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Profiwissen: Wohlige Wärme durch Lkw-Heizungen

Sie garantieren nicht nur eisfreie Scheiben und eine warme Kabine, sondern können auch für die notwendige Temperierung des Laderaums sorgen.

Der Transport einer Reihe von Ladegütern wie Lebensmittel, kälteempfindliche, wasserlösliche Farben, Pflanzen oder Computer sowie Medizin- und Pharmaprodukte setzt eine konstante Temperatur voraus. Oft geht es um eine Kühlung – bei Lebensmitteln meist von minus sieben bis minus 30 Grad. Je nach Außentemperatur ist aber auch Heizen notwendig. Beispiel Bitumen-Schüttgut: Kühlt es beim Transport ab, bleibt nur noch, das Material mühsam aus der Mulde zu kratzen. Gegenmaßnahme ist eine Muldenheizung. Vom Abgasrohr des Zugfahrzeugs oder Motorwagens führt eine Leitung zu einem Anschluss an der Mulde. Die Abgase strömen durch über die Ladefläche verteilte Kanäle und erwärmen auf diese Weise das Transportgut. Motorunabhängige Heizungen indes bestehen als Anlagen zur Laderaumtemperierung und aus Systemen zur Beheizung von Motor und Kabine. Zur Laderaumbeheizung kommen häufig mit Flüssiggas betriebene Anlagen zum Einsatz.

Wärmetauscher überträgt Wärme an die Umluft

Ein Wärmetauscher überträgt Wärme an die Umluft. Erzeugt wird sie von einem Brenner mit Flammrohr. Er erhitzt den Wärmetauscher, nachdem ein Magnetventil die Gaszufuhr geöffnet hat und von einer Zündkerze entflammt wurde.

Ein Umluftgebläse saugt kühle Luft an und befördert sie über den Wärmetauscher zum Warmluftaustritt. Die Warmluft bläst meist unten in die Hohlräume von Paletten und Rollcontainern und wird an der Decke abgesaugt. Für eine exaktere Verteilung kommen teilweise auch Luftkanäle zum Einsatz. Die Verbrennungsluft mit den Abgasen entweicht durch ein Doppelrohr im Gegenstromverfahren nach außen. Eingebaut sind solche Anlagen in der Regel direkt im Laderaum oder an der Stirnwand.

Zum Vorheizen von Motor und Fahrerhaus bieten sich dieselgespeiste Heizungen an. Zwei Systeme sind im Einsatz: Luft- oder Warmwasserheizungen. Vorteil einer Luftheizung ist eine effektive Temperierung mit deutlich kürzeren Ansprechzeiten, da sie ohne den Umweg über das Medium Wasser auskommt. Sie bietet sich daher auch für große Raumvolumen wie Fahrgasträume von Bussen an.

Motor bleibt bei Luftheizung kalt

Nachteil einer Luftheizung ist, dass der Motor kalt bleibt. Eine Wasserheizung hingegen gibt die von einem Brenner erzeugte Wärme an die Kühlflüssigkeit ab. Für die Umwälzung des erwärmten Wassers sorgt eine Pumpe, das Innenraumgebläse verteilt die warme Luft in der Kabine.

Erzeugt wird die Wärme, indem ein Brenner Kraftstoff verbrennt. Den Kraftstoff fördert entweder ein Dosiersystem aus dem Fahrzeug- oder aus einem Zusatztank über eine Zerstäuberdüse zum Brenner. Nach Zündung mit einem Hochspannungsfunken vermischt sich im Brennraum der Kraftstoff mit der Verbrennungsluft. Die heißen Gase strömen durch einen Wärmetauscher und erhitzen so das Kühlwasser. Eine Wasserumwälzpumpe fördert das Kühlwasser zum Wärmetauscher in der Kabine. Von dort aus strömt es zurück  über den Motor-Kühlkreislauf zum Heizgerät. Der so vorgewärmte Motor ist weder verschleißträchtigen Kaltstarts  noch Warmlaufphasen mit erhöhtem Verbrauch ausgesetzt.

Standheizungen mit Zeitschaltuhr

Einschalten lassen sich Standheizungen per Zeitschaltuhr im Bordcomputer des Fahrzeugs, über eine Funkfernbedienung oder mit Hilfe des Smartphones. Die Steuerung per Zeitschaltuhr fußt auf zwei unterschiedlichen Konzepten: Einmal wird die Einschaltzeit vorgegeben,  der Fahrer muss dann  die nötige Heizdauer abschätzen. Das andere Mal ist die geplante Abfahrtszeit einzugeben. Anhand eines Temperatursensors ermittelt die Heizung dabei die notwendige Vorlaufzeit selbsttätig.

Nachträglich eingebaute Heizungsanlagen unterliegen der Bauartgenehmigungspflicht und müssen von einem anerkannten Sachverständigen abgenommen werden. Die Zulassungsstelle übernimmt die Eintragung in den Kfz-Schein. Besitzt die Anlage eine EG-Typengenehmigung und wurde nach den Vorschriften des Herstellers eingebaut, ist eine Einzelabnahme nicht vorgeschrieben. Den Einbau in Gefahrgutfahrzeuge regelt wiederum das Europäische Übereinkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße (ADR).

Die Heizung in der Box

Mit der Trumatic 4000 bietet der Hersteller Truma eine mobile Gasheizung in der Gitterbox mit 3.700 Watt Nennleistung an. Die von einer Versorgung durch das Fahrzeug unabhängige Anlage mit integriertem Gebläse und einer Batterie für die Stromversorgung sitzt in einer Gitterbox und kann so je nach Bedarf mit dem Stapler von Laderaum zu Laderaum gewechselt werden. Betrieben wird die ohne Batterie und Gasflasche knapp 100 Kilogramm schwere Anlage in Europaletten-Abmessung mit Propan- oder Butangas.

Andreas Wolf lastauto omnibus

Autor

Foto

Eberspächer

Datum

20. März 2014
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