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Foto: Christoph Ostheimer

Hubwagen-Fahrer

Mit beiden Beinen fest am Boden

Wer täglich an Bord von Flugzeugen arbeitet, muss nicht zwangsläufig in die Luft gehen. Der Job des Hubwagenfahrers am Frankfurter Flughafen erfordert fahrerisches Können.

Wer kann schon von sich behaupten, jeden Tag an Bord mehrerer Boeing 747 oder Airbus A 380 zu arbeiten? Für viele Frauen und Männer der Airport Service Gesellschaft (ASG) Frankfurt ist das tatsächlich Alltag. Die ASG bietet als Flughafendienstleister unter anderem Flugzeuginnenreinigung und Kabinenausstattung für Fluggesellschaften an. Wir haben Hubwagenfahrer Thomas Krause bei seinem Job im Hightech-Truck und an Bord der größten Passagierjets der Welt begleitet.

Die Sicherheit liegt an erster Stelle

"Bevor ich mit dem Lkw zurücksetzten darf, muss ich immer einmal um den Hubwagen herumlaufen. So stelle ich sicher, dass ich überall genügend Abstand zum Flugzeug habe", erklärt Krause. Seit 14 Jahren steuert er einen der Hubwagen. Erfahrung und Schulung sind für den Job auf dem Flughafenvorfeld unerlässlich. Dort gelten eigene Verkehrsregeln: Flugzeuge haben immer Vorfahrt – egal ob Polizeiauto, Feuerwehrfahrzeug oder Gepäckwägelchen. Jeder muss Rücksicht auf die rollenden Giganten nehmen. Mitten auf dem Vorfeld befindet sich die Einsatzzentrale. Von dort werden die verschiedenen Fahrzeuge und ihre Besatzungen auf den jeweiligen Flugzeugtyp aufgeteilt.

Das fahrende Material muss ebenfalls stimmen, weswegen die ASG gerade erst wieder in den Fuhrpark investiert hat. Die neuen Hubwagen auf Basis der Euro-6-Generation des Mercedes-Benz Econic 2630 kommen bei den großen Interkontinental-maschinen vom Typ Boeing 747 und Airbus A 380 zum Einsatz. Dabei ist nicht nur die Ausfahrhöhe des Kofferaufbaus der Spezialfahrzeuge entscheidend, sondern auch das vergrößerte Ladevolumen. Das ist in den vergangenen Jahren aufgrund der stetig ­angestiegenen Ausmaße der Flugzeuge, mit Platz für 500 Passagiere und mehr, nötig geworden.

Den Passagieren stehen bei Langstreckenflügen Kissen, Zahnbürste, Zahnpasta, Sicherheitskarte und weitere Annehmlichkeiten zur Verfügung. Zudem wird bei der Flugzeugausrüstung zwischen Economy-, Premium-Economy-, Business- und First-Class-Bestuhlung sowie Paketen für weibliche und männliche Passagiere unterschieden – ein gigantischer logistischer und materieller Aufwand. Hier kommt Hubwagenfahrer Krause ins Spiel. Per ­Datenfunk aufs Handy bekommt der Familienvater mitgeteilt, welcher ­Flugzeugtyp welcher Airline mit welcher Bestuhlung als Nächstes abgefertigt wird. Dabei hat jede Fluggesellschaft eigene Vorgaben, mit welchen „Wohlfühl­paketen“ ihre Maschinen ausgestattet werden müssen.

Vorbereitung und ein gutes Zusammenspiel ist das A und O

Das Handy klingelt, ein neuer Auftrag ist über den Datenfunk eingetroffen. Sofort macht sich Krause auf den Weg ins Lager, um das Material abzuholen und zu prüfen. Die Lagermitarbeiter haben die Ausrüstungsgegenstände bereits dem Auftrag entsprechend vorbereitet und in fahrbare Gitterboxen verpackt. Krause ist auch für die Vollständigkeit und richtige Bestückung der Flugzeuge verantwortlich. Erst nach seinem Okay beginnen er und das Lagerteam damit, den Lkw gemeinsam zu beladen. Das Be- und Entladen gehört ebenso zu seinem Job wie eine vorschriftsmäßige Ladungssicherung. Zwar gelten auf einem Flughafen eigene Verkehrsregeln, doch die Vorschriften für Ladungssicherheit sowie für Lenk- und Ruhezeiten sind dieselben wie im öffentlichen Straßenverkehr.

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Datum

16. Oktober 2015
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