ECH Euregio Cargo Hub Zoom

Nellen & Quack und SLK Logistik: Stückgutspedition 4.0

Speditionen Nellen & Quack und SLK Logistik kooperieren – Produktionsgesellschaft nutzt neues Terminal.

Die wenigsten Unternehmenskooperationen können zum Start der operativen Geschäfte ein nagelneues Terminal ihr Zuhause nennen. Anders das Unternehmen ECH Euregio Cargo Hub, das an der Kreuzung zwischen A 30 und A 31 bei Nordhorn in einem Neubau mit 50 Verladetore und mehr als 4.000 Quadratmeter Umschlagfläche logiert.


ECH ist ein eigenes Unternehmen

An dem Unternehmen sind zu gleichen Teilen die beiden Speditionen Nellen & Quack aus Gronau sowie SLK Logistik aus Schüttorf beteiligt, die alles in allem rund vier Millionen Euro investiert haben. Wie beide Speditionen betonen, ist ECH kein Joint-Venture, sondern ein eigenständiges Unternehmen, das im Rahmen von Outsourcing die operative Abwicklung von  Stückgut übernimmt.

ECH konzentriert sich mit seinen 30 Mitarbeiter hauptsächlich auf die Wirtschaftsregion Euregio zwischen dem Münsterland, dem südwestlichen Niedersachsen und den östlichen Niederlanden. Die Dienstleistung richtet sich dabei an die beiden Gesellschafter sowie an weitere mittelständische Speditionsunternehmen der Region. Deren Anteil beträgt bereits 20 Prozent – mit steigender Tendenz.

"Stückgut-spedition 4.0"

Dabei übernimmt ECH Nahverkehr, Umschlag und Führung der Stückgutlinien. "Stückgut-spedition 4.0" nennt Uwe Brehme, Geschäftsführer von Nellen & Quack, das Outsourcingkonzept. Bisher wickelten Nellen & Quack und SLK Logistik wie gewöhnlich im Rahmen von Stückgutkooperationen ab – Nellen &Quack ist bei 24plus Mitglied, SLK Logistik arbeitet im Star-Netzwerk. Dies bedeutet hauptsächlich Hub- und wenig Direktverkehre.

Durch ihr Bündnis teilen sich beide Speditionen nicht nur Kosten und Risiken, sondern auch die Vorteile. An der Mitgliedschaft bei den Kooperationen ändert sich wenig. Künftig ist eben ECH für die Organisation des Nahverkehrs und das Routing der Sendungen zuständig.

Das Outsourcing der Stückgüter nach Standardprozessen in die neu gegründete Firma sorgt für Direktverkehre, wie Brehm sagt. Mehr als 800 Stückgut-Sendungen im Sammelgutausgang national und international und mehr als 400 Stückgutsendungen im Sammelguteingang – wobei Teil- und Komplettpartien von ECH nicht abgewickelt werden – schlägt das neue Unternehmen demnach täglich um. 25 regelmäßige Direktverkehre innerhalb Deutschlands und Flächendeckung für Stückgut in Europa bestehen nach eigenen Angaben bereits.

Für die Kunden hat sich laut Uwe Brehm wenig geändert: Sie haben weiter ihre gewohnten Ansprechpartner und Rechnungsteller. ECH hat keinen direkten Kundenkontakt – das ist den einspeisenden Unternehmen vorbehalten – und unterhält auch keinen Vertrieb. Prämisse ist die Eigenständigkeit aller.

Sendungsdaten wie bisher

Eine besondere Herausforderung war es daher, die Datenprozesse zusammenzuführen. Zum einen benötigen SLK, Nellen & Quack und die anderen teilnehmenden Dienstleister alle  Sendungsdaten, um gegenüber ihren Kunden in gewohnter Manier auskunftsfähig zu sein; Andererseits sind die Unternehmen nach wie vor Wettbewerber und bieten unter Umständen sehr ähnliche Dienstleistungen an.

Oder, wie Brehm es beschreibt, "komplexe Multikooperationsprozesse mit zwei Systemnetzwerken, weiteren Einspeisern und der Organisation von Direkt- und Bilateralverkehren unter dem Dach von ECH" mussten gelöst werden. "Absoluter Kundenschutz und Neutralität mussten gewährleistet sein", sagt Brehm – und das innerhalb eines sehr engen Realisierungszeitraums von knapp acht Monaten von der Idee bis zur Umsetzung.

Gelöst wurde das Problem laut Brehm unter anderem durch die enge Zusammenarbeit mit einem Anbieter einer Transport-Management-Software "sehr schlank und effektiv". Die IT ist das Herzstück der Zusammenarbeit: Scannung bei Abholung, Zustellung und beim Umschlag, Sendungsverfolgung auf der Umschlaghalle über Kameratechnik, Zugangsberechtigung per Fingerprint, ein schnelles Datenmanage­ment sowie eine automatische Vermessung- und Verwiegung von Colli inklusive Dokumentation sieht Brehm als erfolgsentscheidend an.

Wichtig sei aber auch gewesen, dass sich alle einspeisenden Unternehmen vom alten konservativen Speditionsdenken verabschieden – frei nach dem Motto "Loslassen können".

Für die Zukunft streben die beiden Gesellschafter SLK  und Nellen & Quack an, weitere Spediteure für das Outsourcing der Stückgutproduktion zu gewinnen zu können. Langfristiges Ziel ist laut Brehm, "als in der Region verwurzelter Mittelständler weiter am Markt zu bleiben".

Dieser Artikel stammt aus Heft trans aktuell 06/2016.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.
Ilona Jüngst

Autor

Foto

Erwin Schulze

Datum

3. März 2016
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