Neun Partner für Elvis Zoom

Projekt iLAN der Ladungskooperation Elvis: Elvis auf dem Weg zu höherer Produktivität

Die Kooperation Elvis ist ihrem angestrebten intelligenten Ladungsnetzwerk (iLAN) einen Schritt näher gekommen. Ein über zwei Monate dauernder Feldversuch hat ihr wichtige Erkenntnisse gebracht, wie sich die Effizienz der Verkehre durch einen produktiveren Fahrzeugeinsatz steigern lässt.

 "Wir haben anhand von Echtdaten Werkzeuge für ein intelligentes Matching der Sendungen entwickelt", bilanziert Andy Apfelstädt, der das Projekt am Institut Verkehr und Raum der Fachhochschule Erfurt (FH EF) unter der Leitung von Prof. Dr. Matthias Gather betreut, im Gespräch mit der Fachzeitschrift trans aktuell. Der Beweis, dass iLAN funktionieren kann, habe man damit erbracht. Das Projekt läuft offiziell bis Juni 2017, wobei sich eine Verlängerung bis zum Ende des Jahres andeutet.
Elvis-Vorstand Jochen Eschborn ist überzeugt, dass es bei der Wirtschaftlichkeit noch reichlich Luft nach oben gibt. Kostenersparnisse von bis zu 20 Prozent sind seiner Ansicht nach möglich, wenn die Verkehre industrialisiert ablaufen, also Fahrerarbeitszeit und Fahrzeugeinsatz entkoppelt sind. "Wir sind die einzige Branche, die es sich erlaubt, das Personal auf der Maschine schlafen zu lassen", sagt auch Apfelstädt.

Lkw kehren abends an ihr Depot zurück

Damit spielt der Wissenschaftler darauf an, dass der Lkw häufig stundenlang steht, weil der Fahrer darin seine Ruhezeiten verbringt. Durch ein intelligentes Routing der Fahrzeuge könnten die Räder dagegen rund um die Uhr laufen und die Fahrer zu Hause schlafen. Das will Elvis dadurch erreichen, dass die Lkw zum Ende einer Lenkzeit wieder an ihr Depot zurückkehren, wo sie ihre nächste Reise antreten und die Fahrer getauscht werden.
Voraussetzung für iLAN ist das Wissen, welche Sendungen für diese Art der Produktion überhaupt infrage kommen. Mathematiker Bernd Nieberding hat einen Algorithmus erstellt, der täglich aufs Neue berechnet, welche Sendungen sich als Depot-, Begegnungs- oder Hubverkehr abwickeln lassen. Sowohl Apfelstädt als auch Nieberding schreiben über iLAN derzeit ihre Dissertationen beziehungsweise haben diese schon fertig gestellt. Apfelstädt beleuchtet die Logistikprozesse, Nieberding die dafür notwendigen Berechnungen.

Beide Verkehrsforscher sind von den Vorteilen eines geänderten Routings innerhalb des Ladungsnetzwerks überzeugt. Inwiefern sich die Produktivität bei Elvis damit konkret steigern lässt, können die beiden aber noch nicht beantworten. Das hängt damit zusammen, dass der Feldversuch hier nur bedingt Antwort gegeben hat. Grund war die relativ geringe Teilnehmerzahl von 17 Unternehmen mit zusammen 22 Depots. Sie hatte zur Folge, dass der Feldversuch anhand der von den Teilnehmern eingereichten Datensätze nur simuliert wurde.

iLAN-Feldversuch hat paarige Verkehre identifiziert

Gewisse Aussagen lassen sich nach der zweimonatigen Simulation in Laborumgebung dennoch treffen: So konnten die Wissenschaftler die täglichen Sendungsströme sichtbar machen und paarige Verkehre identifizieren, die den Elvis-Partnern teilweise noch nicht bekannt waren. Diese lassen sich, sofern noch einige weitere Bedingungen erfüllt sind, in effiziente Begegnungsverkehre überführen. Was die Illustration der Sendungsströme angeht, hat sich herausgestellt, dass es im Netzwerk zwar große Lücken bei der Depotverteilung gibt, die Sendungsströme aber recht gleichmäßig über die Republik verteilt sind. Sprich: Wo kein Depot in der Nähe ist, sind trotzdem Ladungen abzuholen oder zuzustellen. "Mehr Partner und ein engmaschigeres Netz wären somit von Vorteil", erklärt Apfelstädt.
Im Rahmen des Feldversuchs ging er mit Kollege Nieberding so vor, dass er die Speditionen bis mittags um die betreffenden Sendungsdaten bat. Gegen 14 Uhr lieferte das System der Erfurter Forscher, welches mithilfe des Dienstleisters Eikona perspektivisch in eine IT-Lösung überführt wird, dann eine um weitere Daten ergänzte Matrix zurück. Daraus konnten die Speditionen dann erste Empfehlungen zu unterschiedlichen Matching-Möglichkeiten entnehmen.
"Ob und inwiefern die Teilnehmer von diesen Empfehlungen auch Gebrauch gemacht haben, können wir nicht nachvollziehen", sagt Apfelstädt. Doch das war auch nicht die Zielstellung des Feldversuchs. Vielmehr ging es darum, Vorschläge zu machen, wie die Ladungen gegebenenfalls wirtschaftlicher abzuwickeln sind, und darum, das System insgesamt zu validieren. Das ist gelungen – und damit ein weiterer Schritt in Richtung iLAN gemacht.

Matthias Rathmann, trans aktuell Chefredakteur

Autor

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Elvis

Datum

5. Oktober 2016
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