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Rallye Breslau 2014: Rallye ohne Titelverteidiger

Bei der Rallye Breslau, der größten Amateur Off Road Rallye Europas fehlten in beiden Lkw-Klassen die Titelverteidiger. Chance also für andere Piloten auf die Spitzenplätze.

Die große Politik hat Einfluss auf den Rallyesport: Wegen der Situation in der Ukraine stand die diesjährige Breslau lange auf der Kippe. Traditionell mit den spektakulären Sonderprüfungen auf weitläufigen Militär-Übungsgeländen im westlichen Polen unterwegs, übten hier jetzt verstärkt NATO-Truppen. Irgendwie bekam Veranstalter Alexander Kovatchev dann doch die ersehnte Genehmigung – allerdings nicht zum Traditionstermin mit Start am letzten Juni-Samstag. Nun kollidierte die Rallye ausgerechnet mit dem Truck-Grand-Prix am Nürburgring, was Starter im Truck-Feld kosten sollte. 

Am Start waren es dann doch neun Teams in der Klasse bis 7,5 Tonnen, bei den schweren Lkw sogar 16. In der neuen "Cross Country"-Wertung rollten weitere fünf Trucks an, darunter mit Ales Loprais echte Dakar-Prominenz. In dieser Wertung können Fahrzeuge starten, die für die sonst extrem schweren Breslau-Pisten nicht geschaffen sind oder, wie es ein Hardcore Starter sagte: "Breslau light für Wasser- und Schlammscheue."

Politik stoppt Rallye

Mittendrin wurden Rallyetross und Organisatoren erneut von der aktuellen Politik eingeholt, die Startampeln auf Rot gestellt. Der Abschuss einer Passagiermaschine in der Ukraine versetzte die Militärs in Alarm. Die Rallye störte da nur noch. Irgendwie schaffte es Rallyechef Kovatchev, die erneute Freigabe auszuhandeln. Mit einer Verzögerung ging’s in die nächste Spezialprüfung. Am Ende gab es Lob von allen Seiten. Von der "besten Breslau" war da ebenso die Rede wie von einer perfekten Organisation. Die erste Ausrichtung der Rallye-Legende in Alleinverantwortung von Alex K. war also geglückt.

Während Ales Loprais erwartungsgemäß die neue "CC"-Wertung für sich entschied, erkämpften sich Udo Heidenreich, Hermann Schmitz und Harry Graf mit einem neu aufgebauten Unimog U 1300 den Sieg bei den leichten Lkw vor Reichenbach/Beier (Unimog 406) und Musy/Ibbett mit dem Ex-Heidenreich-Auto Unimog U 1550.

Sieg mit Eigenbau

In der schweren Klasse setzte der Niederländer Leon de Wit mit seinem spektakulären, Mercedes-befeuerten Eigenbau seine Erfolgsserie fort und holt sich nach dem Sieg bei MT-Rallye und Baja Deutschland auch die Breslau-Trophäe. Mit einem starken Come Back sichern sich Vater und Sohn Niedergesäß aus Cottbus plus Jan Borzym als drittem Mann mit ihrem spektakulären Scania Platz zwei vor Leyh/König (MAN Kat 1).

Fazit: Die Rallye-Legende lebt und sogar trotz der großen Politik. Harald Chemnitz hat bei den schweren Trucks einen würdigen Nachfolger und der urlaubende Patrick Töpfer wird 2015 versuchen, Udo Heidenreich den Titel wieder abzujagen.

Autor

Foto

Paolo Baraldi

Datum

4. August 2014
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