Paketzentrum Obertshausen Zoom

Neues Paketzentrum in Obertshausen: DHL-Betriebschef Uwe Brinks im Gespräch

Deutsche Post DHL hat in Obertshausen ein neues Paketzentrum eröffnet. Im Interview berichtet der  DHL-Betriebschef Uwe Brinks über den Standortvorteil und die Zukunftsaussichten.

Nach welchen Gesichtspunkten haben Sie den Standort Obertshausen ausgewählt?

Uwe Brinks: Mit ihrer zentralen Lage und einer hervorragenden Infrastruktur hat die Stadt Obertshausen optimale Standortbedingungen geboten, um genau hier in das deutschlandweit größte und modernste Paketzentrum zu investieren. Mit 600 neu geschaffenen Arbeitsplätzen ist unser Mega-Paketzentrum Obertshausen gleichzeitig ein wichtiger Motor für den Arbeitsmarkt und die wirtschaftliche Entwicklung in der Rhein-Main-Region.

Das neue Paketzentrum ist Ihr 34. in Deutschland. Der Paketmarkt wächst weiter. Wie viele Paketzentren werden Sie hierzulande noch bauen müssen oder wollen Sie bestehende Standorte modernisieren und vergrößern?

Als führender Paketdienstleister investieren wir seit Jahren kontinuierlich in den Ausbau unserer Infrastruktur in Deutschland. Schon heute können wir in jeder Betriebsstunde über eine Million Pakete in unserem Netzwerk bearbeiten und mehr als acht Millionen Pakete am Tag erfolgreich an unsere Kunden liefern. Bis 2020 rechnen wir zudem mit einem durchschnittlichen jährlichen Volumenwachstum von fünf bis sieben Prozent. An diesen Erwartungen werden wir auch unsere künftigen Investitionen in unser Paketgeschäft ausrichten. Ein weiteres Mega-Paketzentrum, das ähnliche Dimensionen wie Obertshausen umfasst, wird zum Beispiel ab 2017 in Bochum entstehen.

Sie haben beim Bau des PZ in Obertshausen die Herstellerrolle eingenommen. Was genau meinen Sie damit?

Wir haben in einer neu gegründeten Tochtergesellschaft die Sortieranlage geplant und gemeinsam mit unseren Dienstleistern und Lieferanten genau die Technik ausgewählt und weiterentwickelt, die bei einer Sortierkapazität von 50.000 Paketen pro Stunde optimal auf unsere Bedürfnisse ausgerichtet ist. Auf Basis dieser Erfahrungen sind wir in der Lage, unser technisches Wissen auch in Zukunft kontinuierlich weiterzuentwickeln und immer neue Standards für die gesamte Branche zu setzen.

Ziel ist es, die Kapazitäten zu steigern, schnellere Laufzeiten zu erreichen und flexibler agieren zu können. Was haben Sie gegenüber früheren PZ-Bauten außer der Größe geändert?

Neu ist zum Beispiel die sogenannte Bulk-Entladung. Mit diesem Verfahren können Pakete nicht nur wesentlich schneller entladen und sortiert werden, sondern auch unsere Mitarbeiter werden bei ihrer täglichen Arbeit stark entlastet. Pakete müssen damit nicht mehr einzeln auf die Förderbänder gelegt werden, sondern werden automatisiert entladen, automatisch vereinzelt und in Linie gebracht. Es spielt dabei keine Rolle, in welcher Lage die Pakete auf das Band gelangen – die Maschine sorgt immer dafür, dass die Pakete zuverlässig von allen sechs Seiten gelesen und sortiert werden können.

Sie haben 600 Arbeitsplätze geschaffen in Sortierung und Zustellung. Gehören die Mitarbeiter der neu gegründeten DHL Delivery an?

Die neuen 600 Arbeitsplätze entstehen bei dem DHL Paketzentrum Obertshausen, einer 100-prozentigen Tochter der Deutschen Post AG. Es handelt sich hierbei um sichere und sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze, bei denen – wie bei den Delivery-Gesellschaften auch – der zwischen der Gewerkschaft Verdi und den regionalen Arbeitgeberverbänden ausgehandelte Tarifvertrag der Speditions- und Logistikbranche angewendet wird.

Fotovoltaik und ein Gas-Blockheizkraftwerk sorgen für den nötigen Strom. Arbeiten Sie in Obertshausen damit autark von Stromanbietern?

Wir sind in Obertshausen in der Tat in der Lage, über das ganze Jahr hinweg einen großen Teil des benötigten Stroms auf effiziente und ressourcenschonende Weise selbst zu erzeugen, sind aber dennoch an das öffentliche Stromnetz angeschlossen. In den Betriebsruhezeiten speisen wir sogar Strom in das öffentliche Netz ein.

Die Sortiertechnik mit E-Motoren spart Energie. Wie ist es mit der Lärmbelastung für die Mitarbeiter?

Die Sortierung in allen unseren Paketzentren verläuft grundsätzlich vollautomatisch, was wiederum bedeutet, dass die Sortieranlagen überwiegend mit elektrischen Motoren angetrieben werden. In Obertshausen kommt modernste Technik zum Einsatz, die sowohl ergonomisch eine deutliche Verbesserung für die Mitarbeiter darstellt, als auch eine reduzierte Lärmbelastung mit sich bringt. So erzeugt zum Beispiel der installierte Cross-Belt-Sorter sehr viel weniger Lärm. Mit Unterstützung spezialisierter Dienstleister für den Arbeitsschutz haben wir die Geräuschentwicklung innerhalb der Anlage immer wieder optimiert, sodass die Belastung für unsere Mitarbeiter minimiert wird.

Sie haben drei Jahre gebaut und einen zweistelligen Millionen-Betrag investiert. Rechnet sich das?

Unser Ziel lautet, Dienstleister erster Wahl für alle E-Commerce-Anbieter zu sein und wir rechnen damit, dass die Paketvolumina durch das anhaltende Wachstum des Onlinehandels  kontinuierlich steigen. Bei Warenströmen wie Lebensmitteln oder Dingen des täglichen Bedarfs stehen wir in Deutschland erst am Anfang der Entwicklung. Mit Obertshausen stellen wir frühzeitig die Weichen, um das hohe Qualitätsversprechen an unsere Kunden ungebrochen aufrechtzuerhalten.

Zur Person

  • Uwe Brinks verantwortet seit Dezember 2009 alle betrieblichen Prozesse rund um das Brief- und Paketgeschäft als Chief Production Officer.
  • Er ist seit 2004 Mitglied des Bereichsvorstands Post-E-Commerce-Parcel.
  • Von 2007 bis Ende 2008 leitete er das gesamte Paketgeschäft des Konzerns.
  • Seine Karriere bei der Deutschen Post DHL Group begann der Manager bereits 1983, 1990 wechselte er in die Zentrale nach Bonn

Das Paketzentrum

  • Obertshausen ist Paketzentrum Nr. 34 und das größte in Deutschland
  • Gebäudefläche ca. 40.000 Quadratmeter
  • Sortierkapazität von 50.000 Paketsendungen pro Stunde
  • 330 Verladetore
  • Über sechs Kilometer Sortier- und Förderstrecken
  • 400 Sortierendstellen
  • 600 neue Arbeitsplätze

Autor

Foto

Deutsche Post DHL

Datum

15. September 2016
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