den Kurs fliegen, stellt das Zehn-Tonnen-Geschoss in spektakulären (Pkw-) Driftwinkel an und meint: „Der Iveco geht aber auch richtig gut!“ Absoluter Hingucker und offenbar mit allerbesten Handling-Eigenschaften ausgestattet ist der markante Iveco Torpedo-Hauber von Gerard de Rooy. Das NL-Publikum jedenfalls liebt die Kombination des jungen Wilden im Haubentruck - unüberhörbar!

Da sollte was gehen im Januar. Aber auch Franz Echter blickt sehr zuversichtlich auf die nächste Dakar. Der Grund für die Zuversicht trägt ein deutsches Kennzeichen. „Wir setzen unseren bewährten MMMP-MAN ein,“ lüftet Echter das Geheimnis. Mit diesem Auto wurde das ‚Team in diesem Jahr beste Nicht-Kamaz-Truppe bei der Silk Way Rallye. „Da hatten wir schon das jetzige Paket, aber bei der Silk Way gab es noch Kinderkrankheiten. Die sind jetzt weg. Das Auto hat die nächste Ausbaustufe erreicht und ist standfest.“ Der Bayer ist von seinem Arbeitsgerät „made by Maurer“ in Türkheim begeistert. Zwei Tage vor dem Pre Prolog präsentierte sich der MMMP-Man noch in unschuldigem weiß, jetzt dominiert das VEKA-Rot Fahrerhaus und Aufbau. Wichtigstes Geheimnis des Echter-MAN und gleichzeitig größter Unterschied zu den übrigen VEKA-Trucks: der MMMP baut auf einem KAT-Rahmen mit Schraubenfeder-Fahrwerk auf. Dieses Chassis ist bei den geländegängigen Lkw anerkanntermaßen so ziemlich das Beste, was der Markt hergibt.

Der starke Zuwachs an Startern gegenüber dem Vorjahr hat übrigens Zeitdruck zur Folge. Es passen nämlich nicht mehr alle Fahrzeuge auf ein Schiff. Deshalb legt in Frankreich neben der planmäßigen Fähre nach Argentinien am Monatsende schon ein Extraschiff am 10. November ab. Und wenn dann die ganz große Party am 1. Januar in Buenos Aires steigt dürfen Franz Echter und seine Crew endlich auch wieder mitfahren. Läuft es wirklich gut könnte es dann schon bald heißen: Die anderen dürfen mit Echter mitfahren. Vielleicht gibt es dann auch mal ein deutsches Valkenswaard!

Foto

Klaus-Peter Kessler

Datum

7. November 2011
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