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Panalpina: Logistik nähert sich den schwarzen Zahlen

Mission nahezu erfüllt - der Logistikdienstleister Panalpina hat die Restrukturierung des Unternehmens weitgehend abgeschlossen und setzt in der Logistik zum Sprung in die schwarzen Zahlen an.

Vorstandschef Peter Ulber sprach am Mittwoch bei der Bilanzvorlage in Zürich davon, dass der Turnaround in der Logistiksparte planmäßig geschafft sei.

Das Unternehmen insgesamt schloss das Jahr 2014 mit einem Umsatz von 6,7 Milliarden Franken (6,3 Milliarden Euro) ab, der sich in etwa auf dem Niveau des Vorjahres bewegte. Das operative Ergebnis hat sich im selben Zeitraum auf 117 Millionen Franken (109 Millionen Euro) mehr als verdoppelt. Das führt Panalpina auf steigende Sendungszahlen, aber auch auf den Erfolg der eingeleiteten Restrukturierung zurück.

Rund acht Millionen fehlen

Komplett in den schwarzen Zahlen ist die Logistiksparte zwar noch nicht, die Tendenz stimmt für Panalpina aber. Die Sparte wies im ergangenen Jahr noch einen Fehlbetrag von 8,2 Millionen Schweizer Franken (7,6 Millionen Euro) aus. Im Jahr zuvor lag das operative Ergebnis jedoch noch bei knapp 50 Millionen Franken (46,7 Millionen Euro). Der Verlust sei auf einen bestimmten, "hartnäckigen" Standort zurückzuführen, sagte Ulber. Das Thema sei nun aber gelöst, erklärte er, ohne Details zu nennen. Und ebenfalls eine wichtige Botschaft für Panalpina: "Unser Straßenverkehr in Europa ist heute wieder profitabel", berichtete der Vorstandschef. Die Umsätze des Landverkehrs fließen voll in die Erlöse der Logistiksparte ein. Panalpina betreibt kein festes Netz mehr, hält aber weiterhin an Straßenaktivitäten fest, wo diese zum Beispiel für die Luft- und Seefracht, wichtige Kunden oder kritische Projekte erforderlich sind. Das Unternehmen steuert diese Aktivitäten - nicht zuletzt dank der Plattform Colo 21 - höchst flexibel.

Gewinn-Optimierung in der Logistik

Was die Logistik angeht, hat sich Panalpina voriges Jahr aus Projekten zurückgezogen, in denen das Unternehmen kein Geld verdiente oder nur als Lagerhalter tätig war. Dieses Ein- und Auslagern von Paletten will Ulber beenden, so dass auch dieses Jahr noch das eine oder andere Lager auf dem Prüfstand steht. Das Gros der Restrukturierung sei im vorigen Jahr aber abgeschlossen worden.

Konzentrieren will sich das Unternehmen in der Logistik künftig vielmehr auf Mehrwertdienste, etwa in der Technologie- und Modebranche. Firmenchef Ulber kann sich auch die Übernahme von Montageschritten oder das Abwickeln von Retouren vorstellen, hier gebe es mit Kunden aus dem Bereich der Telekommunikation schon erste Erfahrungen.

Logistik hat nur geringen Anteil am Umsatz

Die Logistik ist mit einem Anteil von elf Prozent am Gesamtumsatz des Unternehmens jedoch die kleinste Sparte. Hauptumsatz- und Ergebnisbringer sind die Luft- und Seefracht, die für 47 und 42 Prozent der Umsätze stehen. In beiden Bereichen will Panalpina auch im laufenden Jahr stärker wachsen als der Markt. Das ist auch im vergangenen Geschäftsjahr mit Zuwächsen von vier Prozent auf 858.000 Tonnen in der Luftfracht und von sieben Prozent auf 1,6 Millionen 20-Fuß-Container gelungen.
Die Luftfracht legte im Ergebnis um mehr als die Hälfte auf 112 Millionen Franken (105 Millionen Euro) zu. Die Seefracht musste einen Rückgang um fast 100 Prozent verschmerzen und erzielte ein Ebit von 13 Millionen Franken (12 Millionen Euro). Als Gründe dafür führte Finanzvorstand Robert Erni ebenfalls die Kosten in Zusammenhang mit der Neuaufstellung des Unternehmens sowie der Einführung eines neuen IT-Systems an. In der Seefracht kämpft Panalpina wie auch der Wettbewerb mit hohen Überkapazitäten am Markt, die mit extremen Ratenschwankungen verbunden sind. "Von Asien nach Europa ist es heute Realität, dass sich die Raten innerhalb weniger Monate halbieren oder verdoppeln", sagte Ulber. Es sei schon eine Herausforderung, dies den Kunden zu kommunizieren.

Neue Dienstleistungen in der Luftfracht

In der Luftfracht will Panalpina den Kunden neue Services anbieten, nach dem Vorbild der kürzlich eingerichteten Frachtverbindung von Huntsville in den USA nach Brasilien. Diese Linie möchte das Unternehmen künftig zweimal die Woche mit gecharterten Frachtjumbos anbieten. Die Maschinen kommen aus Asien. Durch Weiterführung des Angebots nach Südamerika kann Panalpina nach eigenen Angaben Laufzeiten von 40 Stunden von Hongkong nach Viracopos in Brasilien realisieren. Einen solchen Service finde man sonst nirgendwo am Markt.

Matthias Rathmann, trans aktuell Chefredakteur

Autor

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Matthias Rathmann

Datum

4. März 2015
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