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Foto: Air Berlin/Zeitfracht, Montage: Jan Grobosch

Mittelständische Spedition will große Airline

Spedition Zeitfracht will Air Berlin kaufen

Eine mittelständische Spedition will eine große Fluggesellschaft kaufen. Der Chef des Berliner Unternehmens Zeitfracht, Wolfram Simon, hat deutlich gemacht, dass er ernsthaft an der Übernahme der insolventen Airline Air Berlin interessiert ist.

"Wir schätzen den strategischen Wert der gesamten Air Berlin-Gruppe für unser Unternehmen und sind überzeugt davon, dass wir im Interesse der Gläubiger und Mitarbeiter ein wettbewerbsfähiges und wirtschaftlich vernünftiges Angebot abgeben können", sagte Zeitfracht-Geschäftsführer Wolfram Simon am Dienstag in Berlin. Ihm sei daran gelegen, Air Berlin möglichst als Ganzes zu erhalten und den Luftverkehrsstandort Berlin zu stärken.

Bieterverfahren für Air Berlin endet am 15. September

Das Bieterverfahren für die angeschlagene Fluggesellschaft mit ihren 8.000 Beschäftigten endet am 15. September. Medienberichten zufolge wird der Gläubigerausschuss drei Tage später entscheiden, wer den Zuschlag erhält. Neben Zeitfracht sind Lufthansa, Condor, der britische Billigflieger Easyjet und der Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl im Rennen. Letzterer hatte in der ARD am Mittwoch noch ein "ziemlich hohes Angebot" angekündigt.

Zeitfracht-Chef Simon sieht vor allem im Frachtbereich große Wachstumschancen und Erlöspotenziale. Im Passagierbereich will sich Simon im Fall eines Zuschlags nach möglichen Kooperationspartnern umschauen. Bis zum Ablauf des Bieterverfahrens will auch er ein verbindliches Angebot vorliegen.

Zeitfracht hat DPD mitbegründet

Zeitfracht hat eine besondere Historie – war das Unternehmen nach eigenen Angaben doch die erste Spedition, die Zeitungen und Zeitschriften im Transit durch die DDR beförderte. Der frühere Geschäftsführer Horst Walter Schröter ist einer der Gründerväter des Paketdiensts DPD. Seine Anteile am DPD hat Zeitfracht vor einem Jahr aber an die französische La Poste verkauft. Das Unternehmen beschäftigt rund 800 Mitarbeiter, setzt im Jahr 100 Millionen Euro um und hat 325 Lkw sowie 900 Wechselbrücken und Auflieger im Einsatz. Eine Spezialität der Spedition ist es, Brücken und Auflieger selbst zu entwickeln. Zum Portfolio des Unternehmens gehören System-, Linien-, Begegnungs- und Containerverkehre.

Matthias Rathmann, trans aktuell Chefredakteur

Datum

7. September 2017
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