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Rallye Dakar 2011 in Südamerika: 9000 Kilometer über Pässe und durch die Wüste

Die Rallye Dakar gastierte 2010 zum zweiten Mal in Südamerika. Der FERNFAHRER hat sich zustauben lassen.

Klar, eine Wüstenrallye ist kein Kindergeburtstag. Die Kollegen, die schon einmal dabei waren, hatten mich gewarnt. Trotzdem fand ich die Sandschutzbrille, die wie eine Schneebrille ohne Tönung aussieht, als Begrüßungsgeschenk etwas übertrieben. Schließlich würden wir Journalisten in unseren neuen VW Amarok ohnehin meist artig auf Asphalt fahren und abends völlig unspektakulär im Hotel nächtigen. Doch schon im zweiten Biwak zeigte sich: Der Sand ist überall. Auf der Ladefläche, im Luftfilter, in den Haaren, in der Nase. Und sobald auch nur ein wenig Wind weht, ist man dankbar für jeden Augenschutz. Unter diesen Bedingungen ohne professionelles Equipment zu arbeiten oder gar zu fahren – undenkbar!

Abenteuer Dakar

Trotzdem – oder gerade deswegen – finden sich jedes Jahr wieder einige hundert Männer und Frauen zusammen, weil sie gemeinsam das Abenteuer Dakar bestehen wollen. Seit über 30 Jahren gilt dieses Rennen aufgrund seines Marathon-Charakters als die härteste Prüfung für Offroader (s. Kasten auf Seite 47). Aber nicht nur die Fahrer der Wettbewerbsfahrzeuge leisten während der zwei Rallye-Wochen Erstaunliches – es gibt auch Helden jenseits des Klassements. Die sorgen dafür, dass jeden Tag das Kantinenzelt steht, dass die Duschen funktionieren oder dass Ersatzteile, Treibstoff und Proviant zuverlässig ins Biwak kommen.

Militär-Allradler als Getränkedepot

So zum Beispiel Uta Baier aus Adlkofen. Ihren MAN SX kennt im Fahrerlager jeder. Denn in diesem Jahr fährt und verteilt sie für den Hauptsponsor Getränkedosen – damit ist sie eine der begehrtesten Anlaufstationen im Camp. Mit ihrem 500 PS starken Militär-Allradler könnte sie zwar auch problemlos im Wettbewerb mitfahren – ihre Dakar-Karriere begann als Mechanikerin bei KTM, später fuhr sie den „Fast Service“ für die Motorradmarke –, in diesem Jahr verfolgt sie aber ein anderes Ziel: „Nach der Rallye bleiben wir noch ein paar Monate hier, um Südamerika zu erkunden.“ Die 54-Jährige betreibt zu Hause eine Agentur für Offroadreisen (www.teambuctou.de) und ist immer auf der Suche nach neuen Strecken und Reisezielen.

Kommunikationszentrale MAN TGS 26.480 6x6

Einen ganz anderen Traum hatte Wayne Smith, als er vor einigen Jahren aus seiner Heimat Australien in die USA auswanderte: „Ich wollte einfach für das Motorsport-Team von Robby Gordon arbeiten.“ Und so kam es auch: zunächst als Handlanger, dann als Überführungsfahrer und schließlich als Mitglied des Dakar-Teams des populären Kaliforniers wurde Waynes Wunsch Wirklichkeit. „Ich kann mir keinen spannenderen Job vorstellen“, sagt der 32-Jährige, der mit dem nagelneuen Freightliner Argosy mit Werkstattaufbau und extra langem Radstand einen echten Hingucker fährt. Brandneu ist auch der Lkw von Sigfried Lebe. Er steuert das neue Prunkstück der Kommunikationsabteilung des VW-Konzerns: einen MAN TGS 26.480 6x6 mit einem Aufbau, der modernstes Kommunikationsequipment beherbergt. Neben PC-Arbeitsplatz und Jumbo-Fernseher bietet der schneeweiße Niedersachse Internetzugang per Satellit – und dies mit autarker Stromversorgung. „In allerletzter Minute vor der Verschiffung ist er fertig geworden“, erzählt Lebe, der sich sonst für VW um die Fahrzeuglogistik für Messen oder Präsentationen kümmert. Der Ingolstädter freut sich, dass er mit seinem Dreiachser in Südamerika auch mal ein wenig schneller als in der Heimat unterwegs sein darf. Dabei geht es aber für die heimlichen Dakar-Helden nicht nur um Geschwindigkeit: „Wenn wir ankommen, muss erst mal der Sand runter!“

Foto

Stefan Cerchez/VW

Datum

28. April 2011
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