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Nachhaltigkeit: Viele Bausteine führen zum Erfolg

Nach drei Jahren Arbeit liegen die Ergebnisse eines Projektes namens Corelo vor. Es zeigt Wege auf, wie Logistikunternehmen ihrer vielfältigen Verantwortung gerecht werden können. Die Stuttgarter Spedition Große-Vehne hat sich daran beteiligt.

Für das Transportgewerbe ist es eine besondere Herausforderung, ihrer ökonomischen, sozialen und ökologischen Verantwortung gerecht zu werden. Denn es ist ein wichtiges Rädchen in einer globalen Lieferkette, die funktionieren muss. "Wir halten den Wirtschaftskreislauf aktiv", sagt René Große-Vehne, Geschäftsführer der gleichnamigen Schwieberdinger Spedition, bei seiner Begrüßung der neuen Berufskraftfahrer-Lehrlingen.
Große-Vehne sowie die Geschäftsführer machen dies persönlich, auch um den Neuen die Wertschätzung entgegenzubringen, die sie verdienen. 24 junge BKF-Azubis hat die Unternehmensgruppe im Herbst eingestellt, in Erwartung des demografischen Wandels und in der Hoffnung, dass möglichst alle die Ausbildung im Unternehmen vollenden und dort auch danach bleiben.

Nachhaltigkeit ist gelebte Entwicklung im Drei-Säulen-Modell

Für den Logistiker ist Nachhaltigkeit keine Marketing-Worthülse, sondern gelebte Entwicklung im Drei-Säulen-Modell der Unternehmensführung zwischen Ökonomie, Ökologie und Sozialem. "Nachhaltigkeit ist wie ein Fluss. Sie entwickelt sich stetig", ist der Geschäftsführer überzeugt. Und weil er dafür gerne Impulse aus der Wissenschaft aufnimmt, ist Große-Vehne langjähriges Mitglied im Zentrum für Nachhaltige Unternehmensführung (ZNU) der Universität Witten.

Maßnahmen für nachhaltige Logistik

Dessen Leiter Dr. Christian Geßner und Dr. Alex Kölle haben gemeinsam mit Große-Vehne und weiteren Partnern im Rahmen des Effizienz-Clusters Logistik Ruhr Maßnahmen für eine nachhaltige Logistik erarbeitet. Erste Ergebnisse liegen jetzt vor.
Die zentrale Frage war für Geßner dabei, wie kleine und mittelständische Logistikdienstleister und Logistiknetzwerke ihre innovativen Strategien mit einer nachhaltigen Unternehmensführung verbinden können. Das Ziel lautet etwas vage "logistische Gestaltungskompetenzen". Konkret geht es um die Aus-, Fort- und Weiterbildung in der Logistik, einem der Hauptthemen des Logistik-Clusters.  Qualitativ hochwertige Bildungsangebote sollen den akuten Fach- und Führungskräftemangel der Branche lindern helfen.

Schulungsformate für die Logistik

Erstes Ergebnis des Corelo-Projekts sind Schulungsformate für die Logistik. Dafür hat die Spedition Große-Vehne 70 Prozent ihrer Mitarbeiter in Nachhaltigkeit geschult und in vielen Diskussionsrunden neue Schulungsformate für Fahrer, gewerbliche Mitarbeiter und Führungskräfte rund um das Thema mitentwickelt. Außerdem konnten die Mitarbeiter eigene Vorschläge machen, damit die Spedition noch nachhaltiger wird. Eine Lernplattform am Duisburger Hafen soll als Servicestelle für Weiterbildung und Qualifizierung die Ergebnisse bündeln und weitergeben. Träger wird der Verein Dialogistik.

Nachhaltigkeitscheck mit zehn Themenfeldern

Zweites Ergebnis ist ein Nachhaltigkeits-Check mit zehn Themenfeldern für die Branche. Die Unternehmen können anhand eines theoretischen Modells mit verschiedenen Stufen prüfen, wie weit sie die Treppe zur nachhaltigen Logistik bereits erklommen haben. Dabei gebe es einen Quick-Check und eine lange Version, erklärt ZNU-Gründer Christian Geßner, der das Projekt betreut. Das Institut hat bereits mit Partnern aus Handel und Industrie einen ZNU-Standard für die Lebensmittelbranche entwickelt, die deren Nachhaltigkeit belegen soll. Ab 2014 soll die Zertifizierung auf andere Bereiche erweitert werden.

Kaffee und Obst gibt es gratis

Kaffee und Obst für alle Mitarbeiter gibt es bei Große-Vehne gratis. Auch das ist für René Große-Vehne Nachhaltigkeit, nur eben im Sozialen. Zwar hat sein Unternehmen im Rahmen des Corelo-Projekts den Nachhaltigkeits-Check gemacht und einen CO2-Fußabdruck sowie eine CO2-Bilanz erarbeitet und dabei alle Emissionen einfließen lassen – vom Büro bis zum Transport. Doch der Unternehmer legt Wert auf gelebte Nachhaltigkeit im Alltag für seine Mitarbeiter: "Wertschätzung und der gegenseitige Umgang sind enorm wichtig. Damit alle auch hierbei mithelfen, müssen wir die Mitarbeiter immer wieder sensibilisieren." Für die nötige Kontinuität dabei soll ein Nachhaltigkeitsbeauftragter sorgen. Ein passender Mitarbeiter wird zurzeit gesucht.

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Grafik: ZNU

Datum

16. Januar 2014
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