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Foto: MAN

Neue Gesellschaft

VW Truck & Bus will Profitabilitäts-Champion werden

Die neue Gesellschaft VW Truck & Bus ist mit ehrgeizigen Zielen gestartet. Die 100prozentige VW-Tochter, welche die Marken MAN, Scania, Rio, Navistar und das VW-Nutzfahrzeuggeschäft in  Südamerika bündelt, will die weltweite Nummer eins werden. 

Das Unternehmen macht das nicht am Fahrzeugabsatz, sondern an der Profitabilität fest. Ziel sei eine langfristige Rendite von neun Prozent, sagte VW Truck & Bus-Vorstandschef Andreas Renschler am Montag vor Journalisten in München. 

Von 2015 auf 2016 habe man die Rendite bereits von 5,0 auf 6,1 Prozent gesteigert. Die Global Champion-Strategie basiere auf unterschiedlichen Maßnahmen: Einmal gehe es darum, die Wettbewerbsfähigkeit der Marken zu verbessern – etwa durch die weitere Umsetzung von Optimierungsprogrammen bei MAN und Scania. Zum anderen baue man die Zusammenarbeit der einzelnen Marken weiter aus, was weitere Synergien bringen soll. Das geschieht auch durch das neue Lead Engineering-Konzept der Organisation, in der jeweils eine Marke die Führung bei klar definierten Entwicklungsprojekten übernimmt. So sei Scania für die Entwicklung neuer Motoren ab 13 Liter Hubraum zuständig, während MAN die Verantwortung für neue Motoren von fünf bis neun Litern Hubraum habe.

Weitere positive Effekte mit Blick auf die Wirtschaftlichkeit strebt VW Truck & Bus durch neue Märkte und Geschäftsmodelle an. Was die neuen Märkte angeht, hat sich das Unternehmen im März mit 16,6 Prozent am US-Hersteller Navistar beteiligt und damit auch in Nordamerika Fuß gefasst. Und was die neuen Geschäftsmodelle betrifft, nannte Renschler exemplarisch die neue Cloud-basierte offene IT-Plattform Rio. MAN hatte sie voriges Jahr auf der IAA Nutzfahrzeuge vorgestellt, in diesem Sommer soll sie ihren operativen Betrieb starten. Mit 60 Fahrzeugen sei man bereits im Testbetrieb, sagte der Vorstandschef.

2017: Ergebnis soll deutlich steigen

Auf dem Weg zur Zielrendite von neun Prozent wolle man bereits im laufenden Jahr das Ergebnis deutlich steigern, sagte VW Truck & Bus-Finanzchef Matthias Gründler, ohne jedoch einen genauen Wert nennen zu wollen. Sein Optimismus fußt auch auf maßgeblichen Kennzahlen im vergangenen Geschäftsjahr, die sich allesamt positiv entwickelt haben: Der Auftragseingang stieg 2016 um drei Prozent auf 191.000 Fahrzeuge, der Absatz in gleicher Höhe auf 184.000 Einheiten. Beim Umsatz gab es gegenüber dem Vorjahr ein Plus von vier Prozent auf 21,3 Milliarden Euro und beim Ergebnis sogar einen Zuwachs um 27 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro.

Positiv wirkte sich für VW Truck & Bus 2016 vor allem die weltweite Aufstellung aus. Durch das Engagement in florierenden Märkten wie Westeuropa (plus neun Prozent) oder Zentral- und Osteuropa (plus 21 Prozent) gelang es der Gruppe, rückläufige Absatzzahlen in wirtschaftlich schwachen Regionen zu kompensieren. Eines der Sorgenkinder war im vorigen Jahr erneut Brasilien, wo das Unternehmen nur 51.000 Lkw absetzte – so wenige wie zuletzt 1999. Zugleich bekräftigte Renschler aber: "Wir glauben an diesen Markt."

VW will in Brasilien investieren

Deutlich wird das an den Investitionen, die VW Truck & Bus dort tätigen möchte. 420 Millionen Euro will das Unternehmen in den nächsten vier Jahren dort in die Hand nehmen, um die Organisation in Brasilien auf Vordermann zu bringen. Vorstandschef Renschler geht davon aus, dass der Markt spätestens im zweiten Halbjahr 2017 wieder anspringt. 

Volkswagen Truck & Bus beschäftigt weltweit 77.000 Mitarbeiter und ist eine 100prozentige VW-Tochter mit Sitz in Braunschweig. Das Unternehmen unterhält 25 Fertigungsstätten in 17 Ländern sowie fünf Komponentenwerke in vier Ländern.  

Matthias Rathmann, trans aktuell Chefredakteur

Datum

20. März 2017
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