Kälte und Klima 4 Bilder Zoom
Foto: Tkv Vertrieb Kühlaggregat Werkstatt

Neue Kühllösungen für Kälteaggregate

Umstellung auf alternative Kühlmittel

Kältemittel: Teilfluorierte Kohlenwasserstoffe in Kälteaggregaten gelten als extrem klimaschädlich. Auf der Suche nach zukunftsfähigen Kühllösungen setzt die Transportbranche verstärkt auf weniger belastende Alternativen.

Kühlaggregate von Lkw sind in der Regel auf Kältemittel und Energie angewiesen. Das Kältemittel nimmt bei niedriger Temperatur und niedrigem Druck Wärme auf und gibt sie bei höherer Temperatur und höherem Druck ab. Grundsätzlich lässt sich zwischen natürlichen und synthetischen Kältemitteln unterscheiden.

Natürliche Kältemittel wie  Diethylether, Ammoniak oder Kohlenstoffdioxid haben den Vorteil, dass sie zumindest in der benötigten Menge nicht gravierend zum Abbau der Ozonschicht beitragen. Der Haken: Sie sind teilweise gesundheitsschädlich, leicht entflammbar oder beides. Demgegenüber schädigen synthetische Kältemittel auf Basis von mit Brom oder Chlor halogenierten Kohlenwasserstoffen menschliche Organe nicht direkt und sind meist auch nicht brennbar. Dafür bauen sie die Ozonschicht stark ab, was wiederum Gesundheit und Umwelt schadet.

phase down - stufenweise Reduzierung

Wegen dieser klimaverändernden Wirkung unterliegen fluorierte Kohlenwasserstoffe internationalen Umweltabkommen (Kyoto-Protokoll und Montrealer Protokoll), deren verbindliche Vorgaben in europäischen Verordnungen und Richtlinien umgesetzt sind. Um EU-Umweltschutzziele zu erreichen, sind weitere Vorschriften in Kraft. Dazu gehört auch die sogenannte F-Gas-Verordnung.

Unter dem Schlagwort "phase down" schreibt die Verordnung für die kommenden Jahre beim Einsatz von fluorierten Kohlenwasserstoffen eine stufenweise Reduzierung vor. Ab Januar 2020 verbietet sie die Verwendung von fluorierten Treibhausgasen mit einem GWP-Wert von 2.500 oder mehr. Das Kürzel GWP steht für "Global Warming Potential", also den klimaschädigenden Einfluss, den ein Treibhausgas ausübt.

Weitere zehn Jahre bis zum Januar 2030 von der Verordnung ausgenommen ist der Einsatz von recycelten fluorierten Kohlenwasserstoffen mit einem GWP-Wert von 2.500 oder mehr. Um darüber hinaus solche Emissionen einzudämmen, verfolgt die Verordnung drei Ziele: Die am Markt verfügbaren Mengen weitgehend zu beschränken, ihre Verwendung, sofern umweltverträglichere Alternativen vorhanden sind, komplett zu verbieten und gleichzeitig überall dort, wo solche Mittel noch zum Einsatz kommen, Dichtheitsprüfungen, Entsorgung und Kennzeichnung vorzuschreiben und zu regeln.

In den neuen Baureihen ersetzen Hersteller die klimaschädlichen Stoffe

In Aggregaten zur Transportkühlung zirkulieren bisher oft die Kältemittel Trifluorethan mit der DIN-Kurzbezeichnung R404A und R134a (Tetrafluorethan). Seit geraumer Zeit sind allerdings neu entwickelte Ersatzkältemittel wie R449A, R452A oder R513A verfügbar, die weniger klimaschädlich sind. R452A mit einem GWP von 2140 ist eine Alternative für R404A. Bei R513A handelt es sich um einen Ersatz für R134a, sein GWP liegt bei nur 631.

Der Kühlaggregate-Hersteller Thermo King ersetzt in seinen neuen Kühlmaschinen der Baureihe "SLKe Whisper pro" R404A durch R452A. Es soll über eine vergleichbare Kühlkapazität und Betriebsfestigkeit verfügen und ähnliche Eigenschaften wie das Vorgänger-Kühlmittel besitzen. Das von Du Pont unter dem Markennamen Opteon XP44 vertriebene R452A ist laut Hersteller nur halb so klima-aktiv wie R404A.

Auch Carrier Transicold kündigte im vergangenen Jahr an, R404A durch R452A zu ersetzen. Die Aggregate-Baureihen "Vector" und "Supra" sind bereits auf Wunsch mit dem Alternativmittel zu haben. Wie der Hersteller betont, ist R452A auf die Anforderungen der Transport-Kühlung mit einer weiten Bandbreite unterschiedlicher Umweltbedingungen optimal abgestimmt. Außerdem sollen sich R404A-Aggregate mit dem neuen Kältemittel nachrüsten lassen.

Kühlung mit Kohlendioxid

Thermo King setzt gleichzeitig große Hoffnungen in sein Cryo-Tech genanntes Konzept. Es handelt sich dabei um eine Kühlung mit Kohlendioxid, wie sie in Holland und Skandinavien schon seit Längerem Anwendung findet.

Kohlendioxid gilt zwar als Treibhausgas, wird aber für die Kühlung nicht eigens produziert, sondern fällt als Nebenprodukt in der chemischen Industrie an. Die Menge, die beim Betrieb des Kühlaggregats dann entweicht, belastet das Klima also nicht zusätzlich. Zur Kühlung fließt das flüssige Kohlendioxid aus einem Tank am Fahrzeug in den Verdampfer im Laderaum. Der Kühleffekt entsteht beim Verdunsten in den Kühlschlangen.

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Dieser Artikel stammt aus Heft lastauto omnibus 03/2016.
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Andreas Wolf lastauto omnibus

Autor

Datum

6. März 2016
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