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Planensysteme: Curtainsider schneller beladen

 Im gewerblichen Güterverkehr zählt jede Minute. Neue Planensysteme der Trailerhersteller versprechen mehr Komfort, Sicherheit sowie schnelleres Be- und Entladen.

Unternehmen arbeiten ständig an der Optimierung ihrer Produktionsabläufe. Gütermengen, Reihenfolgen und Produktionszeiten legen sie dabei genau fest. Auch Zulieferer und Transportunternehmen sind in die Optimierung eingebunden.

So verlieren Lkw-Fahrer beim Be- und Entladen oft Zeit, da sie an ihren Aufliegern eine Vielzahl von Spannern öffnen, Rungen verschieben und Latten entfernen müssen. Um die Ladezeiten zu verkürzen haben Schmitz Cargobull, Fliegl, Krone und Kögel neue Verschlusssysteme für Curtainsider-Auflieger entwickelt. Diese sollen das Öffnen und Schließen vereinfachen.

Getränkeindustrie muss normgerecht sichern

Aber nicht nur die Zeiteinsparung liegen im Blick der Speditionen. Auch normgerechte Landungssicherheit ist beispielsweise in der Getränkeindustrie ein Muss. Außerdem gehören zu den Anschaffungskriterien für einen Auflieger eine große Durchladebreite, die in der Chemie- und Automobilindustrie den Ladevorgang erleichtert, und die Arbeitssicherheit des Fahrers.

In punkto Handhabung hat auch Schmitz Cargobull einige Veränderungen vorgenommen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Lkw-Planen läuft der Vorhang des Speed Curtain-Systems oben und unten auf kugelgelagerten Stahlrollen. Laut Herstellers lässt sich die Plane leichter zusammen schieben als herkömmliche Varianten. Mit dem Speed Curtain erreicht ein Sattel-Curtainsider dabei eine Durchladebreite von knapp neun Metern.

Klettern auf die Ladefläche entfällt

Auf Rungen und Einstecklatten hat der Hersteller komplett verzichtet. Somit entfällt das Klettern auf der Ladefläche, was das Unfallrisiko reduzieren soll. Für Sicherheit und Stabilität der Ladung sorgen die in den Vorhang integrieren Mikro-Rungen. Durch den Palettenanschlag ist bei einer formschlüssigen Komplettbeladung keine zusätzliche Lastensicherung notwendig. Bei Teilladung auf dem Trailer helfen senkrecht verstellbare Sperrstangen und Ösen zum Verzurren der Ladung für eine sichere Fahrt. Ist die Ladung verstaut, spannt der Fahrer den Vorhang nach dem Zuschieben mit einer Ratsche. Zwei Spannern fixieren die Plane zusätzlich vertikal. Durch die wenigen Spanner und die serienmäßigen Sicherheitsausstattung soll sich laut Schmitz Cargobull der Zeitaufwand für das Be- und Entladen um rund 90 Prozent reduzieren.

Fliegl schickt mit Quick Lock ein System ins Rennen, das laut Hersteller 50 Prozent beim Öffnen und 33 Prozent beim Schließen der Plane einspart. Das Unternehmen hat für das Quick Lock-System eine mit Haken versehene Welle entwickelt, die auf jeder Seite unter der Ladefläche montiert ist. Da der Fahrer den Schnellverschluss vom Boden aus öffnen und schließen kann, muss er auch hier nicht mehr auf die Ladefläche klettern.

Fliegl-Curtainsider mit zwölf Meter Durchladebreite

Um die Plane zu schließen, hängt der Fahrer die 11 Schlaufen der Planen in die Haken der Welle ein. Anschließend dreht er diese mit einem Hebel in der Fahrzeugmitte mechanisch fest. Die Haken ziehen dabei die Schlaufen nach unten und spannen die Plane. Zum Öffnen der Plane dreht der Fahrer in Gegenrichtung am Hebel. Die Ösen fallen aus den Haken und der die Plane lässt sich bequem aufziehen. Die Durchladebreite des Curtainsiders beträgt laut Fliegl rund zwölf Meter. Für Stabilität und Sicherheit sorgen zwei Schieberungen. Zudem hat Fliegl die Plane mit Aluminium verstärkt. Der Auflieger ist nach Angaben von Fliegl dabei so stabil, dass - wie bei Schmitz Cargobull - keine gesonderten Einstecklatten nötig sind.

Krone bietet pneumatischen Verschluss

Auch Easy Tarp von Krone unterscheidet sich stark von herkömmlichen Planensystemen. Der Verschluss arbeitet pneumatisch und reduziert laut Hersteller die Zeit für das Öffnen der Plane um rund 70 Prozent. Dafür bedient der Fahrer einen Schalter an der Stirnseite des Aufliegers. Das aktiviert die Pneumatik des Verschlusssystems und vier  versenkbaren Haken gleiten aus den Gestellöffnungen des Aufliegers. Dabei lösen sich vier Schlaufen, die in den Saum der Plane eingearbeitet sind. Anschließend gleiten die Haken automatisch in den Seitenrahmen des Aufliegers zurück. Durch die versenkbaren Haken reduziert sich das Unfallrisiko, da der Fahrer nicht mit Metallspannern hantieren muss.

Beim Krone Megaliner Automotive hat der Hersteller auf Schieberungen und Einschublatten verzichtet. Dadurch erreicht der Auflieger eine durchgehende Durchladebreite von rund zehn Metern. Ist der Trailer beladen, bedient der Fahrer den Drehschalter erneut und die vier Haken greifen selbsttätig nach den Spannseile der Plane. Nach dem Spannen werden die Haken mechanisch verriegelt. So stellt Krone sicher, dass die Plane des Aufliegers auch nach dem Verlust des Luftdrucks geschlossen bleibt.

Kögel-System spannt Plane automatisch

Das Kögel-System arbeitet ebenfalls mit einem pneumatischen Verschluss. Zum Öffnen und Schließen der Plane bedient der Fahrer ebenfalls einen  Drehschalter an der Stirnwand des Trailers. Herzstück des Systems ist eine Verschlusswelle auf der Unterseite des Trailers.  An der Welle sind insgesamt 19 Platten angebracht, die automatisch in 19 Haken an der Standardplane eingreifen und so die Plane automatisch spannen.

Laut Hersteller beträgt die Zeitersparnis beim Öffnen rund 65 Prozent und rund 73 Prozent beim Schließen. Bei Teilbeladungen kann der Fahrer die Plane auch manuell öffnen. Vorteil dabei: Der Fahrer kann die Plane nur teilweise öffnen und spart dadurch Zeit.

Hybrid-System mit 19 Spannbreiten auf jeder Seite

Kögel ist damit der einzige Hersteller, der ein Hybrid-System anbietet. Durch die Kombination aus manuellem und pneumatischen Verschluss bleibt die Plane auch dann geschlossen, wenn der Trailer von der Zugmaschine abgekoppelt ist. Kögel verwendet auf jeder Seite 19 Spanneinheiten, um den Trailer besonders witterungsdicht zu machen. Zur Stabilisierung verwendet Kögel drei Schieberungen und zwölf Einschublatten. Bei formschlüssiger Ladung sei laut Kögel keine zusätzliche Ladungssicherung nötig. Bislang bietet der Hersteller das Hybrid-System für den Cargo-Trailer an. Geöffnet beträgt die Durchladebreite elf Meter.

Im direkten Vergleich haben alle System unterschiedliche Vorteile. Doch zwei Dinge haben sie gemeinsam: Sie sparen Zeit und erleichtern dem Fahrer die tägliche Arbeit.

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Schmitz Cargobull

Datum

3. April 2012
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