Arival NAV-XEA 70T Zoom

NAV-XEA 70T: Lkw-Navi mit Riesen-Display

Mit dem NAV-XEA 70T bringt Arival ein neues Lkw-Navi auf den Markt. Es lockt mit einem Sieben-Zoll-Display und umfangreichen Extras. trans aktuell nahm das Gerät unter die Lupe.

Das augenscheinlichste Merkmal des Navigationsgeräts Arival NAV-XEA 70T ist die Bildschirmgröße. Sieben Zoll Bildschirmdiagonale bei einer Auflösung vom 840 mal 480 Pixel und 65.000 Farben sind eine Hausnummer. Das Gehäuse macht einen gut verarbeiteten und gleichsam robusten Eindruck. Die Halterung ist stabil, verfügt über einen großen Saugnapf zum Anbringen an der Windschutzscheibe und lässt sich fest arretieren.

Ein 500-MHz-Doppelkern-Prozessor sorgt für Rechenleistung

Das Plastik des Gehäuses macht zwar nicht unbedingt den wertigsten Eindruck. Aber schließlich handelt es sich hier um kein Endkunden-Produkt. Mit schick sein allein ist im Geschäftsalltag schließlich kein Blumentopf zu gewinnen.

In diesem Fall müssen also die inneren Werte überzeugen. Im Arival Routenfinder geht’s mit der Kraft der zwei Herzen zu Sache. Für die Rechenleistung sorgt ein SiRF Atlas V mit 500-MHz-Doppelkern-Prozessor. Intern stehen 256 MB Speicher zur Verfügung, die Benutzer mittels Micro-SD-Karte um bis zu 32 GB erweitern können. Als Betriebssystem ist Microsoft Windows CE 6.0 Core mit an Bord. Darauf läuft wiederum Maptrip Truck 3.0. Diese überarbeitete Software für die Lkw-Routenführung hat nach Unternehmensangaben "eine bedeutende Aufwertung erfahren".

Per Knopfdruck geht es los

Das gilt es zu testen. Also schnell per Knopfdruck das Navi gestartet. Der Startbildschirm lässt einem die Wahl, ob man das Gerät als Navi nutzen will – oder eben auch als E-Book-Reader, zum Musik hören oder um sich mit einem der vorinstallierten Spiele die Zeit zu vertreiben. Also einfach mit dem Finger auf Navigation getippt. Zumindest beim ersten Start landet man noch nicht bei der Karte. Denn zuvor heißt es, die Fahrzeugdaten einzugeben.

Schließlich kann man hier nicht nur zwischen Pkw, Pkw  mit Hänger, Transporter und Lkw auswählen. Auch fahrzeugrelevante Informationen erfasst das Gerät und speichert sie unter einem frei wählbaren Namen ab. Dabei lassen sich Breite, Höhe und Länge ebenso angeben wie die Anzahl der Achsen oder das zulässige Gesamtgewicht. Auch ob es sich um einen Gefahrguttransport handelt, ist als Option wählbar. Wenn ja, gilt es, zwischen den drei Kategorien gefährliche Ladung, explosive Stoffe und grundwassergefährdende Ladung auszuwählen. 

3D-Anzeige ist möglich

Hinzu kommen noch eine ganze Reihe an weiteren Einstellungsmöglichkeiten, die Lautstärke und vor allem die Darstellung betreffend. Soll die in 2D erfolgen – oder darf’s auch 3D sein? Sollen POIs (Points Of Interest) angezeigt werden? Und wenn ja, welche dürfen es denn sein? An dieser Stelle macht sich eine gewisse Ernüchterung breit. Denn die weitaus meisten der potenziell interessanten Punkte beziehen sich auf Fahrten mit dem Pkw. Mit einem 40-Tonner wird wohl niemand nach einem Parkhaus suchen. Auch Museumsbesuche oder Ähnliches fallen da hinten runter. Was bleibt sind die Rastplätze. Und mit etwas gutem Willen auch noch Restaurants. Selbst der Menüpunkt Tankstellen lässt ein Fragezeichen zurück. Denn gibt’s dort Lkw-Diesel und Adblue?

Damit sind die POIs, die übrigens vom Hamburger Unternehmen Poicon stammen, für Lkw-Fahrer zwar nett, aber für die eigentliche Arbeit irrelevant. Abgesehen vielleicht von den Warnungen vor Radaranlagen. Diese muss man für den deutschsprachigen Raum allerdings kostenlos nachinstallieren. Die Nutzung ist jedoch gesetzlich untersagt.

Positiv: Die Größe des Displays

Nach der ersten eher theoretischen Auseinandersetzung mit dem Arival NAV-XEA 70T geht es schließlich auf Tour. Die Halterung lässt sich gut befestigen. Die optimale Position des Bildschirms ist ebenfalls schnell gefunden und das Gerät abschließend arretiert. Das Ladekabel für den Zigarettenanzünder ist lang. Also auch an dieser Stelle kein Problem.  Positiv sticht sofort die Größe des Displays ins Auge. Gerade im weitläufigeren Lkw-Cockpit ein echtes Plus.

Weniger verständlich – und das buchstäblich – ist da die Lautstärke und deren Regelung. Denn wie bei fast allen aktuellen Navis verzichtet auch Baros auf Tasten am Gehäuse. Also heißt es erst mal den Bildschirm antippen, um das sogenannte Speed-Menü zu öffnen. Denn das soll, wie der Name schon sagt, das Bedienen schneller machen. Dort den Unterpunkt Lautstärke auswählen und schließlich nach oben oder unten dirigieren. Doch auch auf der höchsten Stufe bleibt die Sprachausgabe verhältnismäßig leise. Im Lkw heißt es dann genau hinhören. Die Anweisungen hingegen kommen rechtzeitig und klar. Dabei klingt die Stimme allerdings blechern und "Weg" klingt nach "weg". Aber das ist auch bei wesentlich teureren Navigationsgeräten so zu hören.

Klar strukturierte Anzeige

Die Anzeige beschränkt sich aufs Wesentliche und ist klar strukturiert. Ein Spurassistent zeigt an neuralgischen Stellen an, wo sich der Fahrer einzuordnen hat. Bei entsprechend niedrigerem Zoomfaktor sieht man sogar, was sich links und rechts der Strecke befindet. Ist also ein Hindernis voraus, hilft ein Blick auf den Bildschirm. Kann der Fahrer dem Problem ausweichen oder gibt es eventuell ein Durchfahrtsverbot für Lkw? Ein Blick genügt.

Nicht ganz optimal ist hingegen die Darstellung der vorgeschlagenen Fahrtroute. Sie wird in Dunkelblau angezeigt –  nicht unbedingt eine Signalfarbe. Fallen dann auch noch Sonnenstrahlen auf das Display, muss man schon sehr genau hinschauen.

Sehr eindrücklich sind hingegen die Infos, die auf der linken Seite des Navis zu finden sind. Dort zeigt das Gerät die augenblickliche Geschwindigkeit, den nächsten Abbiegevorgang, die Entfernung sowie die noch benötigte Zeit zum Ziel und die vorausberechnete Ankunftszeit an. Ein großes Minus- sowie Pluszeichen ermöglichen es, den Zoomfaktor der Karte schnell zu ändern. Zudem zeigt das Navi die erlaubte Höchstgeschwindigkeit in Form eines Verkehrsschilds an. Fährt man schneller, warnt das Gerät sowohl optisch als auch akustisch.

Wahlmöglichkeit zwischen GPS und Galileo

Möglich macht dies das GPS-Signal. Aber auch für die europäische Alternative ist das Arival NAV-XEA 70T bereits gerüstet: Galileo-ready verspricht Baros. Das Kartenmaterial – 44 Länder Europas umfassend – kommt von Teleatlas. Damit es aktuell ist, hat man nach der ersten GPS-Aktivierung 30 Tage lang kostenlos die Möglichkeit, die Karten auf den neuesten Stand zu bringen. Für aktuelle Verkehrsinformationen sorgt das TMC von Avanteq. Das Zusammenspiel der technischen Helfer klappte im Test übrigens einwandfrei. Und bei einem Listenpreis von 349 Euro sind die blecherne Stimme sowie das nicht ganz so wertige Plastik leicht zu verzeihen.

Infos zu Systemaktualisierungen – und auch dazu, wie es funktioniert – findet man im Internet unter www.a-rival.de und dort unter Updates. Im Shop wiederum lässt sich das Kartenmaterial erweitern. Damit der Überblick auf dem großen Display auch in entfernten Ländern nicht verloren geht.

Das Unternehmen

Hinter dem Markennamen Arival steht das 1993 gegründete Unternehmen Baros mit Sitz in Hannover. Die Entwicklung der Produkte – in diesem Fall Navigationsgeräte und Tablet-PCs – folgen der Prämisse, eine technische Überfrachtung zu vermeiden. Laut Baros-Geschäftsführer Alexander Osberger, sollen die Geräte lieber einfach zu bedienen sein und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bieten.

Portraits

Autor

Foto

Baros

Datum

20. Juni 2012
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