Zoom

Nachwuchs für Emons: Immer am Ball bleiben

Die Spedition Emons will Jugendliche mit einem Fußballturnier für die Logistik gewinnen.

Bei der Berufsinformation geht die Kölner Spedition Emons neue Wege. Gemeinsam mit dem Jugendhilfe-Träger Rheinflanke veranstaltete der Logistiker den Infonachmittag Kick & Work mit Azubi-Vorträgen, einer Betriebsführung und einem anschließendem Fußballturnier. Und das nicht zum ersten Mal.

Da ist etwa der 21-jährige Luca Mannara mit seinem roten Sweatshirt der Spedition Emons. Er steht entspannt im Konferenzraum und erzählt vor rund 25 Jugendlichen, wie seine dreijährige Ausbildung zum Fachlageristen so abgelaufen ist. Vor allem mit viel Bewegung: Staplerfahren, Lkw be- und entladen, Ware einscannen. Emons-Geschäftsführer Herbert Putzmann und Andreas Müller, Projektleiter der Rheinflanke und Mentor von Mannara, hören auch zu.

Traumjob für Luca

Bei Luca klingt es, als habe er seinen Traumjob gefunden. Er lobt den Kontakt mit den Kollegen und den Fahrern. Und er macht auch deutlich, dass der Weg nicht so leicht war. Die eigene Motivation, so lässt der ehemalige Auszubildende aus Köln-Porz anklingen, war wohl nicht immer durchgängig gegeben. "Es kommt bei der Lehre nicht auf den Hauptschulabschluss an, sondern was man selbst draus macht", sagt er mit spürbarem Stolz. Heute geht es darum, auch andere junge Leute zu überzeugen. Luca hat es geschafft, das bringt er rüber. Und er erzählt, wie wichtig es war, den Anschluss nicht zu verlieren. "Ich bin immer am Ball geblieben."

Diese Weisheit aus dem Fußball und die konsequente Betreuung der Mitarbeiter des Projekts Rheinflanke, das von der EU gefördert wird, haben ihm am Ende die Lehre gerettet. Was vielleicht auch damit zu tun hat, dass Luca zusammen mit Lukas Podolski, dem Kölner Fußballidol, im letzten Jahr in der TV-Talkshow von Markus Lanz aufgetreten ist. "In der Sendung wurde Podolskis Stiftung, die auch mit der Rheinflanke zusammenarbeitet, vorgestellt", berichtet Emons-Personalchefin Christiane Bauer. Deutschlandweit hat der Logistikdienstleister 266 Auszubildende, allein 38 am Standort Köln. "Luca wurde in der Sendung als positives Beispiel dafür präsentiert, dass man über solche Sportprojekte seinen Weg in die Ausbildung finden kann. Das hat ihm noch einmal Auftrieb gegeben", berichtet sie.

2014 hat Emons die Stadtteil-Patenschaft für die Rheinflanke am Standort Porz übernommen. "Unser Ziel ist, den Austausch zwischen jungen Menschen, die sich an der Schwelle zwischen Schule und Beruf befinden, und dem Unternehmen zu fördern, um Ausbildungsmöglichkeiten bereitzustellen", sagt Herbert Putzmann. "In allen Bereichen der Logistik wird es schwieriger, geeignete Auszubildende zu finden." Gute Erfahrungen hat Emons bislang mit dem jährlichen Tag der Logistik gemacht. Arbeitsfähige Jugendliche gibt es genug in Porz und Gremberghoven, dem Stammsitz von Emons. "Wir müssen die Möglichkeiten für sie einfach nur interessant machen. Dabei gehen wir mittlerweile auch ungewöhnliche Wege. So wie mit der Rheinflanke."

Rheinflanke hilft seit 2006 Jugendlichen

Schon seit 2006 kicken, dribbeln, boxen und tanzen Jugendliche in den Angeboten der Rheinflanke. "Heute erreichen wir mehr als 1.200 Jugendliche", berichtet Müller. Zielgruppe sind vor allem Jugendliche, die sich schwer tun, eine Ausbildung überhaupt erst zu beginnen, geschweige denn zu Ende zu bringen. "Dabei wird das Ziel, über den Sport soziale Entwicklungsprozesse anzustoßen und Werte zu vermitteln, verfolgt", erklärt Müller. Das ist kein leichtes Unterfangen, geprägt immer wieder von Rückschlägen.
Das verdeutlichen auch die Zahlen: 150 junge Menschen betreut die Rheinflanke allein in Köln. Sprachkurse, Nachhilfe, praktische Lebenshilfe und immer wieder Ansporn durchzuhalten. Am Ende, verrät Müller, schaffen es fünf bis zehn Prozent in einen Job. Die anderen werden weiter betreut. Luca Mannara hat im Juni die Prüfung zum Fachlageristen bestanden und wurde in ein festes Anstellungsverhältnis übernommen.

Apropos am Ball bleiben: Am Ende gewannen die Rheinflanke All Stars gegen die Emons-Azubis. Spaß hatten aber alle – und hoffentlich auch etwas Motivation mit auf den Weg bekommen. So wie Imad Mouhdadi, der letztes Jahr an dem Fußballrurnier teilgenommen hat und nun eine Ausbildung zum Speditionskaufmann bei Emons begonnen hat.

Das Unternehmen

  • Emons Spedition mit Zentrale in Köln
  • international tätiges Unternehmen mit einem Jahresumsatz von 380 Millionen Euro
  • weltweit 80 Standorte, davon 21 Niederlassungen im Landverkehr in Deutschland, mit insgesamt 1.950 Mitarbeitern
  • in Deutschland: mehr als 150 ziehende Einheiten und
  • 1.100 Wechselbrücken

Autor

Foto

Jan Bergrath

Datum

24. September 2015
5 4 3 2 1 0 5 0
Kommentare
Kostenloser Newsletter
Newsletter Small

+++ Tests +++
+++ News +++

Und immer bequem und kostenlos per E-Mail.