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Plug-In-Hybrid von MAN: Metropolis soll Innenstädte entlasten

MAN setzt auf Hybrid. Mit dem Forschungsfahrzeug Metropolis auf Basis eines TGS, ausgerüstet mit einem Lithium-Ionen-Stromspeicher und einem PKW-Sechszylinder-Dieselmotor aus dem Volkswagen-Konzern wollen die Münchner die emissionsfreie Ver- und Entsorgung von Innenstädten erproben.

Eingebaut ist der Plug-In-Hybridantrieb, den MAN in Zusammenarbeit mit Benteler Engineering Services erprobt, in einem TGS 6x2-4. Strom liefert eine Lithium-Ionen-Batterie, die unter dem Fahrerhaus über der Vorderachse angeordnet ist, dort, wo normalerweise der Dieselmotor sitzt. Ihr Gewicht liegt somit auf der Vorderachse, während die Hinterachsen für das Gewicht von Aufbau und Ladegut freibleibt. Die Kapazität des Akkus beläuft sich auf rund 105 kWh.

Bedarfsgerechter Betrieb von Nebenaggregaten

Der Stromspeicher versorgt einen 203 kW starken Elektromotor, der über ein Zweigang-Automatikgetriebe an den Hinterrädern des TGS für Schub sorgt. Nebenaggregate wie Servolenkung, Luftpresser und Hydraulikpumpe sowie die Klimaanlage sind ebenfalls elektrisch betrieben. Für ihren bedarfsgerechten Betrieb sorgt das Energiemanagement des Fahrzeugs. Sollte dem Hybrid-TGS dennoch der Saft ausgehen, springt ein Sechszylinder-TDI von Volkswagen zusammen mit einem Generator als Range-Extender ein.

Unveränderte Nutzlast

Da der PKW-TDI den TGS nicht direkt antreibt sondern nur für die Stromproduktion sorgt, kann er stets bei verbrauchseffizienten Drehzahlen laufen. Aus drei Liter Hubraum entwickelt er 204 PS (150 kW). Energierückgewinnung, Batteriezustand und Lademodus liest der Fahrer von einem Farbdisplay im Cockpit ab. Die Gewichtseinsparung durch den Wegfall von großem Lkw-Motor und -Getriebe kompensiert laut MAN das Mehrgewicht des Plug-In-Hybrid, die Nutzlast soll sich gegenüber einem konventionellen TGS 6x2-4 nicht verändern.

Einsatz als Abfallsammler

Beweisen soll sich der Metropolis während zwei Jahren als Abfallsammel-Fahrzeug bei dem Entsorgungsunternehmen SUEZ Environnement in der Region Antwerpen-Brüssel ab 2013. Der Aufbau stammt von Faun. Es handelt sich um einen elektrisch betriebenen Kompressions-Hecklader mit Lifter und  insgesamt 22 Kubikmeter Fassungsvermögen. Das Liften der Müllbehälter und Komprimieren des Abfalls bewältigt der Antrieb elektro-hydraulisch. Eine komplette Tagesschicht setzt sich aus zwei Zyklen mit je vier Stunden Sammeltätigkeit und 15 Kilometern Fahrstrecke im Stop-and-Go zusammen. Dieses Pensum schafft der Hybrid-TGS allerdings nicht ohne Einsatz des Range-Extender.

Birdview erleichtert das Rangieren

Das Rangieren des Abfallsammlers soll ein Kamerasystem namens Birdview erleichtern. Es erfasst das Geschehen im Nahbereich rund um das Fahrzeug aus der Vogelperspektive. Die Bilder setzen sich aus vier einzelnen Kamera-Perspektiven zusammen. Angebracht sind die Kameras  jeweils mittig an den Fahrzeugseiten. Ein Grafikrechner setzt die einzelnen Bilder zu einem dreidimensionalen Gesamtbild zusammen, das verschiedene Blickwinkel darstellt.

Automatische Wahl der Perspektive

Das berechnete Bild auf dem Monitor soll den Blick in den Spiegel und aus dem Fahrerhaus ergänzen. Je nach Fahrtrichtung und Geschwindigkeit wählt das System den Blickwinkel aus. Blinkt der Fahrer beispielsweise rechts um abzubiegen, ändert sich die Perspektive und zeigt den Bereich rechts vorn, in dem sich Fußgänger oder Radfahrer aufhalten könnten. Beim Rangieren wechselt das System wiederum in die Rundumsicht aus der Vogelperspektive.


Andreas Wolf lastauto omnibus

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Datum

27. Juli 2012
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