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Raben Group mit einer Milliarde Umsatz: Raben strebt Rendite von fünf Prozent an

Der Logistikdienstleister Raben hat erstmals die Marke von einer Milliarde Euro geknackt. "Damit haben wir eine Punktlandung geschafft", sagt Firmenchef Ewald Raben im Gespräch mit der Fachzeitschrift trans aktuell.

Im Jahr 2003 habe er seinem Management eine Strategie vorgestellt, an die ein entsprechendes Umsatzziel gekoppelt war. Damals habe sich das keiner vorstellen können. "Wir lagen 2003 bei 80 Millionen Euro Umsatz", erklärt Raben. 2012, 2013 und 2014 sei man dann schon sehr nahe am Zielwert von einer Milliarde Euro dran gewesen.

Für das laufende Jahr rechnet der Unternehmer für seine Gruppe, die in elf europäischen Ländern tätig ist, mit einem Wachstum von fünf bis sechs Prozent und einem Umsatz von 1,1 Milliarden Euro. 75 Prozent der Erlöse entfallen dabei auf den Landverkehr, also auf Stückgut und Teil­ladungen, der Rest auf Frische- und Kontraktlogistik.

War das Unternehmen in der Vergangenheit stark durch Übernahmen gewachsen, stehen die Zeichen nun auf Integration und organischem Wachstum. Ihm gehe es dabei nicht um schnelles, sondern um profitables Wachstum, stellt Raben klar. "Wir sind ein profitables Unternehmen, was eine Umsatzrendite von 3,5 Prozent bestätigt", sagt er.

3,5 Prozent Umsatzrendite für Raben nicht ausreichend

Obgleich dieser Wert weit über dem Branchenschnitt liegt, will sich der Unternehmer damit nicht zufriedengeben. "Wenn wir den Umfang unserer Aktivitäten als Maßstab ansehen, sind 3,5 Prozent als Marge für uns nicht ausreichend", erklärt er. "Sie muss in der Gruppe eher bei fünf Prozent liegen." Hinzu komme, dass er nachts gut schlafen wolle, erzählt Raben mit einem Augenzwinkern. "Bei nur einem Prozent operativer Marge muss bloß eine Sache schieflaufen und ich bin rot. Das kann nicht das Ziel sein." Wolle die
Raben Group für Mitarbeiter ein sicherer Arbeitgeber und für die Kunden ein sicherer Partner sein, müsse die Marge höher ausfallen.

Hohe Kosten für die Integration von Speditionen

In den anderen Landesgesellschaften habe man die angestrebte Umsatzrendite von mindestens fünf Prozent schon realisiert, berichtet Raben – noch nicht aber in Deutschland. Grund sind die zahlreichen Akquisitionen in den vergangenen Monaten, die mit hohen Investitionen sowie Kosten zur Integration in das Raben-Netzwerk verbunden waren. "Hier haben wir noch Anlaufverluste."

Dabei geht die Integration eines Unternehmens bei Raben relativ schnell über die Bühne, wie aus den Ausführungen des Unternehmers deutlich wird. Er setzt eine Zeitspanne zwischen sechs und 13 Monaten an. "Das hängt davon ab, wie die Firma aufgestellt ist, wie groß sie ist, wie viele Niederlassungen involviert sind und inwiefern man mit dem Management weiterplanen kann", berichtet der Manager. Seine bislang schnellste Integration liege sogar bei deutlich unter sechs Monaten.

Andererseits will Raben nichts überstürzen. Er ändere nicht sofort den Namen, unter dem eine Spedition in der Region, bei ihren Mitarbeitern und Kunden bekannt ist. Als Beispiel führt er die im Frühjahr 2015 übernommene Balter-Gruppe aus Mülheim-Kärlich aus dem Cargoline-Verbund an. "Wir haben die Firma vor 18 Monaten übernommen und sie heißt noch immer Balter." Es gebe aber auch Beispiele, wo die Umbenennung zügig erfolgen müsse. Das gelte für die jüngste Übernahme, den Rhenus-Standort in Fellbach. Schließlich müsse das Umfeld erkennen, dass die Geschäfte nun unter anderer Flagge laufen und nichts mehr mit dem Namen Rhenus zu tun haben.

Matthias Rathmann, trans aktuell Chefredakteur

Autor

Foto

Thomas Küppers

Datum

1. September 2016
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