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Rallye Breslau: Bam Bam und echte US-Freaks

„Nein, so herausfordernde Events wie die Croatia Trophy oder die Rallye Breslau gibt es in den USA nicht.“ Bedauern ist aus der Stimme von Jay Couch zu hören. Schließlich ist der 41jährige aus Denver/Colorado mit seiner Firma CORE - Couch Off Road Engineering - einer der wenigen echten Unimog-Spezialisten in Obama-Land.

„Bei uns beschränken sich Off Road Wettbewerbe lediglich auf Rock Crawling,“ ist Jay Couch von der nationalen Szene enttäuscht. „Das haben wir mitgemacht. Das ist aber nichts für ein so massiges Fahrzeug wie der Unimog gegen die PS-Monster mit Rohrrahmen.“ Durch die vielen Kontakte nach Europa ist ihm die „Breslau“ als ultimative Herausforderung für einen Mogger bekannt. Deshalb konnte er die entsprechende Frage seines Beifahrers Gustavo „GUS“ Fraga Errecart entsprechend positiv beantworten, als der im Februar fragte, ob er Lust habe, mit ihm bei der Breslau anzutreten. „Klar kenn ich die. Ich würde gerne dort an den Start gehen!“

Die Arbeitsteilung war klar: Gus, Chef eines auf beiden Seiten des Atlantik agierenden Unternehmens für Biodiesel, zahlt. Und Jay (couchoffroad.com ) baut den Truck. Zuerst dachte der an den Umbau eines 416. Doch dann entschieden sich die US-Boys, die jetzt die ersten US-Starter bei der Breslau sein werden, für einen U 1700. „Bam Bam“ wie der Cummins 24-Ventiler-befeuerte (!) Unimog jetzt genannt wird, ist für Couch der Vorläufer eines geplanten hochmobilen Expeditionsfahrzeugs. Bei der Breslau wolle man durchaus um eine gute Position mitfahren, auch wenn die Zeit nicht reichte, den Truck möglichst perfekt zu bauen. „Wir wollen aber auch jede Menge Gleichgesinnte aus den vielen Teilnehmerländern treffen,“ freut sich Jay auf den Europa-Trip. Im Gegensatz zum Geländeerfahrenen Profi-Unimog-Schrauber mit einem Privat-Fuhrpark von zehn unterschiedlichen Gaggenauern hat Beifahrer Gus, der nach der Breslau von New Jersey nach Maryland umzieht, keinerlei Motorsporterfahrung. Nach ersten Erfahrungen mit einem Unimog in Argentinien kaufte der vor 44 Jahren in Buenos Aires geborene Manager vor zwei Jahren in Hamburg einen 421 U 600. Die Breslau verfolgt der verheiratete Vater eines Sohnes nach eigenem Bekunden seit Jahren auf Youtube und anderen Websites und  berichtet darüber im Unimog-Forum benzworld.org, in dem der bekennende Unimog-Fanatiker sehr aktiv ist. 

Heute wird es ernst für die Unimog-Freaks von der anderen Atlantikseite: Bam Bam hat die erste lange Etappe hinter sich. Er landete mit Delta Airlines aus Denver in Frankfurt am Main. Die Mannschaft, in Begleitung eines TV-Teams von Discovery Chanel, folgt kurze Zeit später mit der Lufthansa. Via gemieteten Gespanns wird der Wettkampfmog anschließend Richtung Start in Breslau gekarrt, wo die Freaks aus den USA sicherlich mit großem Hallo von der Breslau-Gemeinde empfangen werden. Dann kann auch  das „viele nette Leute kenne lernen“ losgehen!

Foto

Jay & Gus

Datum

22. Juni 2011
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